Weltfrauentag: Lufthansa-Pilotinnen im Interview: "Just do it!"

1932 war Amelia Earhart die erste Pilotin, die solo den Atlantik überquerte. 84 Jahre später startet Lufthansa anlässlich des Weltfrauentags am 8. März eine Maschine nach New York, die aus einer reinen Frauen-Crew besteht. Ein exklusives Gespräch mit drei Pilotinnen über Vorurteile, Anerkennung und den Spagat zwischen Beruf und Privatleben

We can do it! Die Crew von Flug LH400 kurz vor dem Abflug nach New York.

Flugkapitänin Beatrice Beyer, 53

Eintritt bei Lufthansa im Jahr: 1990

Senior First Officer Riccarda Tammerle, 43

Eintritt bei Lufthansa im Jahr: 1999

Aus Freude wird Schock

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©Gala

Senior First Officer Diana Busch, 38

Eintritt bei Lufthansa im Jahr: 2000

Hatten Sie jemals das Gefühl, es in Ihrem Beruf als Frau schwieriger zu haben?

Beatrice: In meiner Ausbildungsphase zum Piloten hatte ich schon das Gefühl, als Frau mehr Leistung zeigen zu müssen, um die gleiche Anerkennung zu erreichen, wie die männlichen Kollegen.

Riccarda: Bevor ich die Ausbilding anfing dachte ich, dass ich es als Frau schwierig haben würde. Aber mit Beginn der Ausbildung wusste ich, dass das kein Thema ist.

Diana: Ja, aber nur manchmal. Und wenn ich das Gefühl hatte, dann habe ich es weggelächelt.

We can do it! Die Crew von Flug LH400 kurz vor dem Abflug nach New York.

Erleben Sie heute noch Vorurteile oder begegnet man Ihnen mit Respekt?

Riccarda: Weder noch. In meinem Berufsalltag gibt es viele Frauen. Und privat erweckt es neugieres Interesse.

Beatrice: Nachdem ich jetzt schon 35 Jahre fliegerisch tätig bin, davon 24 Jahre als Kapitän, haben sich die Vorurteile mir gegenüber gelegt.

Diana: Die Vorurteile kommen hauptsächlich von den Männern. Die Frauen, vor allem ältere, haben dagegen großen Respekt und freuen sich für einen.

Wie bringen Sie Privatleben und Karriere unter einen Hut?

Riccarda: Mein Privatleben richtet sich größtenteils nach dem Beruf. Man kann es aber gut koordinieren.

Beatrice: Das ist immer wieder eine Herausforderung und nicht ganz einfach. Es fordert von allen Seiten ein hohes Maß an Flexibilität und Verständnis.

Diana (dreifache Mutter!): Mit viel Energie, Freude am Beruf und Familie, helfenden und unterstützenden Händen und viel Flexibilität.

Wann wussten Sie, dass sie als Pilotin arbeiten wollen?

Riccarda: Als ich 16 war.

Beatrice: Als Kind schon war es mein größter Wunsch, fliegen zu können. Ich war schon immer fasziniert von der Fliegerei.

Diana: Schon immer! Es gab immer nur diesen Plan A! B-Z war nie vorhanden und sollte es nie geben!

Welchen Tipp geben Sie anderen Frauen auf den Weg, die einen klassischen Männerberuf ergreifen wollen?

Riccarda: Just do it!

Beatrice: Nicht aufhören, an sich und seine Träume zu glauben. Und immer daran denken, dass es viele Wege gibt, die zum Ziel führen.

Diana: Ihr macht das schon! Mindestens genauso gut wie die Männer!

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