Coronavirus: Hilft Nikotin? Greifen Sie nicht zur Kippe

Diese Meldung schlägt derzeit hohe Wellen: Kann Nikotin wirklich eine Corona-Infizierung erschweren? Soll man jetzt das Rauchen beginnen?

Schützt Nikotin wirklich vor Covid-19?

Eine französische Studie sorgt derzeit für mächtig Aufsehen: Forscher vermuten, dass Nikotin helfen könnte, die Vermehrung der Coronaviren zu bremsen, möglicherweise habe das Nervengift sogar eine schützende Wirkung. Sie stellten fest, dass in einem Pariser Krankenhaus nur rund fünf Prozent der Erkrankten Raucher waren, obwohl in Frankreich rund 25 Prozent der Bevölkerung regelmäßig zur Zigarette greift. Nun sollen weitere Tests zeigen, ob vielleicht Nikotinpflaster in der Therapie oder auch präventiv für Krankenhauspersonal eingesetzt werden können, um die Verbreitung zu verlangsamen und die Verläufe der Betroffenen zu mildern.

Als Hypothese steht im Raum, dass Nikotin an den gleichen Zellrezeptoren andockt, die auch vom Coronavirus genutzt werden und diese somit blockiert sind. Dennoch warnen die Wissenschaftler weiterhin eindringlich vor dem Rauchen, auch weil andere Studien - unter anderem aus Kanada - zu dem Schluss kommen, dass Nikotin möglicherweise sogar ein Einfallstor für die Viren sein könnte. In einem sind sich jedoch alle Experten bislang einig: Die schädlichen Begleiterscheinungen des Rauchens übertreffen die möglicherweise schützende Wirkung um Längen.

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Soll man nun mit dem Rauchen beginnen?

"Fangen Sie bloß nicht mit dem Rauchen an", sagt zum Beispiel auch Jean-Francois Delfraissy (71), Präsident des wissenschaftlichen Rates, der die französische Regierung berät, im Gespräch mit "France Info". Dennoch halte er die Theorie für wahrscheinlich. Auch die an der Nikotin-Studie beteiligten Ärzte warnen eindringlich vor dem Griff zur Zigarette. Das Rauchen an sich sei in Frankreich die Todesursache Nummer eins und für sich betrachtet deutlich gefährlicher als das Coronavirus es jemals sein wird.

Bislang galten insbesondere Raucher als mögliche Risikopatienten für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung. Wissenschaftler aus unterschiedlichen Ländern, unter anderem aus China, gaben an, dass dies die Erklärung sein könnte, warum insgesamt mehr Männer versterben als Frauen. Männer rauchen vor allem in asiatischen Ländern deutlich häufiger als Frauen. Insbesondere die Lungenkrankheit COPD, die für zahlreiche schwere Verläufe von Covid-19 verantwortlich gemacht wird, wird nachgewiesenermaßen durch das Rauchen ausgelöst.

Die Fähigkeit der Flimmerhärchen in der Lunge, Partikel in der Atemluft, aber eben auch Viren und andere Krankheitserreger aus dem Organismus zu transportieren, werden durch das Rauchen stark beeinträchtigt. Diese sogenannte Lungen-Müllabfuhr ist nach dem Konsum für rund acht Stunden komplett außer Kraft gesetzt. Deswegen sollte trotz der neuen Nikotin-Theorie für alle Menschen nach wie vor gelten: Finger weg von der Zigarette!

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