Taschentücheralarm: Supermarkt betreibt Plauderkasse für einsame Menschen

Einsame, oft ältere Menschen nutzen den Besuch im Supermarkt gern, um mit Menschen ins Gespräch zu kommen. Darauf hat ein Supermarkt vorbildlich reagiert.

Im Supermarkt muss meist alles ganz schnell gehen. Der Großteil von uns ist stets darauf aus, möglichst wenig Zeit beim Einkaufen zu verschwenden - fix die Sachen geschnappt, ab zur Kasse und raus. Vor allem Berufstätige und Eltern mit einem straffen Zeitplan sehen im Lebensmitteleinkauf eher ein nötiges Übel als einen Zeitvertreib.

Supermarkt führt "Plauderkasse" ein

Anders ist es aber zum Teil bei älteren Menschen, deren einziger Kontakt zur Außenwelt, der Weg in den nächsten Supermarkt ist. Um wenigsten einige Worte mit einem anderen Menschen zu wechseln, tauschen sie sich ein bisschen mit dem Ladenpersonal, bevorzugt dem Kassierer aus. Richtig so, meint Colette Cloosterman-van Eerd, CCO des niederländischen Supermarktes "Jumbo".

Wie "Stern" berichtet, wurde in einer ersten Filiale in der niederländischen Provinz Nordbrabant extra eine "Kletskassa", zu deutsch: "Plauderkasse", eingerichtet. Hier nehmen sich die Angestellten ganz bewusst mehr Zeit für ihre Kunden, hören zu, sind für die meist älteren, zum Teil sozial isoliert lebenden Menschen da. Besteht darüber hinaus weiterhin Bedarf an einem Gespräch oder Hilfe im Alltag, können sich die Senioren an die Mitarbeiter der Hilfsorganisation "Alles Voor Mekaar" ("Alles für einander") wenden, die im Supermarkt eine Ecke zum Austausch eingerichtet haben.

Retter in der Not

Dieser Kassierer sollte Mitarbeiter des Monats werden

Retter in der Not: Dieser Kassierer sollte Mitarbeiter des Monats werden
Wenn jemand den Titel "Mitarbeiter des Monats" verdient hat, dann er. Mit einem Arm ging er seiner Arbeit nach, mit dem anderen hielt er das Baby einer verzweifelten Mutter.
©Gala

Ältere Menschen verdienen mehr Aufmerksamkeit

"Unsere Filialmitarbeiter kennen die Kunden und nehmen regelmäßig Anzeichen von Einsamkeit im Geschäft wahr. Und das ist uns sehr wichtig. Gemeinsam mit den Fachleuten von 'Alles Voor Mekaar' geben wir älteren Menschen die Aufmerksamkeit, die sie verdienen", erklärt Colette Cloosterman-van Eerd das Engagement des Unternehmens. Und das soll an dieser Stelle nicht enden, sondern Schule machen. In weiteren 30 bis 40 Filialen der Kette sollen die Plauderkassen Einzug erhalten. 

Verwendete Quelle: Stern

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