Tschüss, Kopfschmerz!: Diese Hausmittel helfen wirklich

Hausmittel gegen Kopfschmerzen: Was hilft wirklich? Gala-Redakteurin Rachel hat einiges ausprobiert und dazu eine Expertin befragt

Kopfschmerzen - pochende, schneidende, hämmernde, schrecklich zermürbende - ich kenne sie alle. Dass auch Hausmittel gegen Kopfschmerzen helfen können, habe ich schon früh auf meinem Leidensweg gemerkt. Egal ob der fiese Schmerz plötzlich kommt oder sich heimtückisch langsam anschleicht; je mehr Erfahrungen ich mit meinen Kopfschmerzen gemacht hatte, desto eher gelang es mir, sie "zu lesen" und mit den passenden Hausmitteln lahm zu legen oder zumindest abzumildern.

Zum Glück weiß ich, dass ich nicht allein mit meinem Problem bin: Laut "Stiftung Kopfschmerz" leiden weit mehr als 50 Prozent der Deutschen regelmäßig unter Kopfschmerzen. Meist handelt es sich hierbei um Spannungskopfschmerzen, die man gut selbst behandeln kann. Schmerzmittel müssen auch laut Experten nicht immer sein. 

Schlafentzug

So schlimm wirkt sich das auf den Körper aus

Schlafentzug: So schlimm wirkt sich das auf den Körper aus
Was passiert eigentlich, wenn man durchschnittlich nur vier Stunden pro Nacht schläft?
©Gala

Das sind die besten Hausmittel gegen Kopfschmerzen:

1. Ätherische Öle

PD Dr. Janne Gierthmühlen

Schon als Teenager habe ich mir mit Pfefferminzöl geholfen, wenn es im Kopf heftig pochte. Das war ein Tipp von meiner Oma, die immer ein Fläschchen China-Öl in ihrer Tasche hatte. Heute habe ich auch stets eine Mini-Flasche japanisches Heilpflanzenöl bei mir. Diese Öle gehören wohl zu den beliebtesten Hausmitteln gegen Kopfschmerzen, auf deren Wirkung es auch wissenschaftliche Hinweise gibt. Warum das Hausmittel gerade bei Spannungskopfschmerzen wirkt, erklärt mir PD DR. med. Janne Gierthmühlen. Sie ist Oberärztin der Sektion für Neurologische Schmerzforschung und Therapie an der Universitätsklinik Kiel. "Es wird vermutet, dass das Pfefferminzöl unter anderem zu einer verbesserten Durchblutung und damit auch Sauerstoffversorgung des Gewebes, Entspannung der Muskulatur und positiven Beeinflussung der Schmerzrezeptoren führt. Letzteres durch das in der Pfefferminze enthaltene Menthol", so Gierthmühlen. Meine Oma wusste also gut Bescheid.

2. Kaffee

Obwohl ich ab und zu ganz gern einen Kaffee trinke, bekomme ich ihn bei starken Kopfschmerzen einfach nicht runter. Dabei ist er ein sehr gutes Hausmittel gegen Kopfschmerzen. "Koffein verengt die Hirngefäße und wirkt damit ähnlich wie die in der Migränetherapie eingesetzten Triptane. Hintergrund: Bei Migräneattacken spielt eine Erweiterung der Hirngefäße eine Rolle", weiß Dr. Gierthmühlen. 

Allerdings sollte man als Kaffeetrinker aufpassen: Wenn man den täglichen Kaffee einfach weglässt, kann auch dieser Koffeinentzug zu Kopfschmerzen führen.

Viele Kopfschmerzgeplagte schwören zusätzlich auf frische Zitrone in ihrem Kaffee. Eine denkbare Wirkung wäre, dass die in der Zitrone enthaltenen antientzündlichen Stoffe in die Entzündungsreaktion eingreifen, die bei einigen Kopfschmerzarten eine Rolle spielt.

Kaffee-Entzug

Warum macht das Kopfschmerzen?

Koffeinentzug kann Kopfschmerzen verursachen.

