Allergen: Fel d 1: Katzenallergie: Muss ich meine Katze abgeben?

Die Katzenallergie ist bedauerlicherweise gar kein so seltenes Phänomen. Wichtig ist, dass Sie beim Schmusen mit Ihrem kuscheligen Vierbeiner die Symptome erkennen, richtig deuten und sich auf Ihre Hauskatze testen lassen. Es gibt wissenschaftliche Erkenntnisse darüber, welche Katzen hypoallergener sind als andere und bis zur Entscheidung, ob Sie Ihre Katze abgeben müssen oder nicht, geben wir zehn wertvolle Hygienetipps

Bei einer Katzenallergie lautet der erste Tipp auf Abstand mit dem Tier zu gehen. Doch muss die Allergie nicht zwingend das Ende des Traums von einer Katze sein. Entscheidend ist die Auswahl des Tiers und anschließende Hygiene. GALA klärt Sie über die wichtigsten Fakten auf.

Die Katzenallergie ist so wie die Hausstauballergie relativ häufig und betrifft wegen der besonderen Eigenschaften der auslösenden Allergene keineswegs nur Menschen, die selbst Katzen halten. Wenn Sie zum Beispiel eine neue Wohnung beziehen, in der vor Jahren mal eine Katze lebte, können trotzdem noch allergische Symptome auftreten. Beim Verdacht auf eine Katzenallergie sollten Sie immer einen entsprechenden Allergietest durchführen.

Katzenallergie: Was ist der Auslöser?

Die Auslöser einer Katzenallergie finden sich vor allem in denen im Speichel, Tränenflüssigkeit, Hautschüppchen und Urin enthaltenen Allergene. Das Hauptallergen der Katze nennen Fachleute "Fel d 1". Außerdem hat man dieses Allergen auch in den Talgdrüsen, den Hautzellen und im Blutserum der Katze gefunden. Darüber hinaus konnten bisher 18 weitere Katzenallergene identifiziert werden, die etwa durch das Lecken über das gesamte Fell verteilt werden.

Allergieauslöser

Allergene - welche Arten gibt es?

Nahrungsmittel wie Milch und Eier sind mögliche Allergene

An dieser Stelle gilt es ein weit verbreitetes Missverständnis zu klären: Die Katzenallergie wird oft als Katzenhaarallergie bezeichnet, was so im Prinzip falsch ist. Die Haare der Katze spielen zwar bei der Verbreitung der Allergie eine zentrale Rolle. Sie selbst sind jedoch – wie Sie jetzt wissen – nicht die Ursache. Die besondere Schwierigkeit dieser Allergie ist, dass Katzen das Allergen Fel d1 in ihre Umgebungsluft abgeben. Da das Fel d 1 sehr klein und leicht ist, besitzt es die Eigenschaft, sehr lange schwebfähig zu bleiben.

Der Übeltäter ist das Allergen Fel d 1: Durch das Lecken verteilen Katzen das Allergen über das gesamte Fell in den Luftraum. Anschließend wird es vom Menschen über die Atemwege aufgenommen.

Katzenallergie: Symptome richtig erkennen

Zugeben, es ist gar nicht so leicht die Katzenallergie-Symptome zu erkennen. Da die Allergene über die Atemluft aufgenommen werden, ähneln die Symptome einer Inhalationsallergie: Betroffen sind vor allem die Schleimhäute des Atemwegssystems, zum Beispiel die Nasenschleimhäute sowie die Bindehaut des Auges. Außerdem ähneln die körperlichen Auswirkungen der Katzenallergie denen einer gewöhnlichen Erkältungen, oder einem grippalen Infekt. Als Folge werden sie häufig verwechselt. Wenige Minuten nach dem Kontakt mit den Allergenen, können erste allergische Reaktionen auftreten: 

Eine allergische Reaktion kann sich durch gerötete und tränende Augen zeigen

  • Die Nase beginnt zu jucken und zu laufen.
  • Häufig empfinden Betroffene einen Husten- und Niesreiz sowie ein Kratzen in Hals und Rachen. Bei tieferem Eindringen in die Atemwege, kann manchmal sogar ein Asthmaanfall ausgelöst werden.
  • Manchmal ist das Geruchs- und Geschmacksempfinden gestört und eine nasale Stimmlage setzt ein.
  • Die Bindehaut der Augen reagiert gereizt, meistens durch Jucken, Brennen, Rötung oder Anschwellen.
  • Die Folge? Die Augen beginnen zu tränen.
  • Es können auch Hautreaktionen auftreten: Ausschläge, wie die Nesselsucht. Diese beinhaltet neben einer Rötung der Haut vor allem juckende, große Quaddeln.
  • Bei Verletzung der Haut, etwa durch die Krallen der Katze, können auch allergische Reaktionen an der Wunde auftreten. Tipp: Beobachten Sie in einem solchen Fall unbedingt die Wunde und ihre Entwicklung.

