Anwendung und Wirkung: Heilerde: Was kann das Wundermittel wirklich?

Heilerde soll ein wahres Wundermittel sein: So soll es bei vielen gesundheitlichen Problemen helfen und noch dazu ein wahrer Schönheitsmacher sein. Doch was ist Heilerde genau und was kann das Pulver wirklich?

Was ist Heilerde genau?

Heilerde ist ein Pulver, das aus Lößablagerungen (Sediment) gewonnen wird. Die genaue Zusammensetzung der Heilerde ist abhängig vom Abbaugebiet. Meist ist das Pulver sehr mineralhaltig und enthält oftmals auch Spurenelemente wie Kieselsäure, Eisen, Kalium oder Fluor. Die genaue Zusammensetzung der Erde beeinflusst auch ihre spezielle Wirkungsweise. Jede Heilerde wirkt also anders.

Heilerde als Arzneimittel

Heilerde darf nicht nur äußerlich, sondern auch innerlich angewendet werden. Sie ist als Arzneimittel zugelassen. Für medizinische Zwecke wird die Heilerde gereinigt und bei einer Temperatur von ungefähr 130 Grad getrocknet. So werden Keime abgetötet. Anschließend wird die Erde fein gemahlen. 

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So wirkt Heilerde

Heilerde besteht aus unzähligen einzelnen Körnern, die jeweils nur ein Tausendstel Millimeter groß sind. Zusammen ergeben diese Körner jedoch große Oberflächen. Durch diese besondere Beschaffenheit, wirkt die Heilerde wie ein Schwamm - sie kann Flüssigkeit und vor allem auch Giftstoffe effektiv aufsaugen. Gleichzeitig hat sie die Fähigkeit, ihre wertvollen Substanzen (Mineralien beispielsweise) an Oberflächen anzulagern. Je feiner die Mikrobestandteile der Erde sind, desto besser ist ihr Bindungsvermögen. 

Anwendung von Heilerde

Äußerliche Anwendung von Heilerde

Äußerlich angewendet kann Heilerde aufgrund ihrer absorbierenden und antibakteriellen Wirkung gegen Pickel, fettige Haut und eine Vielzahl von anderen Hautbeschwerden helfen. Dann wird sie in Form von Heilerde-Masken, -Auflagen oder - Wickeln auf die Haut aufgetragen. Auch Bäder mit Heilerde werden angeboten.

Warme Umschläge mit Heilerde sollen die Durchblutung anregen und damit die Ausscheidung von Stoffwechselprodukten fördern. Vor allem bei Gelenkschmerzen und Muskelverspannungen kann ein warmer Heilerde-Wickel wohltuend sein. 

Kalte Umschläge wiederum wirken gut bei Prellungen, rheumatischen Beschwerden oder Arthrose. Die sich langsam entfaltende Kühlung der Heilerde-Wickel bewirken nämlich, dass sich die Gefäße langsam zusammenziehen.

Es gibt eine Vielzahl von fertigen Heilerde-Produkten. Doch diese lassen sich auch zuhause im Handumdrehen aus Heilerde-Pulver, das es in Reformhäusern, Drogerien und Apotheken gibt, selber herstellen. 

Rezept für eine Heilerde-Maske

In einer kleinen Schale Heilerde, Wasser und Apfelessig verrühren bis eine gleichmäßige Paste entsteht. Diese auf die gereinigte Haut auftragen und 10 bis 15 Minuten einwirken lassen. Danach gründlich mit lauwarmem Wasser abspülen. 

Der Apfelessig kann auch weggelassen werden. In diesem Fall muss mehr Wasser verwendet werden, damit eine Paste entsteht. Allerdings unterstützt Apfelessig wunderbar die reinigende Wirkung der Heilerde.

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Innere Anwendung von Heilerde

Heilerde kann auch in Form von Kapseln oder mit Wasser angerührtem Pulver eingenommen werden. Dann kann es - je nach Zusammensetzung (hierfür ist die Packungsbeilage des Produkts hilfreich) - beispielsweise gegen Sodbrennen, Magenschmerzen, Verdauungsbeschwerden und Durchfall wirken. 

Diesen Effekt erzielt die Heilerde teilweise dadurch, dass sie sich neutralisierend auf den Säure-Basen-Haushalt des Körpers auswirkt. 

Es gibt auch die Vermutung, dass die Einnahme von Heilerde sich günstig auf hohe Cholesterinwerte auswirkt, da sie das Cholesterin im Körper binden kann. Ob dies wirklich der Fall ist, wird jedoch viel diskutiert und ist umstritten.

Mögliche Nebenwirkungen von Heilerde

Auch bei Heilerde kann es - wie bei allen Arzneimitteln - zu unerwünschten Nebenwirkungen kommen. Diese sind schwer zu definieren, da Heilerde ganz unterschiedlich zusammengesetzt ist. Allgemein kann man jedoch sagen: Bei einer äußeren Anwendung kann es zu allergischen Reaktionen der Haut kommen. Bei empfindlicher Haut ist es daher ratsam, das Produkt zunächst auf der Innenseite des Unterarms auszuprobieren. Innerlich angewendet kann es ebenfalls zu Unverträglichkeitsreaktionen wie Durchfall oder Übelkeit kommen.

Bei allen Arzneimitteln gilt: Lassen Sie sich vor der Einnahme von einem Arzt oder Apotheker beraten.

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