Gesundheit: Grippe oder Erkältung: Symptome, Behandlung und Unterschiede

Sie husten schniefen und fühlen sich ganz elend – ist das nur eine Erkältung oder schon eine Grippe?

Ist es eine Erkältung oder doch die Grippe?

„Ich hab die Grippe!“ Jeder von uns kennt wohl Menschen, die das mit schöner Regelmäßigkeit behaupten. Doch eine richtige Grippe ist eine schwere Erkrankung, die zum Glück gar nicht so häufig vorkommt. Oft handelt es sich eben doch nur um eine Erkältung. Aber was sind eigentlich die Unterschiede? Und wie deuten Betroffene die Symptome richtig? Mit diesen Tipps lernen Sie, die Beschwerden richtig zu deuten und Grippe und Erkältung voneinander zu unterscheiden.

Die Erkältung: Grippaler Infekt durch Virus-Infektion

Eine Erkältung kann man sich schnell einfangen – vielleicht hat sie deshalb so viele Namen: grippaler Infekt, viraler Infekt und Rhinopharyngitis zum Beispiel, oder umgangssprachlich auch Schnupfen und Verkühlung. Nur ein Name trifft nicht auf sie zu: Die Erkältung ist keine Grippe!

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Wenn eine Erkältung im Anflug ist, fühlt man sich oft erst fröstelig und schlapp. Weitere Symptome: Sie müssen niesen und die Nase tropft, es kratzt im Hals. Hustenreiz, dicke Nase und dicker Kopf sind eindeutige Anzeichen dafür, dass ein grippaler Infekt Sie erwischt hat und dass Sie erkältet sind.

Eine Erkältung beginnt jedoch meist schleppend. Wer kann, legt sich schnell ins Bett – manchmal kann man den Ausbruch der Erkältung durch Ruhe und Schlaf noch verhindern. Gerade wenn Ihr Körper ein starkes Immunsystem hat, geben Sie ihm so die Chance, aus eigener Kraft mit den Viren  fertigzuwerden. Es sind über 200 unterschiedliche Viren bekannt, die eine Erkältung auslösen können und die jeweils zu leicht unterschiedlichen Symptomen und Verläufen führen.

Wenn die Erkältung jedoch ihren Lauf nimmt, haben Sie mehrere Tage mit laufender oder verstopfter Nase zu tun, husten viel, fühlen sich heiß an, haben aber kein Fieber über 38 Grad. Nicht selten kommen zum Schnupfen Halsweh, Kopfschmerzen und bisweilen leichte Gliederschmerzen hinzu.

Erkältete Menschen fühlen sich angeschlagen und weniger leistungsfähig und ein grippaler Infekt ist alles andere als angenehm. Trotz des subjektiven Krankheitsgefühls sind sie aber noch in der Lage, aktiv zu bleiben und zum Beispiel zur Arbeit zu gehen. Extreme körperliche Anstrengung sollte man jedoch meiden und auf Sport verzichten, bis man wieder vollständig genesen ist. Sich auszuruhen und mehr zu schlafen beschleunigt die Genesung. Mit Hausmitteln oder rezeptfreien Medikamenten aus der Apotheke lassen sich die Symptome einer Erkältung lindern.

Die Grippe: Außer Gefecht gesetzt vom Influenzavirus

So unangenehm ein Schnupfen auch sein mag: Im Vergleich zur Grippe, die nach ihrem Erregervirus auch Influenza genannt wird, ist eine Erkältung lediglich ein laues Lüftchen. Anders als die Erkältung, kommt eine Grippe nicht angeschlichen – sie haut uns buchstäblich um. Erkältung und Grippe kann man durch den schnellen und dramatischen Verlauf unterscheiden, den die Influenza hat. Von jetzt auf gleich machen sich plötzlich Symptome wie Abgeschlagenheit, Gliederschmerzen, Schweißausbrüche und Schüttelfrost, Kopfschmerzen, Halsschmerzen und Hustenreiz bemerkbar und die Temperatur kann bei einer echten Grippe schnell auf über 40 Grad steigen.

Die Inkubationszeit ist bei der Influenza nur kurz, sie liegt zwischen wenigen Stunden und drei Tagen. So kommt es, dass sich manche frisch Infizierte schon einen halben Tag später kaum auf den Beinen halten können. Während man sich bei einer Erkältung schlapp und lustlos fühlt und schleichend krank wird, geht die Grippe mit einem unverkennbaren und schweren Krankheitsgefühl einher, die Symptome werden ganz plötzlich ausgelöst.

Die Frage, ob man beispielsweise trotz Grippe zur Arbeit geht, stellt sich für die allermeisten daher gar nicht – sie wären dazu schlichtweg nicht in der Lage. Sich hinzulegen und zu schlafen ist das größte Bedürfnis von Grippekranken, die manchmal auch besonders licht- und geräuschempfindlich sind.

