So klappt es: Heilfasten für Anfänger

Heilfasten tut gut, reinigt Körper und Geist und ein paar Kilos kann man auch verlieren. Trotzdem schrecken viele vor dem vermeintlich großen Aufwand zurück. Wir haben Tipps, damit der Start leicht gelingt

Heilfasten tut dem Bauch gut.

Heilfasten ist eine gute Methode, Körper und Geist zu reinigen. Der temporäre Verzicht auf Nahrung soll nicht nur dazu dienen, den Organismus von Giftstoffen zu befreien, er hilft auch dabei, sich auf das Wesentliche zu besinnen und zu sich selbst zu finden. So gut das auch klingt: Viele Menschen scheuen sich, das Heilfasten anzugehen. Vorbereitung und Durchführung klingen oft komplizierter und anstrengender als sie sind, stellen aber für Fasten-Neulinge eine große Hürde dar. Die folgenden Tipps sollen Anfängern den Einstieg ins Heilfasten erleichtern.

Heilfasten heißt nicht "Nulldiät"

Zu allererst: Wenn Sie heilfasten bedeutet dies nicht, dass Sie auf jegliche Nahrungsaufnahme verzichten müssen. Dies ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Erlaubt sind 250 bis 500 Kalorien täglich. Je nach Fastenart dürfen diese in Form von Brühe, Gemüsesuppe, Buttermilch, Dinkel oder Obst zugeführt werden. 

Zinkmangel

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Ideale Dauer beim Heilfasten

Traditionell dauert das Heilfasten mehrere Wochen. Für Fasten-Neulinge gilt: Wählen Sie einen kürzeren Zeitraum, der Ihnen realistisch erscheint. Eine Fastenkur von zwei oder drei Wochen ist für den Anfang meist zu viel. Zu empfehlen ist zunächst eine Fastendauer von fünf bis sieben Tage.

Gemeinschaftliches Heilfasten

Oft fällt es leichter, eine so starke Umstellung gemeinsam mit anderen durchzuführen und "durchzustehen". Man kann sich gegenseitig unterstützen, beraten und motivieren. Vielen fällt die Fastenzeit dann leichter. Es gibt spezielle Fasten-Urlaube oder -Retreats, die man buchen kann. Oftmals reicht es aber schon aus, sich mit guten Freunden oder Kollegen für eine Fastenzeit zu verabreden.

Heilfasten: Planung und Vorbereitung

Gerde beim ersten Mal, wenn Sie noch nicht wissen, wie es Ihnen während der Heilfasten-Zeit geht, sollten Sie den Zeitraum für die Kur sorgfältig auswählen. Suchen Sie sich eine Zeit aus, die nicht sowieso schon mit Terminen vollgestopft ist. Sie sollten möglichst stressfrei durch das Heilfasten gehen können, da der Nahrungsverzicht ihrem Körper und Geist durch die Umstellung sowieso schon Energie abverlangt. Wählen Sie lieber ein langes Wochenende oder ein paar Urlaubstage aus, an denen Sie den Versuch entspannt angehen können.

Wenn Sie sich für eine Heilfasten-Methode entschieden haben, sollten Sie sich schon vor Beginn mit allen Utensilien und Lebensmitteln eindecken, die Sie benötigen. Ausreichend Obst und Gemüse für eine eventuelle Saftherstellung, Tees und Wasser. Brühe können Sie schon vor dem Heilfastens in großer Menge frisch zubereiten. Das erspart Ihnen die Arbeit während der Fastenzeit. Zu den benötigten Utensilien gehören aber auch die Dinge, die Sie für eine Darmentleerung brauchen. Diese steht nämlich am Anfang fast jeder Heilfasten-Zeit. Sie ist wichtig und erleichtert die Tage des Fastens, da mit der vollständigen Darmentleerung das Hungergefühl abnimmt. 

