Pflanzliches Mittel mit Nebenwirkungen: Wie gefährlich ist Iberogast?

Pharma-Gigant Bayer in der Kritik: Eine Frau soll gestorben sein, nachdem sie die Magentropfen Iberogast eingenommen hat. Der Pflanzen-Wirkstoff Schöllkraut soll zum Tod geführt haben. Wie gefährlich ist Iberogast?

Iberogast steht in der Kritik (Symbolbild)

Bei Magenschmerzen und Übelkeit vertrauen viele Deutsche auf frei verkäufliche Arzneimittel aus der Apotheke. Wer will schon gleich zur Chemiekeule greifen? Aber sind die Mittelchen mit den Wirkstoffen aus der Natur wirklich besser? Wie "Handelsblatt" berichtet, steht das Magen-Darm-Mittel Iberogast jetzt in der Kritik. Die Kölner Staatsanwaltschaft ermittelt gegen Bayer.

Frau stirbt nach Einnahme von Iberogast

Es geht um einen Fall aus dem Jahr 2018. Eine Frau hatte das pflanzliche Mittel eingenommen und war daraufhin an Leberversagen und inneren Blutungen gestorben. Inwiefern ihr Tod mit der Einnahme von Iberogast in Verbindung steht, das prüft jetzt die Staatsanwaltschaft. Die sieht den Wirkstoff Schöllkraut als ursächlich an. Dieser gilt in der Naturmedizin einerseits als schmerzstillend, krampflösend und entzündungshemmend, andererseits kann er aber auch schädlich für die Leber sein. 

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Bayer ergänzt Warnhinweis

Seit dem Tod der Frau ist in der Packungsbeilage von Iberogast ein Warnhinweis enthalten. "Bei der Anwendung von Schöllkraut-haltigen Arzneimitteln sind Fälle von Leberschädigungen (…) sowie Fälle von Leberversagen aufgetreten. Bei Auftreten von Nebenwirkungen sollte das Präparat abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Dieser kann über den Schweregrad und gegebenenfalls erforderliche weitere Maßnahmen entscheiden", steht dort geschrieben. Für die Patientin kommt dieser allerdings zu spät.

Ist Iberogast wirklich gefährlich?

Frei verkäuflich ist Iberogast weiterhin. Dass das Arzneimittel gefährlich ist, davon ist also nicht auszugehen. Auch Peter Layer, Chefarzt der Medizinischen Klinik am Israelitischen Krankenhaus in Hamburg, beantwortet die Frage gegenüber dem "Focus" mit "Nein". Allerdings warnt auch der Experte vor Kontraindikationen. So sollte Iberogast bei Überempfindlichkeit (Allergie) gegen einen oder mehrere Wirkstoffe nicht eingenommen werden. Auch bei Vorerkrankungen der Leber sollte das Mittel nicht verwendet werden, ebenso wie bei einer bestehenden Schwangerschaft oder wenn Patientinnen stillen. Sobald man feststellt, dass die Leber übermäßig reagiert, sollte man Iberogast schnell absetzen.

Folgende Symptome können Anzeichen für eine Unverträglichkeit sein: 

- Gelbfärbung der Haut oder Augen
- dunkler Urin
- entfärbter Stuhl
- Schmerzen im Oberbauch
- Übelkeit
- Appetitverlust
- Müdigkeit

Verwendete Quelle: Focus, Handelsblatt

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