Stadträtin Cynthia Schneider: Stinksauer nach ihrem Auftritt als nacktes Einhorn

Der Bürgermeister von Schwäbisch Gmünd hat sich für die Gartenschau in der Region etwas ganz Besonderes einfallen lassen: Er erschien mit einem Einhorn. Die unkonventionelle Aktion sorgt jedoch für mächtig Ärger

Winfried Kretschmann , Cynthia Schneider

Richard Arnold, 60, seines Zeichens CDU-Politiker und Oberbürgermeister der Stadt Schwäbisch Gmünd in Baden-Württemberg, hat sich für die Eröffnung der Remstal Gartenschau 2019 etwas völlig Unkonventionelles ausgedacht: Er erschien zu den Feierlichkeiten mit einem nackten Einhorn. Genauer gesagt mit Stadträtin Cynthia Schneider, 37, von Die Linke, die sich mithilfe von Bodypainting in das Fabelwesen verwandelte. Mit der ungewöhnlichen Aktion sorgte Arnold aber gleich zweimal für Ärger. 

Anwesende kritisieren das Einhorn in Schwäbisch Gmünd

Denn der Auftritt von Bürgermeister und Einhorn stieß nicht überall auf Begeisterung: Einige Anwesende zeigten sich von dem Auftritt der Bodypainting-Künstlerin irritiert, bezeichneten ihn in den sozialen Medien als "geschmacklos" und "total fehl am Platz". Andere waren voller Bewunderung für die unkonventionelle Darstellung des Einhorns, das auch auf dem Stadtwappen von Schwäbisch Gmünd zu finden ist.

Eine geteilte Reaktion, die zu erwarten war, so der baden-württembergische Ministerpräsident Winfried Kretschmann, 70, von der Partei Bündnis 90/Die Grünen: "Der eine findet das humorvoll, der andere interessant, der nächste poppig, der übernächste blöd. Wir sind in einer freien Gesellschaft." Er selbst habe von dem Auftritt nichts gewusst und habe etwas irritiert gewirkt, als Schneider ihr Cape ablegte und die Körperkunst in Gänze präsentierte, schreibt unter ander anderem die "Frankfurter Allgemeine Zeitung". 

Doch nicht nur der Auftritt selbst sorgte in der Stadt für Unmut, vielmehr war es das Verhalten des Oberbürgermeisters nach dem besagten Event, das einigen Ärger nach sich zog. Denn Arnold plauderte nach der gelungenen Überraschung aus, wer sich unter dem Einhorn-Kostüm versteckte – und brach damit eine Abmachung zwischen ihm und Cynthia Schneider, die ihren Namen nicht in Verbindung mit dem Auftritt lesen oder hören wollte. Denn die 37-Jährige war in keinem politischen Auftrag unterwegs, sondern wurde lediglich als Bodypainting-Model gebucht. Nicht verwunderlich also, dass sie ihre Identität geheim halten wollte. 

Richard Arnold hält sich nicht an Absprache mit Cynthia Schneider

Dass sich der Oberbürgermeister an diesen Wunsch nicht hielt, machte Schneider ziemlich sauer. "Der OB sicherte mir zu, dass ich inkognito auftreten kann", so die Stadträtin gegenüber der "Bild". Auch ihre Partei zeigt sich auf der eigenen Website ziemlich wütend, bezeichnet das Verhalten Arnolds als "offenbar unstillbaren Drang zur Selbstinszenierung". Laut der Partei soll im Zuge des Auftritts auch der Satz "So sehen bei uns im Ostalbkreis Stadträtinnen aus" von Richard Arnold gefallen sein. Die Linke fordert nun eine öffentliche Entschuldigung des Bürgermeisters. 

Arnold versuchte zu beschwichtigen: "Wir wollten den Trubel nicht auf diese Art auslösen. Wenn es dazu geführt hat, dass Frau Schneider als Stadträtin und als Person unter Druck gerät, dann tut mir das leid." Ein Sprecher des Oberbürgermeisters ergänzte laut "Bild": "Frau Schneider ist ja für die Aktion nicht rausgesucht worden, weil sie Stadträtin ist, sondern weil sie Body-Painting-Model ist. Wir promoten ja keine linke Stadträtin." Ob sich die Wogen jetzt glätten werden? Cynthia Schneider scheint das Ganze - zumindest öffentlich - nun auf sich beruhen lassen zu wollen. Gegenüber der "Bild" kommentierte sie die Situation zum letzten Mal: "Ich werde weiter kämpfen und meine Frau stehen. Mehr möchte ich zu der Sache nicht mehr sagen."

Ungewöhnliches Suchbild

Wer findet die Frau auf diesem Bild?

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Jörg Düsterwald gehört zu den wenigen Bodypaintern in Deutschland, die sich hauptberuflich mit dieser Kunst beschäftigen. Geschickt setzt er seine Kunstwerke dann in Szene und erschafft somit perfekte Illusionen.
©Gala

Verwendete Quellen: Bild, FAZ, merkur.de, linke-gd.de, Twitter

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