3. Schwarzer Tee

Ich greife bei Kopfschmerzen meist eher zu einer Tasse Schwarztee. Ein weiterer Tipp meiner Großmutter, die täglich ihren Earl Grey trank. Das im Tee enthaltene Teein wirkt ähnlich wie Kaffee (siehe oben). Aber stark muss er sein. Ob man dabei auf Earl Grey, Darjeeling oder einen anderen schwarzen Tee zurückgreift, ist reine Geschmacksache. 

4. Ingwer

Ingwer ist nicht jedermanns Sache. Aber wenn Sie ihn mögen, sollten Sie das nächste Mal, wenn Sie von Kopfschmerzen geplagt werden, ausprobieren, ob er Ihnen hilft. Ich jedenfalls kaue langsam ein kleines Stückchen Ingwer, wenn ich starke Kopfschmerzen habe. Es hilft nicht immer, ganz besonders dann nicht, wenn der Kopfschmerz schon lange besteht, aber er hat mir schon einige Male sehr gut geholfen. Allerdings gibt es hier keinerlei wissenschaftliche Hinweise, dass Ingwer wirklich ein wirksames Hausmittel gegen Kopfschmerzen ist. In einer kürzlich erst durchgeführten Studie wurde Ingwer mit einem Placebo verglichen. Hierbei hatte Ingwer laut Dr. Gierthmühlen keinen besseren Effekt als der Placebo. Vielleicht gilt auch hier: Probieren geht über Studieren. 

Allerdings wird Ingwer auch im Ayurveda seit jeher als Heilmittel eigesetzt. Mehr über Ernährung im Ayurveda finden Sie hier.

5. Wärme

Wärme ist ein tolles Hausmittel gegen Kopfschmerzen, vor allem dann wenn diese durch Muskelverspannungen zum Beispiel im Nacken ausgelöst wurden. In diesem Fall kann ein auf den Nacken oder die Schultern aufgelegtes erwärmtes Körnerkissen oder eine Wärmflasche helfen. Auch ein warmer Nackenguss unter der Dusche ist dann oftmals sehr wohltuend. Mit einem heißen Bad hingegen sollte man lieber vorsichtig sein. Hierbei kann der Blutdruck soweit abfallen, dass sich die bestehenden Kopfschmerzen noch verstärken. 

6. Kälte

Mittlerweile merke ich recht schnell, ob mein Körper eher nach Wärme oder Kälte verlangt. Manchmal ist ein auf die Stirn gelegter kalter Waschlappen oder ein gekühltes Gelkissen genau das Richtige, um den Schmerz abklingen zu lassen. Die Kälte aktiviert laut Dr. Gierthmühlen nämlich denselben Rezeptor wie Menthol und führt ebenfalls zu einer Verengung der Gefäße.

Wenn die Kopfschmerzen durch niedrigen Blutdruck ausgelöst wurden und sich zu ihnen noch Müdigkeit und Abgeschlagenheit gesellt, kühle ich meine Arme mit kaltem Wasser ab. Entweder ich halte sie dafür unter den kalten Duschstrahl oder ich lege sie für eine Minute in ein kaltes Wasserbad. Das regt den Kreislauf an und manchmal verschwindet dann auch der Kopfschmerz. 

7. Magnesium

Auch Magnesium gilt als gutes Hausmittel gegen Kopfschmerzen, allerdings eher vorbeugend. In wissenschaftlichen Studien zeigte sich laut Dr. Gierthmühlen, dass Magnesium allein oder kombiniert mit Vitamin B2 plus Coenzym Q10 die Intensität von Kopfschmerzen und Migräneattacken herabsetzen kann, jedoch nicht deren Häufigkeit.

Vorsicht: Wenn Sie immer wieder unter sehr starken Kopfschmerzen leiden und diese Sie in Ihrem Alltag massiv behindern, sollten Sie darüber mit einem Arzt sprechen. Auch neu aufgetretene oder neuartige Kopfschmerzen, insbesondere, wenn sie mit weiteren neurologischen Symptomen oder Fieber auftreten, sollten unbedingt abgeklärt werden. 

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