Ursache, Symptome, Behandlung: 7 Hausstauballergie-Tipps: So sagen Sie Milben den Kampf an

Eigentlich müsste die Hausstauballergie korrekterweise Hausstaubmilbenallergie heißen, denn Betroffene reagieren allergisch auf die Ausscheidungen der Milbe. Sie kann Juckreiz, Schnupfen und allergisches Asthma auslösen

Die Hausstauballergie zählt neben der Pollenallergie zu den häufigsten Allergien in Deutschland. GALA klärt Sie über die wichtigsten Fakten auf

Dem "Deutschen Allergie- und Asthmabund e. V." zufolge reagieren rund zehn Prozent der Gesamtbevölkerung Deutschlands allergisch auf die Ausscheidungen der sogenannten Hausstaubmilbe. So ist es gar nicht der Hausstaub selbst, der allergische Reaktionen auslöst, sondern der Kot der Milbe. Während Menschen mit Pollenallergie im Freien leiden müssen, fühlen sich Hausstauballergiker in geschlossenen Räumen unwohl.

Hausstauballergie: Symptome

Die Beschwerden von Hausstaub-Allergikern sind dann am größten, wenn sich die maximale Menge an Milbenkot angesammelt hat. Die Symptome sind ähnlich denen einer Erkältung:

Im Notfall

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©Gala
  • gerötete, juckende und/oder tränende Augen
  • verstopfte Nase und Fließschnupfen
  • evtl. Niesreiz
  • allergische Hautreaktionen, wie Juckreiz, Ausschlag, Nesselsucht
  • manchmal Husten mit Verschleimung, oder
  • Weiterentwicklung zu allergischem Asthma mit akuter Atemnot

Behandlung einer Hausstaubmilbenallergie

Eine der wirksamsten Behandlungmethoden ist, die Milbenbelastung im eigenen Zuhause zu verringern. Wie man richtig putzt, lesen Sie im Verlauf dieses Artikels. Zur Vorbeugung der Symptome gibt es spezielle Matratzenüberzüge (vgl. Tipps, weiter unten) und Medikamente gegen die Allergiesymptome. Augentropfen bringen mit Sicherheit eine erste Linderung. Gegen die akuten Beschwerden helfen Kortison und Antihistaminika. Eine weitere Behandlungsmethode ist die Hyposensibilisierung. Der erste Schritt in Richtung Ursachenbekämpfung ist jedoch ein Allergietest. Sprechen Sie am besten mit einem Arzt, noch besser mit einem Facharzt über Ihre individuelle Situation, um bessere Behandlungserfolge zu erzielen.

Allergietest-Verfahren

Allergietest - bin ich allergisch?

Der Pricktest ist der gängigste Allergietest zur Prüfung eines Allergieverdachts

Hausstauballergie dank Milbenkot

Was wir schon wissen: Die als Hausstaub bezeichnete Allergie ist streng genommen also eine Hausstaubmilbenallergie. Denn auch die mikroskopisch kleine Milbe muss mal – und so scheidet sie in regelmäßigen Abständen kleine Kotbällchen aus. Sobald diese ausgetrocknet sind, zerfallen sie in eine Vielzahl sehr kleiner Partikel, die dem Hausstaub ähneln und sich folglich mit ihm vermischen und verteilen. Der Hausstaub samt Milbenkot findet sich besonders in den Textilien unser Wohnräume wieder.

Ursache & Auslöser: die Hausstaubmilbe

Morgens nach dem Aufstehen erstmal stoßlüften und danach das Bett ausschütteln? Sie ahnen es bestimmt schon: das Bewegen von Textilien sowie Zugluft wirbeln den allergenhaltigen Staub auf, der so mit der Atemluft inhaliert wird. Denn die kleinen Kotteilchen werden ohne großes Zutun zwangsläufig weiter- und munter durchs Haus getragen. Doch keine Sorge, alles halb so wild: Unabhängig von der Reinlichkeit einer Person, sind die Hausstaubmilben ein fester Bestandteil unserer direkten Umwelt. Sie gehören zu den natürlichen Mitbewohnern der häuslichen Umgebung des Menschen. Und Krankheiten überträgt die Milbe nicht. 

Die Hausstaubmilbe

Hausstaubmilbe: Wo sitzt sie? Wann fühlt sie sich wohl?

Die gemeine Hausstaubmilbe hat ihre Lieblingslätze: Besonders wohl fühlen sich die Milben in feuchten, dunklen und warmen Flecken in der Wohnung, wie etwa dem Schlafzimmer. Hier findet sich besonders viel ihrer Nahrung. Denn bevor sie "müssen", schlagen sich die kleinen Spinnentierchen am liebsten den Wanst voll mit menschlichen Hautschuppen. Am stärksten vermehren sich die Hausstaubmilben in den Monaten von Mai bis Oktober. Zu Beginn der Heizperiode allerdings stirbt der größte Teil von ihnen ab, weil die relative Luftfeuchtigkeit in den Wohnräumen dann in der Regel zurückgeht.

Milben befinden sich häufig in

  • Matratzen,
  • Kissen,
  • Bettdecken,
  • Teppichen,
  • Polstermöbeln, oder sogar in
  • Plüschtieren. 

