Womanizer vs. Satisfyer: GALA testet den neuesten Sex-Toy-Trend

Mit ihrer einzigartigen Funktionsweise sind Druckwellenstimulatoren zum heimlichen Star in den heimischen Schlafzimmern geworden. GALA hat die beiden Bestseller "Womanizer Pro40" und den "Satisfyer Pro 2" auf Herz und Nieren getestet

Ungewahnte Ekstase mit Druckwellenstimulatoren?

Sex-Spielzeug ist für viele Frauen immer noch ein Tabu-Thema. Nicht nur der Besuch in einem schmuddeligen Sex-Shop schreckt ab, oft sieht das Spielzeug auch noch wenig ansprechend aus. Frauen, die sich für erotische Hilfsmittel interessiert haben, blieb über lange Zeit nichts anderes übrig, als eine "Dildo-Fee" zu einer Art Tupperware-Party einzuladen, um im Kreise anderer interessierter Freundinnen über vibrierende Delfine und Kaninchen zu kichern. Diese Situation hat sich aber zum Glück in den letzten Jahren deutlich zum Besseren verändert. Nicht nur entstehen immer mehr seriöse Onlineshops, in denen man das Angebot in Ruhe durchstöbern kann, auch die Hersteller von Sex-Spielzeug gehen vermehrt auf die Bedürfnisse ihrer weiblichen Kundschaft ein. So sind in der Vergangenheit verschiedene Erotik-Artikel auf den Markt gekommen, die man nicht mehr verschämt im Nachtschrank verstecken muss.

Eines der neuesten Entwicklungen im Bereich der Sex-Spielzeuge sorgt derzeit für ordentlich Furore. Die Rede ist vom sogenannten "Druckwellenstimulator". Was klingt wie ein hochempfindliches Gerät aus einem Teilchenbeschleuniger, ist mittlerweile zum Liebling der deutschen Frauen avanciert. Im Unterschied zu herkömmlichen Vibratoren sorgen bei diesen Spielzeugen Druckwellen für eine noch nie da gewesene Stimulation. Die positiven Rückmeldungen im Internet überschlagen sich geradezu. Von "Orgamus-Garantie" ist immer wieder zu lesen und das gerne auch innerhalb von kürzester Zeit.

Grund genug dem Trend auf den Zahn zu fühlen und zu testen, was wirklich dahinter steckt. GALA hat die beiden Platzhirschen auf dem Markt getestet, den "Womanizer Pro40" und den "Satisfyer Pro 2".

Womanizer Pro40 und Satisfyer Pro 2 im Vergleich.

Der erste Eindruck - Diskrete Charmeure mit verstecktem Potential

In der Redaktion ist man sich einig: Das soll ein Sex-Spielzeug sein? Denn danach sieht es auf den ersten Blick gar nicht aus. Die einen vermuten eine neuartige Gesichtsbürste, andere wiederum halten die beiden Testgeräte für ein digitales Fieberthermometer für die Stirn - so schlicht und unscheinbar sind der Womanizer und der Satisfyer.

Der Womanizer ist in einem satten Magenta oder einem cleanen weiß erhältlich, während der Satisfyer einheitlich in einem Rosé-Ton daherkommt. Der Womanizer fühlt sich mit seiner gummierten Oberfläche zwar angenehm samtig und griffig an (beim Satisfyer ist deutlich mehr Kunststoff verbaut) doch darüber, welches Gerät sich in der Hand angenehmer anfühlt, herrscht Uneinigkeit, denn manch einer Kollegin ist der Womanizer einfach zu schlank. Handschmeichler sind sie trotzdem beide.

Beim Einschalten der erste Schock: Statt eines sanften Vibrierens machen sich beide Geräte mit einem brummenden Blubbern bemerkbar. Legt man die Auflegeköpfe der Geräte zum Beispiel auf die Handfläche, sind beide Tester zum Glück flüsterleise. An der Handfläche merkt man dann schnell, was man mit bloßem Auge nicht sieht. Statt nur per Vibration zu stimulieren, saugen und pulsieren die Druckwellenstimulatoren. Das hat noch niemand von uns erlebt! Schnell sind die Testgeräte auf die Testerinnen aufgeteilt, die es plötzlich kaum noch erwarten können nach Hause zu kommen.

Zuhause angekommen kann ich es kaum erwarten. Ist das wirklich die "Revolution" auf dem Sex-Toy-Markt, von der im Internet so geschwärmt wird? Teilweise berichten Frauen sogar von garantierten Orgasmen unter drei Minuten! Das Gerät wird mit USB-Ladegerät, extra großem Stimulationskopf und Bedienungsanleitung geliefert, die ich aufmerksam studiere. Den Stimulationskopf soll man einfach nur auf den Kitzler auflegen und dann soll es mit der Arbeit schon vorbei sein - den Rest erledigt der Womanizer. Sollte es wirklich so einfach sein?

