Erhöhte Temperatur: Hausmittel gegen Fieber

Ab einer Körpertemperatur von 38.3 Grad spricht man von Fieber. Was können Sie dagegen tun – und sollten Sie es überhaupt?

Schon einfache Hausmittel können oft gegen Fieber helfen.

Wenn Ihre Körpertemperatur über 38,3 Grad Celsius steigt und Ihr Körper mit Fieber reagiert, dann ist das ein Zeichen, dass etwas nicht in Ordnung ist: Das Immunsystem setzt neben anderen Abwehrstoffen, die Krankheitserreger direkt attackieren, auch Pyrogene frei, die die Körpertemperatur erhöhen. Indem er sich aufheizt, wehrt der Körper sich gegen Eindringlinge und tötet Viren und andere Krankheitserreger ab.
Aber nicht nur Erkältung, Grippe und Co. können für Fieber sorgen, auch bestimmte Autoimmunerkrankungen, bösartige Tumore und manche Entzündungsvorgänge können für die Hitze im Körper sorgen. Doch was sind die besten Hausmittel, um das Fieber zu senken?

Vor der Fieberbekämpfung: Ursachensuche

Bevor Sie etwas gegen Ihr Fieber unternehmen, sollten Sie erst herausfinden, wo es überhaupt herkommt. Fieber bekommt man nie ohne Grund – das Immunsystem bezweckt etwas damit und es ist ein Symptom, das uns auf die Spur einer möglicherweise behandlungsbedürftigen Krankheit bringen kann. Dafür wird in vielen Fällen eine ärztliche Untersuchung nötig sein.
Wenn Ihr Fieber länger als zwei oder drei Tage anhält oder immer wiederkehrt, könnte ein Besuch beim Arzt ratsam sein – das hängt aber auch von Ihrer Gesundheit insgesamt ab. Falls Fieber ein typischer und wiederkehrender Begleiter einer Erkrankung ist, an der Sie leiden, sollten Sie sich von Ihrem Arzt darüber aufklären lassen, ob Sie etwas gegen Fieberschübe tun dürfen. Babys und Kinder bekommen übrigens schneller eine erhöhte Temperatur und Fieber als die Erwachsenen.

Schlafentzug

So schlimm wirkt sich das auf den Körper aus

Schlafentzug: So schlimm wirkt sich das auf den Körper aus
Was passiert eigentlich, wenn man durchschnittlich nur vier Stunden pro Nacht schläft?
©Gala

Selbst wenn Sie genau wissen, dass Sie nur an einer ganz gewöhnlichen Erkältung leiden, sollten Sie sich überlegen, ob Sie Ihr Fieber senken, da es einen wichtigen Zweck erfüllt. Wenn Sie  gerade erst mit Erkältungsviren in Kontakt gekommen sind und sich infiziert haben, ruft das Ihre Abwehrkräfte auf den Plan. Ein starkes Immunsystem entdeckt diese Eindringliche und setzt Abwehrmaßnahmen in Gang. Eine davon ist die Erhöhung der Körpertemperatur, die manche Viren bereits außer Gefecht setzen kann. Darum ist es nicht immer sinnvoll, zu einer Tablette zu greifen oder das Fieber mit Hausmitteln zu senken.

Leiden Sie jedoch beispielsweise an der Grippe, kann das Fieber bisweilen so hoch steigen, dass es bedrohlich wird. Über 41 Grad wird es bedenklich. Abgesehen davon, dass ärztliche Hilfe gefragt sein könnte, sollten Sie als Sofortmaßnahme das Fieber senken, um Fieberkrämpfen vorzubeugen. Ein weiteres Problem bei hohem Fieber ist, dass die Betroffenen nicht mehr genug trinken, was die Temperatur weiter in die Höhe treibt. Außerdem droht dann Austrocknung. Darum ist es gut, wenn Sie einige Hausmittel kennen, die das Fieber wieder herunterbringen. So können Sie sich selbst oder einem Familienmitglied helfen. Und zögern Sie bei hohem Fieber nicht, einen Arzt zu konsultieren.

Fieber senken: Hausmittel helfen genauso gut wie Medikamente

Wenn Sie Ihr Fieber senken möchten, könnten Sie beispielsweise Paracetamol einnehmen; entzündungshemmende Medikamente haben ebenfalls eine fiebersenkende Wirkung. Beachten Sie, dass es für Ihre Genesung nicht reicht, Ihr Fieber zu senken, wenn Ihre Erkrankung auf eine bakterielle Infektion zurückzuführen ist. Dann ist eine ursächliche Behandlung wichtiger – das Fieber wird dann in der Folge sinken.

Falls Sie Ihr Fieber reduzieren möchten, um Ihren Körper zu entlasten oder weil es etwas zu hoch ist, dann wirken Hausmittel jedoch genauso gut wie Medikamente. Letztendlich tun Sie nichts anderes, als Ihren überhitzten Körper zu kühlen. Doch was ist die beste Methode dafür?