Versetzen Sie sich mal in die Lage einer Milbe. Die ungebetenen Gäste tummeln sich überall dort, wo sich Menschen oft und gerne aufhalten. Etwa in den Ritzen der Wohnzimmercouch oder im Lieblingssessel eben. Wer jetzt panisch aufschreckt, darf nicht vergessen, dass auch Luftzüge und Putzen den Staub aufwirbeln. Wie putzt man also als Betroffene/r richtig?

Wie (oft) muss ich bei Hausstauballergie putzen?

Die genaue Milbenbelastung innerhalb Ihrer vier Wände lässt sich testen. In der Apotheke sind Milbentests erhältlich. Dann wissen Sie immer genau, wo der Staub sich befindet und welche Textilien die Milben besonders mögen. Eines sei noch vorweg gesagt: Verwenden Sie beim Putzen keine aggressiven oder scharfen Reiniger. Sie sorgen für unnötige Hautirritationen, die Allergiegeplagte nicht brauchen können. Nutzen Sie lieber gesunde Hausmittel wie Essig oder Zitrone.

Wie putzen?

Oberste Regel beim Putzen von Sofa und Co. lautet: Unbedingt einen Mundschutz oder eine Atemmaske tragen. So können Sie dem Einatmen des Hausstaubs sowie einer Verstärkung der allergischen Reaktion vorbeugen. Staubwedel sind zwar praktisch, haben jedoch auch eher einen verteilenden Effekt. Der wichtigste Putztrick ist also, stattdessen lieber immer feucht zu wischen. Wer noch gründlicher vorgehen will, kann auf den feuchten Lappen ein paar Tropfen Spülmittel geben, da das Spülmittel antistatisch wirkt und sich der Staub nicht mehr so leicht auf Oberflächen absetzt. So können sie auch ihre Lieblingsmöbel behandeln, solange der Lappen nicht zu nass ist. Am besten ist für Sie als Allergiker allerdings, wenn das Putzen eine Aushilfe übernehmen könnte. Erst nach zwei Stunden - wenn der Staub sich wieder "gesetzt" hat - ist es ratsam die geputzten Räume zu betreten.

Wie oft putzen?

Wie oft Sie oder ihre Haushaltshilfe ran müssen, hängt tatsächlich vom Untergrund Ihrer Innenräume ab. Entgegen der Annahme, glatte Böden seien besonders allergikerfreundlich, ist das Gegenteil der Fall. "Der Deutschen Allergie- und Asthmabund" und die "Gesellschaft für Umwelt und Innenraumanalytik" stellten in einer Studie fest, dass die Feinstaubbelastung im Raum bei Bodenbelägen wie Holz oder Laminat sogar höher ist. Warum? Der Hausstaub ist insgesamt auf glatten Böden mehr in Bewegung – er lässt sich einfacher aufwirbeln und verteilen. Teppichböden oder Teppiche hingegen binden den feinen Staub mitsamt Ausscheidungen bis zum nächsten Saugen. Deshalb kann es reichen, den Teppich einmal in der Woche zu saugen, während Sie bei Laminat und Paket alle zwei bis drei Tage ranmüssen.

7 Hausstauballergie-Tipps: So sagen Sie Milben den Kampf an!

  1. Frische und trockene Luft sind Gift für Milben. Lüften Sie täglich mehrere Male gründlich, etwa zehn Minuten lang, ihre Wohnung durch und versuchen Sie, die Raumtemperatur und Luftfeuchtigkeit möglichst niedrig zu halten. Ideal sind für das Schlafzimmer etwa 18 Grad.
  2. Wechseln Sie mindestens alle zwei Wochen die Bettwäsche und waschen Sie diese bei mindestens 60 Grad. Tipp: Es gibt extra milbenundurchlässige Überzüge für Matratzen und Bettwäsche, sogenannte "Encasings", die den Tierchen den Weg zur Nahrungsquelle versperren.
  3. Saugen Sie die Matratze ab, wenn die Bettwäsche gewechselt wird. Auch unter den Staubsaugern gibt es welche für Allergiker. Achten Sie auf einen besonders dichten HEPA-Filter, der den Milbenkot im Gerät festhält.
  4. Kleiden Sie sich an ausgewählten Orten ein und aus, die nicht ihr Schlafzimmer sind. Dort verteilen Sie sonst zu viele Hautschuppen auf dem Boden, über die sich die Milben nur allzu gerne hermachen.
  5. Gleiches gilt für Ihre Haustiere, die gerne ihre Haare lassen. Richten Sie Ihrem Vierbeiner gerne einen ausgewählten Platz an einem netten Ort ein.
  6. Staubfänger wie Deko, Pflanzen oder Plüschtüre sollten Sie aus dem Schlafzimmer verbannen.
  7. Um Plüschtiere von Milben zu befreien, stecken Sie die Kuschelobjekte einfach für 24 Stunden ins Tiefkühlfach zum Einfrieren. Bei den niedrigen Temperaturen können die Tierchen nicht überleben. 

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

Verwendete QuellenDeutscher Allergie- und Asthmabund e.V., Gesellschaft für Umwelt und Innenraumanalytik

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