Wer eine Grippe und hohes Fieber hat, ist richtig krank und gehört ins Bett. Kopf- und Gliederschmerzen, Fieber, Husten und schwerer Atem werden Sie eine Weile plagen. Auch hier helfen viel Ruhe und Schlaf dem Immunsystem bei seiner Arbeit. Um Komplikationen zu vermeiden und andere nicht anzustecken, sollte man auf jeden Fall zu Hause bleiben. Da es sich um eine Viruserkrankung handelt, helfen auch keine Antibiotika weiter – die Symptome der Grippe lassen sich lediglich lindern. Um sie voll auszukurieren, braucht man vor allem eins: Geduld. 

Wie lange dauert eine Grippe oder eine Erkältung?

Die echte Grippe ist eine schwere Erkrankung, die oft drei bis sechs Wochen dauert, manchmal auch länger. Danach schließt sich meist noch eine Rekonvaleszenzphase an, in der Sie sich davon erholen und wieder zu Kräften kommen müssen. Leistungsfähigkeit und Fitnesslevel sind erst einmal noch deutlich beeinträchtigt: Der Körper musste hart arbeiten, um wieder gesund zu werden, und wer länger im Bett gelegen und sich weniger bewegt hat, spürt die Veränderungen von Kreislauf, Blutdruck und Muskulatur. Bis Sie wieder in Ihrer gewohnten Form sind, kann es manchmal zwei bis drei Monate dauern. Das hängt jedoch von Ihrer generellen Gesundheit ab: Mit einer robusten Grundkonstitution, ohne chronische Erkrankungen und in jüngeren Jahren steckt man eine Grippe einfach besser weg.

Wer sich nur erkältet hat, kommt zum Glück schneller über den Infekt hinweg. "Eine Erkältung kommt drei Tage, bleibt drei Tage und geht drei Tage", das sagt der Volksmund und liegt damit ziemlich richtig. Länger als zehn Tage dauert ein grippaler Infekt äußerst selten und bei leichten Verläufen ist man die Erkältung schon nach einer knappen Woche wieder los. Auch hier spielen Alter und Gesundheit sowie das Immunsystem eine große Rolle.

Behandlung und Komplikationen bei Grippe und Erkältung

Sowohl die Grippe als auch die Erkältung können Sie in der Regel ohne ärztliche und medikamentöse Hilfe überstehen und auskurieren. Wie gesagt, Ruhe und Schlaf beschleunigen die Genesung und sind unerlässlich, damit der Körper sich regenerieren kann. Außerdem ist es wichtig, ausreichend zu trinken: Wasser, Kräutertee und Saftschorle eignen sich, um den Flüssigkeitsverlust durch Fieber und Schwitzen auszugleichen und um Krankheitserreger aus dem Körper zu schwemmen.

Greifen Sie auf bewährte Hausmittel zurück, zum Beispiel Wadenwickel gegen Fieber, Hühnersuppe, heißen Zitronensaft mit Ingwer und heißen Holunderbeersaft gegen Husten und Schnupfen. Belasten Sie Ihren Körper nicht mit unnötig schweren Mahlzeiten. Leichte und frische Kost tut Ihnen jetzt gut. Auch rezeptfreie Medikamente aus der Apotheke oder Nahrungsergänzungsmittel aus dem Reformhaus helfen Ihnen, die Symptome zu überwinden.  

Wann brauchen Sie einen Arzt?

Sowohl Grippe als auch Erkältung sind Viruserkrankungen, das heißt, Antibiotika helfen ohnehin nicht weiter. Wer keine Krankschreibung benötigt, braucht zunächst einmal also auch nicht unbedingt einen Arzt.

Wenn Sie jedoch chronische Erkrankungen haben, insbesondere Immunschwäche- oder Atemwegserkrankungen, nehmen die Grippe und möglicherweise auch Erkältungen bei Ihnen eventuell schnell einen schwereren Verlauf. Da kann es sinnvoll sein, frühzeitig medizinischen Rat einzuholen. Auch wenn Sie hohes Fieber über 41 Grad haben, wenn Ihre Symptome wie Gliederschmerzen, Husten oder Schwäche extrem ausgeprägt sind, einfach nicht besser werden oder wenn neue hinzukommen, sollten Sie einen Arzt aufsuchen, um einen Hausbesuch bitten oder sogar eine Notaufnahme kontaktieren. Es kann vorkommen, dass man mit einer schweren Grippe im Krankenhaus landet.

Zu einer Erkältung (und auch zu einer Grippe) kann sich beispielsweise schnell einmal eine Bronchitis gesellen, die sowohl bakteriellen als auch viralen Ursprungs sein kann. Diese lässt sich mit entsprechenden Medikamenten in den Griff bekommen. Ernster sieht es aus, wenn eine Lungenentzündung hinzukommt.