Viel trinken hilft das Fieber zu senken

Wer mit Fieber im Bett liegt, sollte viel trinken, denn beim Schwitzen verliert man enorm viel Flüssigkeit. Das gilt sogar schon bei einer lediglich erhöhten Temperatur: Ab 37 Grad braucht Ihr Körper für jedes zusätzliche Grad Körpertemperatur 0,5 bis 1 Liter mehr Flüssigkeit pro Tag – zusätzlich zu den 1,5 bis 2,5 Litern, die Sie ohnehin trinken sollten.

Wenn Sie kaltes Wasser trinken, wirkt das nicht nur unmittelbar kühlend und erfrischend in der Kehle, es kühlt auch Ihren Körper herunter. Früchtetee eignet sich ebenfalls – der Tee kann lauwarm oder kalt getrunken werden und mit ein etwas frischem Ingwer, wenn Sie mögen. Lassen Sie die Finger von koffeinhaltigen Getränken, auch wenn Sie sich nach etwas Aufputschendem sehnen sollten. Ihr Kreislauf hat ohnehin schon genug zu tun.

Ob Sie es glauben oder nicht: Es gibt auch heiße Getränke, die das Fieber senken können, beispielsweise Holunderblüten- und Lindenblütentee, beides empfehlenswerte Teesorten insbesondere bei Grippe und Erkältungskrankheiten. In jedem Fall gilt: Viel trinken, ob Wasser oder Tee, heiß oder kalt!

Klassisches Hausmittel gegen Fieber: Wadenwickel

Wadenwickel sind der absolute Klassiker unter den fiebersenkenden Maßnahmen. Wenn jemand unter einer Grippe leidet und schon tagelang mit Fieber und Gliederschmerzen im flachgelegen hat, wirken sie nicht nur gegen das Fieber, sondern sie sorgen auch für eine willkommene Erfrischung. Wenn die Unterschenkel mit den gut ausgewrungenen, kühlenden Wickeln versehen werden, verringert das die Temperatur des Blutes, das durch Ihre Adern pulsiert. So erreicht der sanfte, aber effektive Kühlungseffekt von den Waden ausgehend den gesamten Körper und senkt das Fieber. Ein herrlich erleichterndes Gefühl, wenn einen die Grippe im Griff hat!

Wichtig ist, dass man bei Schüttelfrost keine Wadenwickel machen sollte. Außerdem sollten Sie etwas Fingerspitzengefühl walten lassen: Kühlen Sie einen Fieberkranken nicht zu schnell mit Gewalt herunter, sondern schrittweise.

Wie macht man Wadenwickel?

Wer richtig krank ist, lässt sich die Wadenwickel am besten von einem hilfsbereiten Mitmenschen machen. Zur Not bekommen Sie es aber auch alleine hin – besser, als ganz darauf zu verzichten, wenn Ihnen das Fieber zusetzt.

Machen Sie ausreichend große Tücher – zum Beispiel Küchenhandtücher – mit kaltem oder lauwarmem Wasser nass und wringen Sie sie aus, damit Sie das Krankenlager nicht fluten. Wickeln Sie die ausgewrungenen nassen Tücher um die ausgestreckten Beine, mit Fokus auf Unterschenkel und Kniekehlen, und wickeln Sie dann trockene Frotteehandtücher um die Beine, damit die Feuchtigkeit am Körper isoliert ist und damit die Matratze und die Decken nicht nass werden.

Wichtig ist, dass der Körper und die Füße dabei warmgehalten werden. Decken Sie den Kranken mit seinen Wadenwickeln ganz normal zu. Lassen Sie die Wickel etwa fünf Minuten wirken, dann nehmen sie sie ab. Sie können die Wickel dann in Ruhe ausspülen, auswringen und erneut anlegen – zwei bis drei Mal können Sie das nach einer Pause von 10-20 Minuten wiederholen. Alternativ können Sie auch Essigstrümpfe probieren, die ebenfalls ein bewährtes Hausmittel sind.

Lauwarmes Bad bringt die Körpertemperatur herunter

Wenn Ihr Patient sich dazu in der Lage fühlt, können Sie sein Fieber auch mit Hilfe eines Wannenbades lindern. Bereiten Sie das fiebersenkende Bad vor, indem Sie erst heißes Wasser einlaufen lassen und es dann mit zusätzlichem kalten Wasser auf 25 Grad Wassertemperatur bringen. Der Kranke kann dann darin baden, solange er sich wohlfühlt. Danach gut abtrocknen und wieder ins Bett legen.

Das tut auch gut, wenn man schon einige Tage im Bett geschmort hat und sich verschwitzt und klebrig fühlt. Während der Kranke badet, können Sie ihn sicher besonders glücklich machen, wenn Sie das Lager frisch beziehen. Wer sich nach einem wohltuenden Bad in saubere, glatte Laken legen kann, fühlt sich der Genesung gleich ein paar Schritte näher!


Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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