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Langzeitstudie Deshalb könnte moderates Trinken besser fürs Gehirn sein als gar kein Alkohol

Ein Glas Roséwein: Deshalb könnten ein paar Drinks besser fürs Gehirn sein als gar kein Alkohol
© Svetlana Khovrina / Shutterstock
Alkohol schadet dem Gehirn – aber ist das wirklich unter allen Umständen so? Eine Studie legt nahe, dass ein paar Drinks die kognitive Leistung sogar verbessern können.

Es gibt viele wissenschaftliche Untersuchungen dazu, wie Alkohol sich auf unsere Gesundheit auswirkt. Der Konsens ist meist, dass zu viel davon schadet – vor allem dem Gehirn. Aber wie viel ist zu viel? Eine neurologische Studie aus den USA hat nämlich herausgefunden, dass moderates Trinken bei erwachsenen Menschen durchaus positive Auswirkungen auf die kognitive Leistung haben kann.

US-Studie mit knapp 20.000 Teilnehmenden zum Effekt von Alkohol auf das Gehirn

Die Forschenden haben die Daten von insgesamt 19.887 erwachsenen US-Amerikaner:innen der "Health and Retirement Study" der University of Michigan ausgewertet. 60 Prozent der Teilnehmenden waren Frauen, 40 Prozent Männer. Das Durchschnittsalter betrug 61 Jahre, und 35 Prozent von ihnen gaben an, Alkohol zu trinken. Von diesen wiederum sahen sich 85 Prozent als leichte bis mäßige Trinker:innen.

Bei der Analyse haben die Forschenden festgestellt, dass diejenigen, die nach eigener Auskunft ein oder zwei Gläser Alkohol am Tag tranken, langfristig eine bessere Gehirnleistung aufweisen konnten. Für die Studie wurden die Teilnehmenden über zwölf Jahre begleitet und mehrfach auf ihre geistigen Fähigkeiten getestet. Dabei haben die Wissenschaftler:innen etwa die Worterinnerung, den geistigen Zustand und das Vokabular der Proband:innen gemessen.

Diejenigen unter ihnen, die mäßig Alkohol konsumierten – also unter acht Drinks pro Woche bei Frauen und unter 15 Drinks in der Woche bei Männern –, hatten einen besseren Wortschatz und ein besseres Erinnerungsvermögen für Wörter als die völligen Abstinenzler:innen.

Gehirnleistung: Wie viel Alkohol ist wirklich gesund?

Aber bedeutet das nun, dass es gesünder ist, wenig Alkohol als gar keinen zu trinken? Nicht unbedingt. Denn andere Studien zu dem Thema machen deutlich, dass moderates Trinken dem Gehirn durchaus schaden kann. 

Auch basiert die Studie auf der Selbstauskunft der Teilnehmenden und gibt darüber hinaus keine Infos zu deren sonstigem Lebensstil. Die kognitive Leistung kann auch mit anderen Faktoren zusammenhängen, etwa der Ernährung, dem Stresslevel oder der Genetik. 

Gegen ein gelegentliches Glas Wein haben vermutlich die meisten Mediziner:innen nichts einzuwenden, aber zu viel Alkohol schadet nachweislich nicht nur dem Gehirn, sondern beispielsweise auch der Leber und dem Herzen. Das richtige Maß ist hier also ausschlaggebend.

Verwendete Quellen: businessinsider.com, jamanetwork.com

mbl Gala

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