Corona-Angst: Werden die Produkte langsam knapp?

Hygieneartikel sind in der Corona-Krise sehr gefragt. Sind deutsche Geschäfte für weitere Hamsterkäufe gerüstet oder droht ein Engpass?

Droht eine temporäre Produktknappheit von Hygieneartikeln?

In der aktuellen Situation rund um das Coronavirus sind von den Gesundheitsbehörden verschiedene Vorsorgemaßnahmen angeraten. Dazu zählen zum Beispiel gründliches Händewaschen und Desinfizieren. Doch was, wenn Seife und Desinfektionsmittel flächendeckend knapp werden, weil die Menschen sich mit Hamsterkäufen eindecken? Die Nachrichtenagentur spot on news hat bei deutschen Einkaufsketten nachgefragt, wie akut die Lage in ihren Filialen ist.

Welche Produkte werden in besonders großen Mengen gekauft?

Bei der Drogeriekette Rossmann nehme man immer noch eine erhöhte Nachfrage nach bestimmten Hygieneartikeln wahr, allerdings längst nicht mehr in dem Umfang wie in der vergangenen Woche, heißt es in dem Statement des Unternehmens.

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©Gala

Die Situation bei dm lässt darauf schließen, dass Hamsterkäufe nach wie vor getätigt werden. Sebastian Bayer, dm-Geschäftsführer für den Bereich Marketing und Beschaffung, äußert sich wie folgt: "In den letzten Tagen ist die Nachfrage nach verschiedensten Artikeln - wie beispielsweise Hygiene-Produkte - aus unserem Sortiment sprunghaft angestiegen."

Bei Aldi Süd besteht "aktuell eine höhere Nachfrage nach länger haltbaren Produkten wie beispielsweise Konserven", wie einem Statement zu entnehmen ist.

Bei Lidl wurden "Ende Februar und Anfang März [...] in einigen Regionen und Filialen erhöhte Abverkäufe verzeichnet. Besonders Artikel aus dem Trockensortiment wie beispielsweise Konserven und Nudeln sowie aus dem Hygienebereich wie beispielsweise Toilettenpapier und Desinfektionsmittel wurden nachgefragt". Allerdings hätten sich mittlerweile "die Abverkäufe weitestgehend normalisiert", teilte das Unternehmen mit.

Gibt es Produkte, die knapp sind?

Für den Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels e. V. kann es "von Region zu Region und von Unternehmen zu Unternehmen" Unterschiede geben. Pressesprecher Christian Böttcher schätzt: "Gegebenenfalls gibt es daher bei Hygieneartikeln und Desinfektionsmitteln Lieferschwierigkeiten." Böttcher erwartet auch in Zukunft keine grundlegende Lieferknappheit: "Engpässe bei der Warenversorgung der Bevölkerung mit Lebensmitteln sehen wir nicht. Die Transport- und Logistikketten funktionieren."

Das deckt sich mit den Beobachtungen einzelner Unternehmen, wie zum Beispiel bei dm. Geschäftsführer Bayer sagt: "Aufgrund des abrupten Anstiegs sind temporär Produkte an manchen Standorten nicht erhältlich. Wir haben bereits Maßnahmen entlang der gesamten Lieferkette ergriffen, um unsere dm-Märkte wieder mit Waren zu versorgen."

Bei Rossmann arbeite man "mit Hochdruck daran, die Warenversorgung in der gewohnten Qualität und Auswahl flächendeckend wiederherzustellen." Bei Aldi Süd hingegen seien nach Ladenschluss "die Produkte am nächsten Tag wieder aufgefüllt". Seitens der REWE-Märkte heißt es: "Die Warenversorgung ist derzeit stabil."

Ist mit weiteren Hamsterkäufen zu rechnen?

Auch wenn bundesweit weiterhin ein größerer Bedarf an länger haltbaren Produkten und Hygieneartikeln herrsche, ist für Böttcher die "erste Welle" erst einmal geschafft. Ob Hamsterkäufe künftig wieder ansteigen und den Handel vor temporäre Probleme stellen werden, kann derzeit aber keiner sicher voraussagen: "Die weitere Entwicklung hängt entscheidend davon ab, wie sich der neuartige Corona-Erreger in Deutschland ausbreitet", so Böttcher.

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