Dramatische Familienzusammenführung: Vermisste Julia nach 20 Jahren wieder bei ihren Eltern

20 Jahre lebte Julia Gorina mit dem Unwissen darüber, wer ihre leiblichen Eltern sind. Eine Google-Recherche brachte ihr schließlich Gewissheit – und ihre Geschichte ist erschreckend und hochemotional

Julia ist wieder bei ihrer leiblichen Familie

Viktor und Ljudmila Moiseenko aus Weißrussland lebten 20 Jahre lang in ihrem persönlichen Albtraum, aus dem sie jetzt tatsächlich aufgewacht sind. Wie die russische Nachrichtenagentur "East2westnews" berichtet, sei ihre Tochter Julia im Alter von vier Jahren bei einer Zugfahrt von der weißrussischen Hauptstadt Minsk nach Assipowitschy spurlos verschwunden – das ist jetzt 20 Jahre her. Jetzt ist Julia wieder da.

Was passierte vor 20 Jahren im Zug?

Es passierte im Jahr 1999. Victor Moissenko war mit seiner Tochter Julia im Zug unterwegs, als er eigenen Angaben zufolge kurz einnickte. Als er wieder aufwachte, war Julia weg. Spurlos. Jahrelang suchte die Familie nach der verlorenen Tochter, niemand hatte etwas mitbekommen. Auch die Polizei konnte nicht helfen, zwischenzeitlich geriet die Familie sogar unter Verdacht, Schuld am Verschwinden Julias zu haben.  

Madeleine "Maddie" McCann

Stehen die Ermittler vor dem Durchbruch?

Madeleine "Maddie" McCann
Der Fall der vermissten Madeleine "Maddie" McCann beschäftigt seit zwölf Jahren die ganze Welt. Inzwischen sollen die Ermittler "näher dran sein, zu wissen, was wirklich passiert ist". Das zumindest berichtet die britische Tageszeitung "Mirror".
©Gala

Verschwundene Julia taucht wieder auf

Erst jetzt 20 Jahre später konnte Julia ihre Familie wiederfinden. Das Mädchen ist mittlerweile 24 Jahre alt und selbst Mutter. Was damals im Zug geschehen ist, daran erinnert sie sich nur noch schemenhaft. "Ich habe nur die Bilder einer Frau und eines Mannes vor Augen, die mich mitnehmen", erklärt Julia gegenüber "East2westnews". Die Polizei fand die kleine Julia drei Wochen nach ihrem Verschwinden bei jenem Pärchen in der russischen Stadt Rjasan, südlich von Moskau. "Wir haben in verlassenen Häusern geschlafen. Ich erinnere mich nicht mehr genau daran... Mir wurde gesagt, ich hätte mit einem weißrussischen Akzent gesprochen und einheimische Wörter für Gemüse, wie Kartoffeln und Zwiebeln verwendet, aber ich weiß nicht, warum die russischen Polizisten das nicht beachteten, als sie nach meiner Familie suchten." 

Der Zusammenhang zwischen dem Findelkind und dem aus dem Zug verschwunden Mädchen konnte nie hergestellt werden – immerhin liegen zwischen dem Ort des Verschwindens und dem Fundort 900 Kilometer. Julia kam zunächst in einem Kinderheim, später in einer Adoptivfamilie unter. 

Nachforschungen führen zum Ziel

Auch wenn Julia in ihrer Adoptivfamilie eine glückliche Kindheit verleben durfte, die Gedanken an ihre leibliche Familie verblassten nie. Es war ihr Partner Ilja, der sie dazu animierte, Nachforschungen anzustellen. Und er war es auch, der per Google-Suche von der Geschichte des verschwundenen Mädchens aus dem Zug erfuhr. 

Durch zwei einfache Wörter, die er in die Suchmaschine eintippte, konnte er Julias Geschichte finden: "Julia" und "Zug". Schnell war klar, dass es sich dabei um seine Freundin Julia handelt. "Beim Lesen kamen mir direkt die Tränen, denn so viele Dinge stimmten mit meinen vagen Erinnerungen überein", erklärt die heute 24-Jährige.

Mittlerweile ist Julia wieder mit ihren leiblichen Eltern vereint. Ein DNA-Test konnte die Verwandtschaft belegen, doch diesen hätte es eigentlich gar nicht gebraucht, denn "als wir uns das erste Mal wiedergesehen haben, war sofort klar, wie ähnlich wir uns sehen."

Verwendete Quelle: East2westnews, MailOnline

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