China: Forscher klonen kranken Affen mehrere Male

Erstmals sind mehrere geklonte Affen mit einem absichtlich hervorgerufenen Gendefekt auf die Welt gekommen. Sie sollen der Erforschung von Biorhythmusstörungen dienen

In Shanghai wird ein Affe mehrfach geklont

Aus ethischen Gründen fraglich, für die Wissenschaft wichtig: Wie das chinesische Wissenschaftsmagazin "National Science Review" berichtet, wurde ein Affe in Shanghai, China, erstmals fünf mal geklont, um der Wissenschaft Aufschluss über einen bestimmten Gendefekt zu geben. Dabei handelt es sich um den sogenannten circadianen Rhythmus, der beim Menschen, wenn er gestört ist, mit Schlafstörungen, Depression, Diabetes, Krebs und neurodegenerative Krankheiten wie Alzheimer in Verbindung gebracht wird. 

Getestet wurde bis zuletzt für solche Experimente vor allem mit Mäusen oder Fliegen. Affen haben dagegen eine größere genetische Nähe zum Menschen und sollen somit eine bessere Vergleichbarkeit liefern.  

Geklonte Affen sollen tiefere Erkenntnisse bringen

Die Wissenschaftler im Institut für Neurowissenschaften der chinesischen Akademie erhoffen über die kranken Affen tiefere Erkenntnisse der Biorythmusstörung zu sammeln. Eckhard Wolf vom Genzentrum der Ludwig-Maximilians-Universität München nannte das Forschungsergebnis gegenüber dem Nachrichtenmagazin "Tag24" eine "große logistische Leistung". