Anaphylaxie: Anaphylaktischer Schock – wie gefährlich ist das?

Ein anaphylaktischer Schock (Anaphylaxie) kann lebensgefährlich werden. Welche Symptome ihn für Allergiker so bedrohlich machen, wodurch er ausgelöst wird und was im Notfall zu tun ist


Ein anaphylaktischer Schock (allergischer Schock) kann durch einen Insektenstich ausgelöst werden

Die schwerste allergische Reaktion ist für einen Allergiker der anaphylaktische (allergische) Schock – das Versagen des Kreislaufs. Er tritt urplötzlich auf und kann das gleichzeitige Zusammenbrechen mehrerer Organgruppen bewirken. Es besteht Lebensgefahr! Was Sie jetzt wissen müssen.

Was ist ein anaphylaktischer Schock?

Der anaphylaktische Schock beschreibt eine Akutreaktion des Immunsystems auf Allergene (Allergieauslöser), die den gesamten Organismus schädigen kann. Die allergenen Stoffe (wie zum Beispiel Insektenstiche und Nahrungsmittel) bewirken durch die vermehrte Ausschüttung des Entzündungsbotenstoffs Histamin eine schlagartige Erweiterung der Blutgefäße, die wiederum zu einer drastischen Unterversorgung mit Blut führt. Der gehemmte Blutkreislauf sorgt für einen vollständigen Kreislaufkollaps, der infolge multiplen Organversagens tödlich enden kann. Der anaphylaktische Schock ist damit die schwerstmögliche allergische Reaktion.

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Wie macht sich ein anaphylaktischer Schock bemerkbar?

Bei einem anaphylaktischen Schock werden innerhalb weniger Minuten verschiedene Organe in Mitleidenschaft gezogen, das heißt, es können sich auch ganz unterschiedliche Symptome zeigen. Ärzte unterteilen die Symptome eines anaphylaktischen Schocks in vier Schweregrade ein.

Die vier Schweregrade des anaphylaktischen Schocks

SchweregradSymptome
1. Leichte Allgemeinreaktion

Rötungen

Quaddeln

Kopfschmerzen

Unruhe

2. Ausgeprägte Allgemeinreaktion

Kreislaufstörung

Pulsbeschleunigung

Luftnot

Stuhl- und Urindrang

3. Bedrohliche Allgemeinreaktion

Atemnot

Bewusstseinstrübungen

4. Vitales Organversagen

Atemstillstand

Kreislaufstillstand

Allerdings ist eine Reihe von Warnsignalen bekannt, die einen anaphylaktischen Schock ankündigen können. Diese Warnsignale deuten auf einen anaphylaktischen Schock hin:

  • Hautrötungen, Juckreiz, Schwellungen und Kribbeln im Mund- und Rachenbereich, Schwellung des Kehlkopfes
  • Schwindel, Orientierungsstörungen, Herzrasen, krampfartige Bauchschmerzen, Übelkeit, Erbrechen
  • Atemnot
  • Schluckbeschwerden
  • Schwitzen

Welche Stoffe können einen anaphylaktischen Schock auslösen?

Grundsätzlich kann die heftige allergische Reaktion von jedem Stoff hervorgerufen werden, der für den Organismus ein Allergen enthält. Besonders häufige Auslöser eines anaphylaktischen Schocks sind allerdings:

  • Inhaltsstoffe von Antibiotika (Penicilin)
  • Insektengifte (von Bienen, Wespen, Hornissen)
  • Nüsse (insbesondere Walnüsse oder Erdnüsse)
  • Obst und Gemüse (unter anderem Kiwi und Ananas)
  • Milchprodukte
  • Weizenprodukte

Allergieauslöser

Allergene - welche Arten gibt es?

Nahrungsmittel wie Milch und Eier sind mögliche Allergene

Was macht man bei einem allergischen Schock?

Ein anaphylaktischer Schock ist für den Körper eine Extremsituation und kann innerhalb von Minuten zu einem lebensbedrohlichen Zustand werden. Bei den ersten Anzeichen sollten daher unweigerliche geeignete Maßnahmen eingeleitet werden.

Wichtige Soforthilfemaßnahmen

Dazu gehören:

  1. Die Zufuhr des Allergieauslösers einstellen/ Auslöser entfernen
  2. Einen Notarzt kontaktieren
  3. Notfall-Medikamente anwenden
  4. Erste Hilfe leisten: → Bei Schocksymptomen: Schocklage, das heißt, die Beine sollten eine erhöhte Position einnehmen. → Bei Atemnot: sitzende Haltung → Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage
  5. Enge Kleidungsstücke entfernen
  6. Lebenszeichen kontrollieren – gegebenenfalls Wiederbelebungsmaßnahmen einleiten

Allergiker sollten außerdem immer ein Notfallset bei sich tragen. Folgende Bestandteile dürfen nicht fehlen:

  • Antihistaminikum
  • Kortisonpräparat
  • Adrenalin-Autoinjektor
  • Glukokotikoid
  • Anleitung zur Anwendung der Notfall-Medikamente

Verwendete Quellen: allergiecheck.de

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