Herpesbläschen: Das können Sie dagegen tun

Herpesbläschen sind fies. Sie jucken, brennen und sehen unschön aus. Was genau Herpes ist, wie die Bläschen entstehen und was Sie dagegen tun können, GALA klärt Sie auf.

Wer Herpesbläschen schon einmal hatte, der weiß, wie unangenehm Herpes sein kann. Betroffene fühlen sich oft unwohl. Sie haben das Gefühl, dass jeder Mensch nur auf ihr Herpesbläschen starrt und sich von ihnen distanziert. Keine leichte Situation! Umso besser, dass das Bläschen auch wieder verschwindet - zumindest für den Anfang.

Was ist Herpes?

Herpes ist eine Erkrankung der Haut und der Schleimhäute. In seltenen Fällen können auch andere Organe wie die Augen oder das zentrale Nervensystem vom Herpesvirus betroffen sein und dadurch Hornhautschäden hervorrufen, die das Sehvermögen beeinträchtigen.

Der Auslöser dafür ist der weltweit verbreitete Herpes-simplex-Virus, kurz HSV. Bricht der Virus aus, macht er sich anhand schmerzhafter Bläschen, sogenannten Herpesbläschen, die auf der geröteten Haut oder Schleimhaut entstehen, bemerkbar.

Was viele von uns nicht wissen - an dem Herpesvirus erkranken wir unbemerkt oft schon in Kindertagen. Bis zum Ausbruch können Monate bis Jahre vergehen. Regelmäßig bricht das Herpesvirus bei den Wenigsten aus. Haben wir uns einmal angesteckt, bleiben die Herpes-simplex-Viren ein Leben lang in unseren Nervenzellen.

Wie entstehen Herpesbläschen?

Die fiesen Herpesbläschen können sowohl im Mundbereich als auch im Genitalbereich auftreten. Letzteres kommt in der Regel deutlich weniger vor.

Dabei sind die folgenden Arten des Herpes-simplex-Virus zu unterscheiden:

HSV1:

Der Virus wird vor allem durch Hautkontakt und Speichel übertragen. Die Erstinfektion tritt meist schon in der Kindheit auf, betroffen sind vor allem der Mund- und Rachenraum. Die Herpesbläschen vom HSV1 sind die bekanntesten. Sie entstehen bei Erwachsenen vorwiegend auf der Haut und den Schleimhäuten im Mundbereich. Daher wird der Herpes oft Lippenherpes oder auch Herpes labialis genannt.

HSV2:

Der HSV2 wird über sexuelle Kontakte übertragen. Die Viren verursachen Herpes-Infektionen im Genitalbereich (Herpes genitalis) und anderen Körperregionen. Ab der Pubertät kann der Virus zum Vorschein kommen.

Herpes kommt besonders gern in Zeiten von Abwehrschwächen des Körpers zum Vorschein. Zu den typischen Auslösern zählen die folgenden:

  • Stress, Erschöpfung
  • Schwaches Immunsystem
  • Erkältung oder Grippe
  • Fieber
  • Menstruation, Hormone (besonders in der Schwangerschaft ist Vorsicht geboten)
  • Ekel (löst Stress aus)
  • Kaltes Wetter
  • Sonnenbestrahlung/UV-Licht
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Welche Beschwerden treten auf?

Betroffene, die unter Herpesbläschen leiden, beklagen anfangs ein kribbelndes, dann ein brennendes und zuletzt ein juckendes, nässendes Gefühl an der betroffenen Hautpartie. Hinzukommt generell ein trockenes, angespanntes und empfindliches Hautgefühl an und um das Herpesbläschen, ein unangenehmes Spannungsgefühl und ein starkes Unwohlsein. Hautrötungen sind ebenfalls keine Seltenheit. Bei Bläschen rund um den Nasen- und Mundbereich können Schmerzen unter anderem beim Essen, Trinken und Naseputzen dazukommen.

Wie lange ist das Bläschen ansteckend?

Sowohl wenn Sie das Gefühl verspüren, dass sich ein Herpesbläschen auf Ihrer Haut bildet, als auch während der Zeit, wo der Herpes bereits deutlich sichtbar ist, ist Herpes hochgradig ansteckend. Küssen ist somit verboten! Die Gefahr sich anzustecken ist in den ersten drei Tagen eines Herpesausbruchs besonders hoch. Achten Sie deshalb unbedingt darauf, Ihre eigenen Gläser, Ihr eigenes Besteck, Handtücher und Co. zu verwenden und teilen Sie diese Dinge mit niemandem.

Wann ist das Herpesbläschen verheilt?

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Haben Sie den Herpes nicht behandelt, sollte er nach circa zehn bis zwölf Tagen überstanden sein. Haben Sie das Herpesbläschen hingegen behandelt, kann es auch schon eher abklingen. Bis das Herpesbläschen jedoch vollständig verheilt ist, sind einige Phasen zu durchstehen:

  • Prodromal- und Erythemphase: Die Haut fängt an zu kribbeln und zu spannen. Jetzt sollten Sie schon mit einer Behandlung beginnen. Die Phase dauert in der Regel ein paar Stunden bis zu einem Tag.
  • Bläschenphase: Die betroffene Hautpartie rötet sich. Aus dem Kribbeln bilden sich so langsam ein oder mehrere Herpesbläschen.
  • Vesikelphase: Die Herpesbläschen füllen sich langsam mit Flüssigkeit. Vermeiden Sie es unbedingt, diese aufzumachen, um die Herpesviren nicht zu streuen.
  • Ulzerationsphase: Nach einigen Stunden oder Tagen fangen die Bläschen an zu platzen. 
  • Verkrustungsphase: Über der offenen Haut entsteht eine Kruste. Diese sollte nach einigen Tagen von selbst austrocknen und abfallen. Nicht aufkratzen!

