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Gerhard Schröder Der Alt-Kanzler und sein Currywurst-Eklat

Gerhard Schröder
Gerhard Schröder
© Getty Images
Jetzt geht's um die Wurst: Gerhard Schröder echauffiert sich in einem emotionalen Text über das Aus der Currywurst in einer VW-Werkskantine. Die Wirkung dieses Statement hat er so aber bestimmt nicht einkalkuliert.

Na wenn es sonst nichts Wichtigeres gibt... Alt-Kanzler Gerhard Schröder, 77, macht dieser Tage erneut mit einer skurrilen Aktion auf sich aufmerksam. Statt zu Umweltkatastrophen, Klimaschutzprogrammen oder Lösungen für die Coronapandemie meldet er sich jetzt zu einem für ihn scheinbar sehr relevanten Thema zu Wort: der Currywurst in der VW-Werkskantine.

In einem Posting auf der Business-Plattform LinkedIn echauffiert sich Schröder am Dienstag (10. August) über eine Meldung aus dem Hause Volkswagen. Demnach verbannt eine der Werkskantinen des Autobauers die beliebte Currywurst vom Speiseplan und stellt komplett auf fleischfreie Gerichte um. So weit, so nichtig.

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Gerhard Schröder und der Kampf um die Currywurst

"Wenn ich noch im Aufsichtsrat von #VW säße, hätte es so etwas nicht gegeben", eröffnet der SPD-Politiker seinen Text. Obwohl er selbst "phasenweise eine vegetarische Ernährung" umsetze, käme ein Leben ohne Currywurst für ihn nicht infrage. Mit Argumenten und emotionalen Beschreibungen zur Bedeutung des deutschen Kultgerichtes fährt Schröder fort und schreibt sich regelrecht in Rage.

Auch die Tatsache, dass 2019 allein in der VW-Fleischerei 7 Millionen Currywürste hergestellt worden seien, führt er als Beleg für das vermeintliche Unrecht des aufgezwungenen Vegetarismus an. Mehr als fraglich, wenn man bedenkt, wie gering dieser Einschnitt im Leben der Mitarbeiter in Wahrheit sein dürfte und mit welchen wirklich Sorgen sich die deutsche Bevölkerung derzeit konfrontiert sieht.

Currywurst mit Pommes ist einer der Kraftriegel der Facharbeiterin und des Facharbeiters in der Produktion. Das soll so bleiben. 

Skurrile Auftritte, fragwürdige Aussagen

Unter den mehr als 2000 Kommentare, die Stand Mittwochmittag zum Posting eingegangen sind, finden sich einige mit drastischer Wortwahl. "Was für ein Bullsh*t, worüber man sich den Kopf zerbricht" oder "Da wird man doch sehr nachdenklich. Und ein bisschen schämt man sich auch für einen derart gestrigen Kommentar" sind nur zwei Beispiele von vielen ablehnenden Kommentaren der Plattformnutzer. Zwar hat das Posting des Ex-Kanzlers auch über 9000 zustimmende Reaktionen hervorgerufen, dem Ansehen von Schröder dürfte es aber dennoch eher geschadet als geholfen haben.

Seit seiner aktiven Politikerlaufbahn macht Gerhard Schröder immer wieder mit fragwürdigen Auftritt und Äußerungen auf sich aufmerksam. Ob als Hobbygärtner, der betont nachdenklich durch den eigenen Garten spaziert, verschmuste Instagramfotos zusammen mit Ehefrau So-Yeon Schröder-Kim oder Aussagen zum angeblich "lupenreinen Demokraten" Wladimir Putin: Gerhard Schröder zählt heute wohl eher in die Kategorie Entertainer, als sein politisches Vermächtnis in Würde zu bewahren.

Verwendete Quellen: LinkedIn.com

kst Gala


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