Experten-Interview: Herzogin Meghan: So hilft ihr die Doula bei der Geburt

Für ihr royales Baby setzt Herzogin Meghan während der Geburt auf die Hilfe einer Doula. Wir erklären Ihnen, was das genau bedeutet und wie eine typische Unterstützung durch eine Doula aussehen kann

Die Unterstützung einer Doula während einer royalen Geburt ist für das britische Königshaus eigentlich nicht üblich. Doch das stört Herzogin Meghan, 37, nicht. Denn wie sich bereits in der Vergangenheit mehrfach gezeigt hat, lässt sich die Frau von Prinz Harry, 34, von dem königlichen Protokoll wenig beeindrucken. 

Wie die amerikanischen Nachrichtenseiten„US Weekly“ und „The Sun“ berichten, soll Herzogin Meghan für die Geburt auf eine sogenannte Doula bestehen – eine Frau, die ihr während der Entbindung bis hin zur Wochenbett- und Stillzeit mental und emotional zur Seite steht. Sie gehört nicht zum medizinischen Team während der Geburt, sondern sorgt für ein vertrautes Gefühl und Geborgenheit bei der werdenden Mutter und ihrem Partner. In Meghans Heimat, den USA,  sind Doulas bereits weit verbreitet, in Europa sind sie noch weitestgehend unbekannt. 

Wir haben mit der Doula Philippa Bombeck aus Hamburg gesprochen. Sie hat uns einen Einblick in ihre Tätigkeit gegeben und erklärt, für welche Frauen sich eine zusätzliche Geburtsbegleitung durch eine Doula anbietet.

Interview mit Philippa Bombeck, Doula aus Hamburg

GALA: Wie sieht Ihr Alltag aus?

Philippa Bombeck, Doula aus Hamburg

Philippa Bombeck: Neben meiner Doula-Tätigkeit arbeite ich außerdem als medizinische Fachangestellte in einem Pränatalzentrum an der Elbe. Zuvor habe ich rund 20 Jahre in der Gynäkologie gearbeitet. Die Tätigkeit der Doula kann ich jederzeit neben meinem Job ausführen und wenn das Baby kommen sollte, hat das Priorität. Die Gespräche mit den werdenden Müttern führe ich ebenfalls neben meiner Arbeit. Viele Doulas bieten neben der eigentlichen Tätigkeit noch Geburtsvorbereitungs- oder Hypnobirthingkurse sowie Still- oder Tragetuchberatungen. 

Kann man die Tätigkeit einer Doula als einen Beruf bezeichnen?

Nein, Doula ist kein Beruf, eher eine Weiterbildung. Doula ist ein Begriff für eine Geburtsbegleitung oder auch eine Art Fürsorge werdender Mütter. Wenn man das aus dem Griechischen stammende Wort wörtlich übersetzen würde, hieße Doula „Dienerin der werdenden Mutter“. Im Übertragendem Sinne kann man sagen, dass wir für die Seele, die Motivation, die Kraft und das Wohlbefinden der Frau zuständig sind. Der Begriff Doula steht auch für folgende Eigenschaften: 

  • Da sein
  • Offen sein
  • Unterstützend sein
  • Liebevoll und
  • Achtsam gegenüber der Frau sein

Worin unterscheidet sich eine Doula von einer Hebamme?

Während sich Hebammen, Geburtshelfer und Krankenschwestern auf die klinischen Aspekte der Geburt konzentrieren, ist die Geburtsbegleitung durch eine Doula persönlich und emotional geprägt. Als Doula darf man keine medizinischen Tätigkeiten ausüben, das ist die Aufgabe der Hebamme und der Ärzte im Kreißsaal.

Und wie sieht das bei einer Hausgeburt aus?

Selbst bei einer Hausgeburt kümmert sich die Hebamme um die medizinische Versorgung. 

Welchen Frauen empfehlen Sie die zusätzliche Unterstützung einer Doula?

Insbesondere Frauen, die beispielsweise durch die erste oder vorherige Geburt traumatisiert sind, empfehle ich die Unterstützung durch eine Doula. Aber auch werdende Mütter, die Ängste vor der Geburt haben, können sich praktische Ratschläge oder einfach nur mentale Unterstützung bei einer Doula einholen. Alleinerziehende Mütter lassen sich häufig von einer Doula begleiten. 

Wie lange wird die Schwangere von Ihnen betreut?

In einem ersten Gespräch, meist einige Monate vor dem Entbindungstermin, lernen wir uns kennen. Es folgen dann zwei bis drei Termine bis zur Geburt, in denen ich mit der Frau über ihre Ängste spreche und Möglichkeiten aufzeige, Wehen und Schmerzen zu bewältigen oder entspannende Massagen gebe. Auch was sich die werdende Mutter während der Geburt wünscht, zum Beispiel Musik, bespreche ich während dieser Termine. Auch der Partner ist häufig bei einem der drei Termine mit dabei. Vordergründig versuche ich ein vertrautes und geborgenes Gefühl bei der Schwangeren und ihrem Partner zu schaffen. 

Empfehlen Sie, dass der Mann neben der Doula im Kreißsaal bei der Geburt dabei ist?

Ja, auf jeden Fall. Daher ist es auch so wichtig, dass sich die Doula und der werdende Vater einmal kennenlernen, damit entspannte Stimmung im Kreißsaal herrscht. Meine Erfahrung ist, dass viele Männer auch sehr froh sind, wenn ich als Doula mit bei der Geburt dabei bin. Sie haben dadurch das Gefühl, sie können die Verantwortung ein wenig an mich abgeben oder auch mal zwischendurch rausgehen. 

Unterstützen Sie die Schwangere auch nach der Geburt?

In der Regel findet etwa zwei bis drei Wochen nach der Entbindung ein Nachgespräch statt, aber selbstverständlich gehe ich auch auf individuelle Wünsche ein.

Wie erfolgreich ist die Arbeit einer Doula?

Mehrere klinische Studien haben ergeben, dass die Geburtsbegleitung durch eine Doula positive Auswirkungen haben kann. Zum Beispiel kann die Bindung zwischen Mutter und Kind durch unsere Arbeit gestärkt und die Wehenzeit verkürzt werden. Es ist nachgewiesen, dass durch die Arbeit eine Doula weniger wehenfördernde Mittel zum Einsatz kommen und die Nachfrage nach Periduralanästesie (PDA)  und Schmerzmitteln deutlich geringer ist. 

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©Gala

Verwendete Quellen: Experten-Interview mit Philippa Bombeck

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