Die genannten Symptome können sowohl isoliert, als auch in Kombination auftreten.

Wie wird eine Katzenallergie diagnostiziert?

Zu Beginn steht immer die Anamnese, die Aufnahme der individuellen Krankengeschichte. Wichtig ist dabei, dass der/die Betroffene dem Arzt schildert, wann und wo die Beschwerden aufgetreten sind. Im Anschluss können Katzenallergien mit einem so genannten Pricktest nachgewiesen werden. Das sind spezielle Blutuntersuchungen. Diese können durch Provokationstests ergänzt werden.

Kann eine Katzenallergie behandelt werden?

Eine Hyposensibilisierung mittels Spritze ist die häufigste Form

Allergiebehandlung

Hyposensibilisierung - so lässt sich die Allergie sinnvoll bekämpfen

Die gute Nachricht lautet: im Idealfall Ja. Nach drei- bis fünfjähriger Therapie kann in manchen Fällen ein völliges Verschwinden der allergischen Beschwerden erreicht werden. Neben der medikamentösen Behandlung akuter Symptome bzw. der ursächlichen Therapie mit einer Hyposensibilisierung, steht bei der der Katzenallergie vor allem das Vermeiden von Kontakten mit dem Allergen im Mittelpunkt.

  • Behandlung akuter Allergiesymptome: Kurzfristig können Sie mit antiallergischen Medikamenten wie Antihistaminika, in bestimmten Fällen auch mit Kortisonpräparaten behandelt werden.
  • Ursächliche Behandlungsmöglichkeit: Um den Auslösern der Allergie entgegenzuwirken, kommt eine Hyposensibilisierung, auch als Allergie-Impfung bekannt, infrage.

Muss ich jetzt meine Katze abgeben?

Wegen der o.g. langen Schwebfähigkeit des Allergens Fel d 1, wird zwischen direktem und indirektem Kontakt mit Katzen unterschieden. Beides sollte eigentlich vermieden werden, wenn Sie allergisch auf Katzen reagieren.
♦ Im Prinzip aber lautet die wichtigste Regel: Ein Allergiker muss testen, ob er auf eine bestimmte Katze allergisch reagiert.
Es gibt klare Erkenntnisse, dass das Geschlecht der Katze eine entscheidende Rolle spielen kann: Weibliche Katzen sind hypoallergener als männliche Katze. Das heißt konkret, sie verursachen weniger allergische Reaktionen. Bei männlichen Katzen macht es einen Unterschied, ob sie kastriert sind oder nicht. Sind sie es, nimmt der Allergiegehalt rund die Hälfte ab.
Tipp für Katzenfreunde: Allergiker sollten also am besten zu einer weiblichen Katze oder einem kastrierten Kater greifen, aber eine Garantie ist dies bei weitem nicht.
Bevor Sie final entscheiden: Wenn Sie als Betroffene/r bisher eine Katze gehalten haben, ziehen Sie unbedingt einen Allergologen zurate, ob das rasche Abgeben ihrer Katze in Ihrem speziellen Fall vonnöten ist.

Bis zur Entscheidung, ob Sie ihre Katze abgeben oder nicht, berücksichtigen Sie auf jeden Fall das kleine Einmaleins der Hygieneregeln im Katzenhaushalt.

Katzenallergie: 10 Tipps zur richtigen Hygiene

Ähnlich wie bei anderen Allergien in Wohnräumen, stellen Textilien aller Art stellen ein wichtiges Reservoir für Allergene dar. Beherzigen Sie deshalb die folgenden Tipps, um das Risiko der allergischen Reaktionen so minimal wie möglich zu halten:

  1. Sie haben Teppichböden? Dann Staubsaugen und Wischen Sie so häufig wie möglich.
  2. Verbannen Sie ihre Teppiche und schaffen Sie so viele glatte Böden und Flächen wie möglich.
  3. Teppiche und Polstermöbel sollten regelmäßig tiefengereinigt werden.
  4. Regelmäßiges Waschen der Kleidung ist in jedem Fall ratsam, um darin enthaltene Allergene zu entfernen.
  5. Waschen Sie häufig Ihre Hände.
  6. Betreiben Sie intensive Fellpflege bei der Katze selbst.
  7. Schaffen Sie katzenfreie Räume, die nur Ihnen gehören.
  8. Lassen Sie Ihre Katze nicht ins Bett.
  9. Lüften Sie ihre Wohnräume viel.
  10. Benutzen Sie einen antiallergenen Luftreiniger.

Wer diese Punkte beachtet, kann normalerweise Allergieschübe deutlich reduzieren. Helfen die Maßnahmen nicht, sollte die Abschaffung der Katze in Erwägung gezogen werden, denn auf Dauer besteht für den Allergiker die Gefahr, an Asthma zu erkranken. GALA wünscht Ihnen eine gute Besserung.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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