Wann sollten Sie zum Arzt gehen?

Grundsätzlich brauchen Sie beim Herpesbläschen an und um den Mundbereich nicht direkt zum Arzt gehen, denn die typisch sichtbaren Bläschen sind eindeutig zu diagnostizieren. Treten die Herpesbläschen hingegen um die Augen, Nase, Ohren, Hals sowie im Genitalbereich auf, ist die Untersuchung eines HNO-, Augenarztes, Gynäkologen oder Neurologen empfehlenswert. Bei besonders schweren Krankheitsverläufen kann der Arzt zum Beispiel einen Abstrich aus dem Bläscheninhalt entnehmen.

Was können Sie gegen die fiesen Bläschen tun?

Tipps und Tricks gegen Herpesbläschen gibt es viele. Am häufigsten werden Cremes zur äußeren Anwendung aufgetragen, um die unangenehmen Beschwerden zu lindern und das Austrocknen der Herpesbläschen zu fördern. Alternativ können Sie auch Schmerzmittel wie Diclofenac einnehmen. Achten Sie darauf, dass Sie eine Creme mit antiseptischer (desinfizierender) und austrocknender Wirkung oder eine Zinksalbe verwenden.

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Leiden Sie des Öfteren unter Herpesbläschen? Sind die Augen, das Gehirn oder Ihr Genitalbereich betroffen? Hat Ihr Kind zum ersten Mal Herpes? Dann sollten Sie unbedingt zu Aciclovir als Creme oder in Tablettenform greifen, denn die besitzen einen Wirkstoff gegen das Virus.

Herpespflaster bilden eine weitere Möglichkeit, um den Herpesvirus zu bekämpfen. Die Pflaster umschließen meist das komplette Bläschen, sodass eine Verteilung der Viren verhindert wird. Handelt es sich bei den Herpesbläschen jedoch um größere oder mehrere Blasen, erweist sich das Abdecken mit nur einem Pflaster als schwierig.
Tipp: Auch wenn das Bläschen schon geöffnet ist, kann das Pflaster getragen werden und so zur Wundheilung beitragen.

Sind Sie besonders stark an Herpes erkrankt, kann der Arzt Ihnen einen virushemmenden Wirkstoff als Infusion über die Vene verabreichen.

Hier noch einige Hausmittel, die Ihnen zusätzlich bei der Heilung von Herpes helfen können:

  • TeebaumölGeben Sie vorsichtig etwas Teebaumöl auf ein Wattepad und tupfen Sie es auf die betroffene Stelle. Das lindert den Juckreiz.
  • Gewürznelken: Ein echter Geheimtipp ist das Sekret der zerdrückten Nelke, denn das ist reich an antioxidativen und antiviralen Stoffen und lindert die Wunde.
  • L-Lysin-Kapseln: Mein persönlicher Favorit sind L-Lysin-Kapseln. Sobald ich bemerke, dass sich meine Lippe verdächtig nach Herpes anfühlt, nehme ich sie regelmäßig mit etwas Wasser ein. Oftmals bricht dadurch der Herpesvirus erst gar nicht aus, sondern wird direkt gestoppt.
  • Herpotherm: Von mir noch nie verwendet, aber meine Freundin schwört drauf. Der Wärme-Stift gegen Herpes kann schon während des Kribbelns, aber auch direkt auf das Herpesbläschen regelmäßig aufgetragen werden. Das lindert das Jucken und fördert die Heilung.
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  • Honig: Honig ist bekannt für seine wundheilende und antimikrobielle Wirkung. Tragen Sie dafür etwas Honig mit einem Wattestäbchen auf das Herpesbläschen auf.

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Wie können Sie Herpes vorbeugen?

Das Herpesvirus an sich ist nicht heilbar. Sie können aber die Herpesbläschen vorbeugen, bevor sie überhaupt richtig ausbrechen. Reagieren Sie dazu direkt auf das erste leichte Kribbeln, Rötungen oder Schwellungen, die den Anschein von Herpes mit sich bringen. Diese könnten die Folgenden sein:

  • Stress vermeiden und sich mehr Auszeiten gönnen.
  • Eine ausgewogene Ernährung und ausreichend Bewegung, um das Immunsystem zu stärken.
  • Lichtschutz-Lippenbalsam im Sommer verwenden, um sich vor der Sonneneinstrahlung zu schützen.
  • Fetthaltige Lippencremes im Winter auftragen, um die Lippen vor Trockenheit zu bewahren.
  • Berühren Sie den Lippenherpes nicht - und wenn es doch mal vorgekommen ist, waschen Sie sich gründlich die Hände und vermeiden Sie während des Herpes den Kontakt mit Ihren Augen.
  • Teilen Sie sich keine Ess- und Trinkutensilien sowie Handtücher, Zahnbürsten und Co.
  • Küssen ist verboten. Auch beim Körperkontakt mit Ihrem Partner sollten Sie darauf achten, dass Sie ihm mit dem Herpes nicht zu nahe kommen.
  • Ist der Herpes wieder verschwunden, sollten Sie die Zahnbürste, Handtücher und Bettwäsche aus hygienischen Gründen wechseln.
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