Womanizer Pro40

Das USB-Ladegerät inklusive Netzteil erinnert sehr an das Laden eines Handys. Nach kurzer Zeit ist der Womanizer voll geladen und der Geruch verflogen. Der Test kann beginnen.

Der Womanizer in der Praxis

Ich mache es mir im Bett gemütlich und schalte den Womanizer an. Das Drücken auf den On-Knopf quittiert das Gerät mit einem leisen Blubbern und einem rot leuchtenden Lämpchen. Vorsichtig suche ich mit dem Silikonkopf den richtigen Punkt. Als ich ihn gefunden habe, ist das Gerät kaum noch zu hören. Was dann folgt, ist einfach überwältigend. Mein Körper reagiert verwirrt ob dieser ungewohnten Stimulation und als ich das Gerät höher schalte, um die anderen Stufen auszuprobieren, vergehen mir buchstäblich Hören und Sehen.

Womanizer Pro40

Nur wenige Minuten später komme ich wieder zu mir. Ich bin völlig perplex und muss mich erstmal sammeln. DAS war also das, worüber sie alle geredet haben! Die Reinigung des Womanizers gestaltet sich denkbar einfach. Da das ganze Gerät wasserdicht ist, kann man es bedenkenlos unter fließendem Wasser säubern. Am nächsten Morgen brenne ich darauf die Meinungen meiner Kolleginnen zum Womanizer zu hören. Viel zu hören gibt es aber nicht, denn abgesehen von einem ungläubigen "Wow" sind wir immer noch sprachlos.

Auch im Badezimmer macht der Womanizer seine Arbeit zuverlässig. Mit ein paar Wasserspritzern im Inneren des Kopfs wird er zwar sehr laut , hat man ihn dann aber richtig aufgelegt oder benutzt ihn unter Wasser, ist er kaum zu hören. Um die Wasserdichtigkeit muss man sich auch keine Sorgen machen, denn das Gerät ist selbst bei geöffneter Ladebuchse 100%ig wasserdicht

Fazit zum Womanizer Pro40:

Wer zum ersten Mal einen Druckwellenstimulator benutzt, den wird das Erlebnis mit großer Wahrscheinlichkeit umhauen. Ein Gerät mit Orgasmusgarantie innerhalb kürzester Zeit hat es auf dem Markt noch nicht gegeben. Der Womanizer ist insgesamt sehr hochwertig verarbeitet und seine nahtlose, gummierte Oberfläche vermitteln einem ein angenehmes Gefühl in der Hand. Die schlanke Form geben dem Womanizer ein elegantes Erscheinungsbild, dadurch kann er im Eifer des Gefechts jedoch leichter mal aus der Hand rutschen. Insgesamt habe ich nicht das Gefühl es hier mit einem Sex-"Spielzeug" zu tun zu haben, vielmehr ist der Womanizer ein ernstzunehmendes Werkzeug für die weibliche Selbstbefriedigung. Das darf man bei einem Preis von rund 100 Euro aber auch erwarten.

Der "Satisfyer Pro 2" ist ein Druckwellenstimulator, der exklusiv vom Erotik-Onlineshop "EIS" vertrieben wird . Von der Funktionsweise ähnelt er sehr dem Platzhirschen von Womanizer, denn auch er arbeitet mit Luftdrucktechnik, die über einen Silikonkopf die Klitoris stimuliert. Sollten wir hier also einen Druckwellenstimulator haben, der die gleiche Leistung wie der Womanizer für weniger als die Hälfte des Preises bietet?

Satisfyer Pro 2

Zuhause angekommen nehme ich den Satisfyer genauer unter die Lupe. Im Gegensatz zum schmal zulaufenden Womanizer ist der Satisfyer eher knochenförmig geformt. Eine Tatsache, die sich später noch als durchaus nützlich herausstellen wird. Denn trotz fehlender Gummierung bietet der Satisfyer damit in jeder Lage einen guten Halt. Ansonsten begeistert mich das Äußere des Satisfyers nicht ganz so sehr: Zwar finde ich die roséfarbene Färbung durchaus ansprechend, insgesamt fühlt sich das Gerät doch etwas mehr nach Plastik und damit nach Spielzeug an. Die umlaufende Naht am Gerät trägt zu diesem Eindruck noch bei.

