Skurriles: Der verrückte Plan der Tochter von 'El Chapo'

Seine Firma nach dem Familiennamen zu nennen, ist nichts wirklich Ungewöhnliches. Sehr wohl ungewöhnlich ist es aber, wenn Dein Vater der Chef des größten Drogen-Kartells der Welt ist

Guzmán bei seiner Festnahme

Da hatte sich Drogenboss Joaquín "El Chapo" Guzmán eindeutig zu weit ins Rampenlicht gewagt: Nach einem Interview mit Hollywood-Schauspieler Sean Penn wurde der Boss des mexikanischen "Sinaloa"-Drogen-Kartells festgenommen. Zuvor war er bereits zum zweiten Mal aus einem Hochsicherheitsgefängnis geflohen und wurde von den USA zum Staatsfeind Nummer 1 erklärt. Jetzt kam ans Tageslicht weshalb sich Sean Penn und Guzmán wirklich treffen wollten.

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Gepostet von Elisheva Julian Lukács am Sonntag, 10. Januar 2016

Film über Guzmáns Leben

Ursprünglich plante Penn zusammen mit der mexikanischen Schauspielerin Kate del Castillo eine Biografie über den mexikanischen Drogen-Boss. Schon früh traf Guzmán dafür erste Vorbereitungen. Das mexikanische Patentamt bestätigte, dass er sich bereits im Jahre 2006 die Marke "El Chapo" für einen Film hat sichern lassen. Nach Angaben von Sean Penn stellte es sich als zu schwierig heraus einen Film über den Drogen-Boss zu drehen, immerhin befand sich Guzmán zu dem Zeitpunkt noch auf der Flucht. Stattdessen führte er ein siebenstündiges Interview für das Magazin "Rolling Stone". Ohne sein Wissen hatte Penn dabei die Ermittlungsbehörden auf die Fährte von Guzmán geführt. Am 8. Januar 2016 wurde er deswegen in seinem Versteck aufgespürt und festgenommen.

Guzmán bei seiner Festnahme

Noch mehr Patente?

Doch nicht nur Guzmán selbst versuchte aus seiner Berühmtheit Kapital zu schlagen: Im Jahre 2011 hatten Guzmáns Anwälte versucht die Namen "Joaquin El Chapo Guzmán" und "El Chapo Guzmán" als Marken eintragen zu lassen. Dieses Mal stand aber nicht Guzmán selbst dahinter, sondern seine Tochter Alejandrina Gisselle Guzmán Salazar. In den Anträgen ging es dabei nicht um Rechte für eine Film-Produktion, sondern um die Vermarktung von Bekleidung. Augenscheinlich wollte sie den Namen ihres Vaters also dazu verwenden, um ihre eigene Fashion-Linie besser zu verkaufen. Jeder, der bei Google nach "Joaquin El Chapo Guzmán" oder "El Chapo Guzmán" gesucht hätte, hätte dann auch ihre Produkte mit diesem Markennamen gefunden.

Das mexikanische Patentamt lehnte die Anträge allerdings ab, da Guzmán sich auf der Flucht befand.

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