Ein Experte rät: Brustkrebs-Vorsorge: Das sollten Sie tun

Am 1. Oktober ist internationaler Brustkrebstag. Der beste Zeitpunkt also sich mit den wichtigsten Vorsorge-Maßnahmen gegen die Krebserkrankung zu beschäftigen. Was rät der Experte?

Brustkrebs ist ein wichtiges Thema.

Brustkrebs-Vorsorge ist für die meisten Frauen ein Thema, das gleichermaßen wichtig wie auch verwirrend ist. Viele Frauen sind unsicher, welche Vorsorgemaßnahmen die besten sind und wie oft sie sich untersuchen lassen sollten, um optimal vorzusorgen. GALA hat deshalb mit einem Experten auf dem Gebiet der Brustkrebs-Diagnostik gesprochen. Dr. Dietmar F. Seitz ist Facharzt für Diagnostische Radiologie und Mammografieverantwortlicher des Röntgeninstitus Düsseldorf.

Dr. Seitz, viele Frauen denken, dass es reicht, einmal im Jahr zur Vorsorge-Untersuchung zum Frauenarzt zu gehen, um Brustkrebs frühzeitig zu erkennen. Ist das wirklich genug?

Jede Frau sollte ihre Brüste regelmäßig auf Veränderungen untersuchen.

Ein Brustkrebs-Experte erklärt

Brust abtasten: So geht es richtig

Wir empfehlen in jedem Fall, die eigene Brust auch selbst regelmäßig abzutasten und auf eventuelle Veränderungen/Auffälligkeiten zu überprüfen – etwa einmal im Monat.

Für Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr wird das Mammografie-Screening, ein Programm zur Brustkrebsvorsorge mittels Röntgenbildern, angeboten. Hierfür werden die Frauen regelmäßig, alle zwei Jahre, zu der Vorsorge-Untersuchung eingeladen. Jede Frau hat somit die Möglichkeit, sich im Rahmen eines streng qualitätszertifizierten und ergebnisüberwachten Programms auf Brustkrebs vorsorglich untersuchen zu lassen.

Dadurch kann Brustkrebs frühzeitig entdeckt werden ...

Ja, und dies erhöht die Heilungschancen erheblich und die Behandlung ist dann oft auch weniger ausgeprägt bzw. belastend. Zusätzlich sollten Frauen – unabhängig vom Alter – bei einseitig auftretenden Brustschmerzen und/oder bei einer ausgeprägten familiären Vorbelastung mit ihrem Frauenarzt sprechen, ob regelmäßige Mammografien mit weniger zeitlichem Abstand notwendig bzw. sinnvoll sind.

Und wenn ich noch nicht 50 bin und selbst keine Veränderungen an der Brust feststelle?

Bei dichtem Brustdrüsengewebe, wie es bei jüngeren Frauen meist der Fall ist, sind ergänzende Ultraschalluntersuchungen sinnvoll.

Wie oft sollte ich zu den Vorsorgeuntersuchungen gehen?

Wenn es keinen speziellen Grund gibt, öfter zu untersuchen – wie es zum Beispiel bei vielen bekannten Brustkrebsfällen in der Familie der Fall wäre –, ist das Mammografie-Screening zur Brustkrebs-Vorsorge im Abstand von zwei Jahren empfehlenswert. Neben der alljährlichen Vorsorge-Untersuchung beim Gynäkologen. Der Brust-Ultraschall bei jüngeren Frauen sollte einmal im Jahr erfolgen.

Inwieweit haben sich die Möglichkeiten in der Brustkrebsdiagnostik in den vergangenen Jahren verändert?

In den vergangenen Jahren hat sich vor allem die Technik verbessert. Die Tomosynthese (3-D-Mammografie) ermöglicht, insbesondere bei dichtem Brustdrüsengewebe, die überlagerungsfreie Betrachtung der Brust. Dadurch wird die Erkennungsrate von versteckten Befunden in dichtem Gewebe deutlich erhöht. Die 3-D-Mammografie ist jedoch (noch) keine Kassenleistung.

Auch wenn die Mammografie wichtig ist, scheuen sich immer noch viele vor der Untersuchung, weil sie unangenehm sein soll ...

Mit Begeisterung hat unser Team festgestellt, dass ein ansprechendes Ambiente, beispielsweise mit visueller und akustischer Ablenkung, die Vorsorge-Untersuchung für die Patientin wesentlich angenehmer gestaltet und sich dadurch auch die Bildqualität erhöht. Hiermit können wir die Patientin zusätzlich auch auf emotionaler Ebene ansprechen und somit alle ihre Bedürfnisse berücksichtigen. Daher haben wir in unserem Röntgeninstitut Düsseldorf die Mammografie durch eine spezielle audiovisuelle Erlebniswelt ergänzt.

Stars sprechen über Brustkrebs

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Wie sinnvoll sind die sogenannten IGeL-Leistungen in der Brustkrebsvorsorge (Ultraschall der Brust) wirklich?

Ultraschalluntersuchungen (Sonografie) der Brust bieten sich speziell bei dichtem Brustdrüsengewebe an. Denn hierdurch können auffällige kleine Herde, die in dichtem Gewebe häufig nicht oder nur schlecht sichtbar sind, entdeckt werden. Wie groß der Mehrwert des Mammografie ergänzenden Brustultraschalls ist und ob er zur sogenannten „Kassenleistung“ übergeht, wird aktuell diskutiert.

Kann ich noch auf andere Weise vorbeugen – beispielsweise durch Ernährung oder Sport?

Leider ist kein anderes „probates Mittel“ bekannt, um Brustkrebs konkret vorzubeugen. Wie so häufig gilt jedoch auch hier: Regelmäßiger Sport bzw. Bewegung und eine gesunde Ernährung reduzieren das Risiko an Krebs zu erkranken.



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