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Kleines Tier – große Gefahr Wie sehr gefährdet uns der enorme Anstieg an Zecken?

Zecken sind eine echte Plage in der Natur
Zecken sind eine echte Plage in der Natur
© Shutterstock
Zecken sind winzig und doch eine große Gefahr. Als Überträger von FSME und Borreliose ist die zusehends wachsende Anzahl der Tiere durchaus als Bedrohung zu sehen 

Zecken werden in Deutschland immer mehr zur ernsthaften Plage. Denn zwei Trends sorgen bei Ärzten und Experten für besorgte Gesichter – und sollte auch uns eine Warnung sein.

Zecken profitieren vom milden Klima

Wie unter anderem der "Bayrische Rundfunk" berichtet, sei 2018 bereits ein Rekord an Zecken festgestellt worden. Und auch die daraus resultierende, gestiegene Anzahl an FSME-Erkrankungen (Frühsommer-Meningoenzephalitis) gibt Grund zur Sorge. Mit 583 gemeldeten Erkrankungen wäre 2018 der Höchststand seit Einführung der Meldepflicht im Jahr 2001 gemessen worden.

Die Gefahren für 2019

Was das nun über 2019 aussagt? Ganz einfach: Die Gründe, die dem Anstieg in 2018 zugrunde lagen, werden sich auch auf das laufende Kalenderjahr auswirken. Hauptgrund zur Sorge stellt nämlich die Veränderung des Klimas dar. In den letzten 20 Jahren habe sich, so Dr. Gerhard Dobler vom Nationalen Konsiliarlabor für FSME München, der Zeitraum, in dem die Zecken aktiv sind, um rund zwei Monate verlängert. Milde Winter, so wie wir ihn in dieser Saison erlebt haben bzw. erleben, mit frühlingshaften Temperaturen im Februar beginnen die Blutsauger schon frühzeitig aktiv zu werden. 

Neue Arten verbreiten sich in Deutschland

Doch die Klimaveränderung hat auch noch eine weitere Auswirkung auf das Zeckenaufkommen in Deutschland: Die vermehrte Verbreitung "neuer" Zeckenarten, die bisher in unserem Gebiet nicht vorkamen und sich im schlimmsten Fall dauerhaft hier einnisten. Ein Beispiel hierfür wäre die Hyalomma-Zecke, die 2018 vermehrt in Deutschland festgestellt wurde und eigentlich nur in den Tropen und den Subtropen verbreitet ist. 

Hier besteht ein erhöhtes Risiko

Das "Robert Koch Institut" gab erst vor Kurzem eine Landkarte heraus und informierte über die FSME-Risikogebiete Deutschlands. Unter den fünf neuen Gebieten ist auch erstmals eines im Emsland betroffen. Wer in einem der Risikogebiete wohnt oder sich längere Zeit aufhält, sollte sich entsprechenden Sicherheitsmaßnahmen beugen. 

Das Robert Koch Institut informiert über die FSME-Risikogebiete in Deutschland
Das Robert Koch Institut informiert über die FSME-Risikogebiete in Deutschland
© Robert Koch Institut

So schützen wir uns am besten

Wie immer gilt: Vorsicht ist geboten! Bei Ausflügen in die Natur sollten lange Hosen getragen werden, im Idealfall sind diese in die Socken zu stopfen. Geschlossene Schuhe, möglichst knöchelhoch, sind ein Muss und auch lange Ärmel sollten ungeachtet der Temperaturen bevorzugt werden. Auf dunkler oder bunter Kleidung gehen Zecken schnell "unter", daher wird helle, einfarbige Kleidung empfohlen. So oder so: Nach einem Ausflug sollte man seinen Körper stets auf Zecken absuchen. Denn wie so oft gilt auch bei Zeckenbissen: Je früher der Fiesling entdeckt und entfernt wird, desto besser ist es. Doch den Spaß an einem Ausflug in die Natur sollte man sich dennoch auf keinen Fall verderben lassen. Verwendete Quellen: BR online, Robert Koch Institut

jko Gala

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