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Heilfasten: Das brauchen Sie für die Darmentleerung

Die Darmentleerung findet üblicherweise am ersten Tag des Fastens statt. Hierfür sollten Sie sich einen Einlauf in der Apotheke besorgen. Hier wird man Ihnen auch die richtige Anwendung erklären können. Die Darmentleerung kann durch zusätzliche Abführmittel unterstützt werden. Hierbei gibt es sanfte Mittel wie Flohsamenschalen, Apfelessig, Pflaumensaft oder Johannesbrotkernmehl. Wenn Sie einen empfindlichen Darm haben oder von Natur aus eine schnelle Verdauung, ist es ratsam, zunächst eines dieser Mittel auszuprobieren. Für die stärkeren Mittel wie Glaubersalz, Bittersalz, Rizinusöl oder Faulbaum-Tee lassen Sie sich am besten in der Apotheke beraten. 

Gerade beim ersten Heilfasten muss man sich noch an die richtige Methode herantasten. Die verschiedenen Mittel wirken bei jedem unterschiedlich schnell und gut. Verzweifeln Sie also nicht, wenn das gewählte Mittel nicht gleich funktioniert. 

Anwendung und Wirkung

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Übersicht der gängigsten Heilfasten-Methoden

Heilfasten nach Buchinger

Dies ist wohl die bekannteste Fasten-Methode. Gefastet wird mit Gemüsebrühe und Säften. Dazu kommen rund 2,5 Liter Flüssigkeit pro Tag, die in Form von ungesüßtem Tee und Wasser eingenommen werden. 

Heilfasten nach Hildegard von Bingen

Diese Methode gilt als besonders sanft. Eingenommen werden täglich: eine spezielle Fastensuppe aus Dinkel und Gemüse, Ingwerkekse und bis zu zwei Liter Fencheltee. 

Heilfasten nach Dr. Franz Xaver Mayr

Hier steht die Darmsanierung im Fokus. Die Kur erfolgt in drei Stufen. Am Anfang steht eine Teefasten-Phase, in der keine feste Nahrung eingenommen werden darf. Darauf folgt die Semmel-Milch-Phase, in der altbackene Brötchen und Milch verzehrt werden. Bittersalz unterstützt den Verdauungsprozess. Schließlich folgt eine spezielle Ableitungsdiät mit Gemüse, Obst und Weißmehl- bzw Dinkelmehlbrötchen.

Saftfasten

Beim Saftfasten werden täglich ein Liter ungezuckerter Obt- und Gemüsesaft und bis zu drei Liter Tee oder Wasser verzehrt. 

Schrothkur

Hier geht es etwas abwechslungsreicher zu. Trockentage wechseln sich mit Trinktagen ab. Spezielle Schrothpackungen und feuchte Wickel unterstützen den Entgiftungsprozess des Körpers. Diese Art des Fastens sollte allerdings möglichst unter fachmännischer Begleitung erfolgen. 

Kurz erklärt

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Frühstücks-Bowl

Heilfasten: Wann ist davon abzuraten?

Wenn Sie noch keinerlei Erfahrung mit Heilfasten haben, ist es ratsam, sich Tipps von einem Experten zu holen. Fragen Sie im Zweifelsfall Ihren Hausarzt. Folgende Personen sollten jedoch ganz auf das Fasten verzichten:

  • Schwangere und stillende Mütter
  • Kinder unter 14 Jahre
  • Menschen mit Herz-Kreislauf-Erkrankungen
  • Typ-1-Diabetiker
  • Menschen mit Essstörungen
  • Krebskranke

Nach dem Heilfasten

Wenn Sie die Heilfasten-Kur hinter sich haben, werden Sie mit Sicherheit erst einmal einen anderen Blick auf Essen haben als zuvor. Ziel ist es, nicht gleich wieder in alte, schlechte Verhaltensmuster zu fallen, sondern achtsamer zu essen. Dann wird sich der positive Effekt des Heilfastens auch noch lange bei Ihnen bemerkbar machen und vielleicht kommen auch nicht gleich wieder alle Pfunde zurück, die Sie verloren haben.

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