Richtig toll finde ich das Laden über Magnetkontakte. Das wirkt richtig hochwertig, erinnert ein bisschen an das Laden eines Macbooks und geht auch im Dunkeln kinderleicht vonstatten. Außerdem gibt es damit gar nicht erst Öffnungen oder Spalte, durch die Wasser eindringen könnte. Ein klarer Pluspunkt für den Satisfyer.

Aber es kommt ja auf die inneren Werte an! Einmal angeschaltet, begrüßt einen der Satisfyer mit dem gleichen surrenden Blubbern wie der Womanizer auch, ist aber deutlich lauter. Woran das liegt, merke ich wenig später.

Der Satisfyer in der Praxis

In der Praxis brauche ich bei meiner Premiere mit dem Satisfyer ein bisschen mehr Konzentration, als mit dem Womanizer. Durch die andere Form des Stimulationskopfes brauche ich ein paar Sekunden länger, um den richtigen Punkt zu finden. Das ist aber sicher von Frau zu Frau unterschiedlich und meine Kolleginnen hatten damit keine Probleme. Was auffällt ist, dass der Satisfyer ein wenig rustikaler zu Werke geht als der Womanizer. Schon auf der ersten Stufe ist gerade das Saugen deutlicher zu merken. Allzu empfindlich sollte man hier nicht sein.

"Wenn der Satisfyer auf der ersten Stufe schon nicht zimperlich zur Sache geht, was passiert dann, wenn ich eine Stufe hochschalte", frage ich mich und drücke auf den Regler. Es passiert: Nicht viel. Die Unterschiede zwischen den einzelnen Stufen sind schwammig und das Herumschalten, um eine bestimmte Stufe zu finden, etwas fummelig. Um es genau zu nehmen, brauche ich aber wirklich nicht viel mehr Leistung als die Anfangsstufe.

Was mich wirklich ein bisschen stört, ist das weiß leuchtende Lämpchen beim Betrieb des Satisfyers. Das ist nämlich hell genug, um Schattenspiele in meinem Schlafzimmer zu werfen. Ob vorbeigehende Passanten beim Anblick des Lichterspiels an meinen Vorhängen wohl denken, dass ich mit einer Taschenlampe den Weg zum Sicherungskasten suche? Da gefällt mir das dezente Glimmen des Womanizers deutlich besser.

Wer sowieso die Augen geschlossen hält, dem kann das wohl aber egal sein. Denn ansonsten macht der Satisfyer genau das, was er soll. Und das sogar richtig gut. Er surrt, vibriert und saugt beharrlich und zielstrebig. Auch der Satisfyer lässt sich super unter fließendem Wasser reinigen und setzt seine Arbeit auch unter der Wasseroberfläche unbeirrt fort.

Fazit zum Satisfyer Pro 2:

Mit knapp 40 Euro bekommt man mit dem Satisfyer Pro 2 einen Druckwellenstimulator, der mit der gleichen Technik aufwarten kann wie der Womanizer (tatsächlich hat der Hersteller des Womanizers sogar Klage wegen mutmaßlicher Patentverletzung erhoben). Auch die Stimulation fühlt sich ähnlich an wie beim Womanizer, allerdings geht der Satisfyer von vornherein nicht so sanft zu Sache und ich habe deutlich zu unterscheidende Stimulationsstufen vermisst. Richtig gut gefällt mir die magnetische Ladefunktion des Satisfyers. Das ist nicht nur praktisch, sondern sieht auch noch richtig gut aus.

Auch nach mehreren Wochen Testphase ist es schwer einen Sieger zu küren.Wer auf der Suche nach einem besonders hochwertigen Accessoire für seinen Nachtschrank sucht, das einen in ungeahnte Sphären der Lust abdriften lässt, der kommt nicht am Womanizer vorbei. Verarbeitung und Oberfläche sind hier wirklich top. Auch wer besonders empfindlich ist, dem sei der Womanizer ans Herz gelegt, der einen sanfteren Einstieg in die Druckwellenstimulation bietet.

Daumen hoch!

Wer mit ein paar Abstrichen leben kann, der findet im Satisfyer Pro 2 einen Druckwellenstimulator, der dem Womanizer in der funktionell kaum in etwas nachsteht. Besonders wenn man den doch recht hohen Preis für einen Womanizer scheut, kann man mit dem Satisfyer Pro 2 testen, ob diese Art der Stimulation überhaupt etwas für einen ist. Teilweise gibt es den Satisfyer im Sale schon für 18 statt 49 Euro und dannheißt es wirklich nur noch: Zuschlagen.

Tatsache ist: Keine der Testerinnen möchte ihren Druckwellenstimulator wieder hergeben, egal ob Satisfyer oder Womanizer.

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