Heilverfahren mit Nadeln: Akupunktur während der Schwangerschaft

Nicht nur die britische Herzogin Meghan schwört auf Akupunktur während der Schwangerschaft - viele Schwangere kommen noch vor der Geburt in Kontakt mit Akupunktur-Nadeln. Welche Vorteile hinter der traditionellen Heilkunst stecken 

Ob Migräne, Rückenschmerzen, Übelkeit oder Heuschnupfen: Akupunktur wird im asiatischen Raum seit Jahrhunderten zur Behandlung vieler Krankheitsbilder erfolgreich eingesetzt. So ist es nicht verwunderlich, dass selbst im Kreißsaal die Therapie mit den Nadeln zum Einsatz kommt. Dabei werden vor allem zwei Ziele verfolgt: Entspannung und Schmerzlinderung.

Durch Akupunktur wird die Geburtsdauer verkürzt

Auch Herzogin Meghan soll die Behandlung mit den kleinen, spitzen Nadeln während ihrer Schwangerschaft durchführen lassen. Wie erfolgreich die Therapie sein kann, fand eine Studie der Frauenklinik Mannheim heraus: Die geburtsvorbereitende Akupunktur verkürzt die durchschnittliche Geburtsdauer bei Erstgebärenden um zwei Stunden. 

Herzogin Meghan

Sie bezeichnet sich als "kleines Hippie-Mädchen"

Herzogin Meghan

Auch die Hebamme Katharina Trippen von den Alsterhebammen in Hamburg ist begeistert von dieser Behandlungsmethode. Sie sagt uns im Interview: "Akupunktur hilft, den Geburtsprozess zu verkürzen. Nadeln stimulieren bestimmte Punkte und der Muttermund geht im Idealfall schon ein wenig auf, ohne dass die werdende Mutter dabei Wehen hat."

Alle wichtigen Infos zur Schwangerschafts-Akupunkur

Die Vorteile dieses Heilverfahrens liegen also auf der Hand. Aber wie läuft eine Schwangerschafts-Akupunktur in der Regel ab? Generell gilt: Eine Akupunktursitzung darf ab der abgeschlossenen 36. Schwangerschaftswoche durchgeführt werden, da diese Behandlung den Körper unmittelbar auf den Geburtsvorgang vorbereiten soll und zum Einsetzen der Wehen führen kann. Ab der vollendeten 36. Schwangerschaftswoche ist das für Baby und Mutter nicht mehr problematisch. Eine Sitzung dauert in der Regel zwischen 20 und 30 Minuten. Während dieser Zeit sticht eine Hebamme oder ein Gynäkologe der werdenden Mutter Nadeln an drucksensiblen Punkten ein.  

In der Regel werden an folgenden Punkten feine Nadeln gesetzt: 

  • unterhalb des Knies  
  • im Bereich des Innenknöchels des Fußes 
  • an der oberen seitlichen Wade 
  • und an der äußeren Seite der kleinen Zehe

Zusätzlich kann ein spezieller Kopfpunkt gestochen werden. Ihm wird eine allgemein beruhigende Wirkung zugeschrieben. Außerdem kann auf diese Weise die Angst vor der bevorstehenden Geburt gelöst werden. Da vor allem Schwangere auf die erste Akupunktur-Sitzung häufig mit leichten Kreislaufproblemen reagieren, sollte diese im Liegen vorgenommen werden.

Nadeln können bis zur Eröffnungsphase der Geburt gesetzt werden

Akupunktur gilt als wirkungsvolle Methode, um Frauen vor der Geburt zu entspannen, sie mental zu stärken und bei Ängsten vor der Entbindung zu beruhigen. Bis zur Eröffnungsphase der Geburt können die Nadeln zum Einsatz kommen. Das Einstechen der Nadeln in die oben erwähnten Stellen soll den Energiefluss wiederherstellen. Dies kann von der werdenden Mutter als ein Gefühl der Wärme, als Druck, Kribbeln oder auch in Form eines kleinen Stromschlags wahrgenommen werden. 

Werden die Kosten für eine Akupunktur von der Krankenkasse übernommen?

Von der Krankenkasse wird die Akupunktur zur Geburtsvorbereitung in der Regel nicht gezahlt. Aber: Die Kosten für die geburtsvorbereitende Akupunktur liegen bei 10 bis 20 Euro pro Sitzung und sind somit relativ überschaubar. Privatversicherte sollten sich bei ihrer Krankenkasse informieren, je nach Vertrag werden die Kosten übernommen. 

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Akupunktur nach der Geburt

Sowie unmittelbar nach der Geburt als auch im Wochenbett lässt sich mit Akupunktur eine verzögerte Gebärmutterrückbildung, Milchstau oder Verstopfung behandeln.

>> Weitere Infos rund um Akupunktur finden Sie auch auf der Website der Deutsche Ärztegesellschaft für Akupunktur.  

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Verwendete Quellen: Studie der Frauenklinik Mannheim, Familie.de, Windeln.de

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