Behandlung von Allergien: So helfen Antihistaminika

Für Menschen mit Allergien sind Antihistaminika oft der reinste Segen, denn die Medikamente lindern die Beschwerden schnell und wirksam. Was Antihistaminika genau sind, wie sie wirken und was zu beachten ist

Was sind Antihistaminika genau?

Antihistaminika sind Medikamente, die Symptome einer Allergie deutlich lindern können, indem sie die Wirkung der körpereigenen Substanz Histamin aufheben. Der Botenstoff Histamin wird ausgeschüttet, sobald der Allergiker über die Luft, die Haut oder den Magen-Darm-Trakt mit Allergenen konfrontiert wird. Diese Ausschüttung löst die typischen Allergie-Symptome aus. Es kommt zu Juckreiz und Anschwellen der Haut, der Augen oder der Nase oder auch Kopfschmerzen, Asthma und anderen Reaktionen. Antihistaminika drosseln diesen Effekt.

Ratgeber

Allergie – wenn der Körper überreagiert

Eine Allergie kann Kopfschmerzen auslösen

Wie werden Antihistaminika eingenommen?

Antihistaminika sind in verschiedenen Darreichungsformen erhältlich. Es gibt die Wirkstoffe in Tablettenform, aber auch als Nasenspray, Augentropfen oder in Form von Cremes und Lotions.

Antihistaminika werden häufig als Tabletten oder Tropfen eingenommen. Dies ist beispielsweise bei starken Heuschnupfen-Symptomen oder auch Tierhaarallergien und Hausstauballergien sinnvoll und kann über einen längeren Zeitraum erfolgen. Die Wirkstoffe können aber auch lokal mithilfe von Augentropfen, Nasensprays oder Cremes (beispielsweise bei Urtikaria) angewendet werden. Hier ist darauf zu achten, dass insbesondere abschwellende Nasen-Sprays oder -tropfen nicht über einen längeren Zeitraum als zwei Wochen benutzt werden sollten. In allen Anwendungsfällen gilt, mit einem Arzt oder einem Apotheker über die Art und Dauer der Anwendung der Präparate zu sprechen.

Welche Antihistaminika gibt es?

Eine allergische Reaktion kann sich durch gerötete und tränende Augen zeigen

Allergische Reaktion

Was passiert bei einer Allergie?

Antihistaminika werden in zwei Gruppen eingeteilt: H1- und H2-Antihistaminika. Die Wirkstoffe der H1-Antihistaminika teilen sich wiederum in eine erste und eine zweite Generation.  Die Wirkstoffe der ersten Generation können über den Blutkreislauf die sogenannte Blut-Hirn-Schranke überwinden und somit auch zentral auf das Nervensystem wirken. Das hat zur Folge, dass sie oft müde machen und daher mittlerweile hauptsächlich als Schlaf- und Beruhigungsmittel eingesetzt werden (beispielsweise Diphenhydramin). Die H1-Wirkstoffe der zweiten Generation (zum Beispiel Loratidin, Terfenadin) können die Blut-Hirn-Schranke nur schwer oder gar nicht überwinden. Sie machen weniger müde und werden gern beim Ausbruch allergischer Reaktionen auf Pollenflug oder Hausstaub empfohlen. Hier ist auch eine längerfristige Therapie mit den Antihistaminika möglich.

H2-Antihistaminika (zum Beispiel Ranitidin oder Cimetidin) wirken vor allem auf die Magenschleimhaut. Die Entstehung von Säure wird gehemmt, sodass diese Medikamente als Therapie bei Magen- und Darmgeschwüren oder auch Sodbrennen angewendet werden. Auch bei Reflux-Beschwerden kann eine Behandlung mit solch einem Antihistaminikum sehr hilfreich sein. 

Welche Nebenwirkungen haben Antihistaminika?

Antihistaminika machen leider oft müde.

Häufig kommt es bei der Einnahme von Antihistaminika zu Nebenwirkungen wie Müdigkeit, Kopfschmerzen oder Mundtrockenheit. Auch die Wirkstoffe der neueren Generation machen ihre Anwender manchmal schläfrig. Doch hier gibt es einen guten Trick: Das Medikament einfach abends vor dem Schlafengehen einnehmen. So werden nicht nur die Allergie-Symptome gemildert, sondern man schläft auch noch schneller ein.

Hier helfen Antihistaminika:

  • Allergische Erkrankungen
  • Heuschnupfen
  • Bindehautentzündung (allergisch)
  • Juckreiz
  • Insektenstiche
  • Nesselfieber
  • Husten (allergisch)
  • Erkältung
  • Übelkeit (auch in der Schwangerschaft)
  • Reisekrankheit
  • Schlafstörungen
  • Schwindel
  • Histaminintoleranz


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