Endometriose: Wie die Erkrankung den Kinderwunsch beeinträchtigt

Immer mehr Frauen bekennen sich zu Endometriose. Ex-GNTM-Kandidatin Anna Wilken ist eine von ihnen. In einem emotionalen Instagram-Post gab das Model kürzlich zu, wie sehr die Krankheit ihren Kinderwunsch beeinflusst. GALA hat mit einem Facharzt gesprochen und klärt die wichtigsten Fragen.

Anna Wilken ist an Endometriose erkrankt und teilt auf Instagram ihren schwierigen Weg zum Muttergkück.

Die ehemalige GNTM-Teilnehmerin Anna Wilken, 24, hat Endometriose und spricht auf Instagram öffentlich über die Schwierigkeiten, schwanger zu werden. Damit ist sie nicht alleine. Jährlich erkranken circa 40.000 geschlechtsreife Frauen an der chronischen Krankheit. Doch wie entsteht Endometriose? Wie beeinträchtigt sie die Fruchtbarkeit und was können Betroffene dagegen tun? GALA hat mit Professor Ludwig Kiesel, Direktor der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe am Universitätsklinikum Münster, gesprochen und beantwortet die wichtigsten Fragen zum Thema.

Endometriose: Was ist das?

Endometriose ist eine chronische Erkrankung. Dabei lagert sich Gebärmutterschleimhaut, die normalerweise bei der monatlichen Periode abgetragen wird, außerhalb der Gebärmutter ab. Es können Zysten und Entzündungen (sogenannte Endometrioseherde) entstehen, die sich an Organen wie Eierstöcken oder Darm ansiedeln. Die Endometrioseherde können mit dem monatlichen Zyklus wachsen und bluten. 

Was sind die Symptome von Endometriose?

Ein sehr häufiges Krankheitssymptom sind starke Menstruationsschmerzen.
Weitere Endometriose-Symptome können sein:

  • Magen-Darm-Beschwerden (Völlegefühl, Schmerzen beim Stuhlgang und Wasserlassen)
  • Erschöpfung 

Anna Wilken kämpft fürs Mutterglück

"Es hat mir das Herz zerrissen"

Anna Wilken

Endometriose verläuft oft unterschiedlich

Bis Endometriose diagnostiziert wird, dauert es in vielen Fällen Jahre. Der Grund: Wie Professor Ludwig Kiesel erklärt, gibt es mehrere Schweregrade und verschiedene Formen einer Endometriose. Diese rufen unterschiedliche Symptome hervor. Manche Patientinnen haben kaum Beschwerden, andere wiederum sehr starke, bei denen die Endometrioseherde entfernt werden müssen. Genaue Ursachen für die Entstehung der Erkrankung sind bis heute nicht sicher geklärt. Endometriose ist nicht heilbar. Für Frauen mit Kinderwunsch kann diese Diagnose daher besonders belastend sein.  

Warum erschwert Endometriose eine Schwangerschaft?

Professor Ludwig Kiesel meint:

Bei schweren Endometriose-Formen können verschiedene Organe, die an dem Kinderwunsch beteiligt sind, beeinträchtigt sein.

Anna Wilken präsentiert auf Instagram zwei Bilder ihre "3-Tages-Embryos", die leider nicht länger überlebt haben.

Ein möglicher Hinderungsgrund für das Schwanger werden sei der Befall der Eierstöcke, der äußeren Gebärmutter oder der Eileiter mit Endometriose. "Sie bewirkt Entzündungen, Verwachsungen und Vernarbungen an den Organen", so der Experte. Die Gebärmutter könne auch von innen an der Wand betroffen sein. Dabei sei nicht nur das Schwanger werden, sondern auch das Schwanger bleiben beeinträchtigt und dadurch das Risiko für Frühgeburten erhöht. Dennoch betont Professor Kiesel: "Das ist nur einer der Faktoren, die das Schwanger werden erschweren kann. Etwa 15 Prozent der Paare werden generell nicht leicht oder gar nicht schwanger. Und dieses Risiko wird durch die Endometriose von 15 auf 20 Prozent erhöht."

Kinderwunsch trotz Erkrankung: Welche Therapiemöglichkeiten helfen?

"Mit Abstand am besten hilft die Operation selbst, also die Entfernung der Endometrioseherde", so der Experte. Eine weitere Therapiemethode sei die Einnahme von Medikamenten. Das Problem laut Professor Kiesel ist aber, dass nahezu alle Präparate "verhütend wirken", also bei Kinderwunsch ungeeignet sind. Bisher empfiehlt sich daher immer eine OP. Ludwig Kiesel gibt als ehemaliger Leiter der Stiftung Endometrioseforschung (SEF) jedoch Hoffnung:

Die Krankheit ist mehr in den Fokus geraten und die Fachgesellschaften sind dran, mehr Therapiemöglichkeiten zu erforschen.

Verwendete Quelle: eigenes Interview, www.endometriose-vereinigung.de, Instagram

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