Ein Brustkrebs-Experte erklärt: Brust abtasten: So geht es richtig

Immer wieder empfehlen Ärzte, Frauen sollten regelmäßig ihre Brüste nach Veränderungen abtasten. Denn die Selbstuntersuchung ist ein wichtiger Pfeiler in der Brustkrebs-Früherkennung. Doch wie funktioniert das Selbstabtasten? Hier erklärt ein Experte.

Jede Frau sollte ihre Brüste regelmäßig auf Veränderungen untersuchen.

Man kann es nicht oft genug sagen: Brust abtasten ist das A und O in der Brustkrebs-Vorsorge. Denn Brustkrebs ist mit etwa 70.000 Neuerkrankungen im Jahr die häufigste onkologische Erkrankung bei Frauen. Statistisch gesehen ist es nicht unwahrscheinlich, dass sich das Brustgewebe im Leben einer Frau verändert. Im Fall einer Krebserkrankung zählt dann vor allem eines: die Früherkennung. Denn je früher Brustkrebs entdeckt wird, desto größer sind die Heilungschancen. Neben Vorsorgeangebote wie z.B. dem Mammografie-Screening ist es wichtig, regelmäßig die eigene Brust abzutasten. Die Empfehlung: einmal im Monat die Brüste selbst auf eventuelle Veränderungen oder Auffälligkeiten zu überprüfen – unabhängig vom Alter. Dr. Dietmar F. Seitz, Facharzt für Diagnostischen Radiologie und Mammografieverantwortlicher des Röntgeninstituts Düsseldorf erklärt, wie es geht:

Brust abtasten: Vom Brustbein bis zur Achselhöhle

Am besten legen Sie sich zum Abtasten der Brust hin oder stellen sich vor einen Spiegel. Viele Frauen empfinden es als angenehm, wenn die Brust beim Abtasten eingecremt ist. Gutes Licht und eine ruhige Atmosphäre sollten dabei sichergestellt sein. Bilden Sie nun mit Ihrem ausgestreckten Zeige-, Mittel- und Ringfinger eine Fläche und führen Sie mit den Fingerkuppen entlang einer Seite Ihres Oberkörpers. Beginnen Sie am Brustbein, in der Mitte des Brustkorbs, in der Brustfalte. Tasten Sie sich hoch bis zum Schlüsselbein und gehen dann mit engen s-förmigen Bahnen über Ihre Brust bis nach außen zur Achselhöhle.

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Gehen Sie nun in kreisförmige, etwa münzgroße Bewegungen über und tasten Sie dabei flächendeckend die ganze Brust ab. Üben Sie hier etwas Druck auf die Finger aus, damit Sie auch wirklich alle „Schichten“ der Brust erfühlen können. Beim Abtasten der Achselhöhle sollte der Arm locker am Körper anliegen, damit das Ertasten möglicher Veränderungen nicht durch angespannte Muskeln verhindert wird.


Brust abtasten: Bei Auffälligkeiten einen Arzt aufsuchen

Falls Sie knotige Veränderungen oder Verhärtungen beim Abtasten der Brust fühlen – sogenannte „Tastbefunde“ können sich anfühlen, wie ein Kirschkern oder eine Walnuss unter mehreren Lagen eines Handtuchs – oder optische Veränderungen beobachten, wie etwa eine eingezogene Brustwarze, Hautverfärbungen, Rötungen, Schuppung, Orangenhaut, deutliche Unterschiede der Brüste beim Armheben oder austretende Flüssigkeit an der Brustwarze, sollten Sie zur Abklärung einen Frauenarzt aufsuchen.

Übrigens: Frauen vor den Wechseljahren empfehlen wir, ihre Brust in der ersten Zyklushälfte – idealerweise zwischen dem dritten und siebten Tag nach Beginn der Monatsblutung – abzutasten. Denn dann ist das Drüsengewebe besonders weich und eventuelle Veränderungen lassen sich besser erfühlen.


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