Manche Menschen landen allerdings erst dann beim Arzt, wenn sie eigentlich dachten, dass sie schon wieder gesund sind. Wer sich vorzeitig körperlich überanstrengt, riskiert dadurch beispielsweise eine Herzmuskelentzündung. Darum ist es wichtig, dass Sie sich wirklich komplett auskurieren und es danach auch erst einmal etwas ruhiger angehen lassen. Machen Sie erst einmal Spaziergänge an der frischen Luft, bevor Sie zum Beispiel wieder mit Ihrem Sportprogramm beginnen.

Erkältung und Grippe: Vorbeugung und Impfung

Ein starkes Immunsystem ist der beste Schutz vor Erkältungen. So manchen kleinen Virus, der Ihr Gegenüber womöglich schachmatt setzt, kann ein effizientes Immunsystem erfolgreich abwehren. Eine ausgewogene, nährstoffreiche Ernährung, nicht zu viel Alkohol, ausreichend Bewegung und Sport, gutes Stressmanagement sowie beispielsweise Saunabesuche zum Abhärten, sind geeignete Maßnahmen, um die Abwehrkräfte zu stärken. Viel zu trinken ist auch wichtig, um die Schleimhäute zu befeuchten und die Atemwege zu schützen.

Wenn es Sie aber doch einmal erwischt, sorgen Sie sich nicht: Das heißt nicht automatisch, dass Ihr Immunsystem schwach ist. Manche Viren sind einfach listiger als andere – und bei dem Kontakt hat Ihr Körper einen neuen möglichen Feind kennengelernt und sich für die Zukunft darauf vorbereitet.

Grippeschutzimpfung

Haben Sie sich jedoch mit den Influenzaviren A und B infiziert, dann hilft meist auch das stärkste Immunsystem nichts – Grippeviren machen einfach richtig krank, und zwar so ziemlich jeden. Das liegt unter anderem daran, dass sie so wandlungsfähig sind und dass unser Immunsystem sich nicht schnell genug darauf einstellen kann.

Darum sollte man sich im Herbst oder Winter gegen Grippe impfen lassen, um seinem Körper rechtzeitig die Chance zu geben, sich auf die vermutlich häufigsten Erreger der kommenden Grippesaison einzustellen und Antikörper zu bilden. Wissenschaftler analysieren weltweit Grippeentwicklung und  neue Erregertypen, um rechtzeitig einen geeigneten Impfstoff herzustellen. Darum ist es wichtig, sich jedes Jahr impfen zu lassen - besonders für anfällige und für ältere Menschen.

Einen absoluten Schutz bietet die Grippeschutzimpfung leider nicht. Manchmal sorgen ausgerechnet jene Virenstämme für eine Grippewelle, die die Forscher bei der Entwicklung des Impfstoffes noch nicht auf dem Schirm hatten. In den meisten Jahren können Impfungen jedoch viele Menschen vor einer Grippeerkrankung schützen. Die Grippeschutzimpfung wird insbesondere älteren und chronisch kranken Menschen empfohlen sowie all jenen, die in ihrem Alltag mit vielen Menschen zusammentreffen oder deren Immunsystem durch Medikamente oder Krankheit geschwächt ist.

Wichtig: Immer gut die Hände waschen

Der einfachste Schutz vor der Grippe ist außerdem konsequente Hygiene und Vorbeugung. Gehen Sie einer möglichen Infektion aus dem Weg, insbesondere wenn Sie ohnehin anfälliger oder bereits gesundheitlich angeschlagen sind. Meiden Sie, wenn möglich, große Menschenansammlungen und kommen Sie bereits Erkrankten möglichst nicht zu nahe. Regelmäßiges Stoßlüften verhilft Ihnen zu Hause zu frischer, gesunder Luft.

Last, but not least: Häufiges und gründliches Händewaschen – 30 Sekunden mit warmem Wasser und Seife – ist so einfach, wird aber oft vernachlässigt. Dabei infizieren wir uns nicht selten auf diesem Wege. Besonders wichtig ist das Händewaschen nach dem Nachhausekommen, aber auch regelmäßig zwischendurch sollten Sie daran denken. Dann bleiben Sie hoffentlich sowohl von der Grippe als auch Erkältungen verschont.

Dieser Artikel enthält nur allgemeine Hinweise und darf nicht zur Selbstdiagnose oder -behandlung verwendet werden. Er kann einen Arztbesuch nicht ersetzen, weshalb wir Ihnen dringend ans Herz legen, einen Spezialisten aufzusuchen. Gute Besserung wünscht Ihr GALA.de-Team.

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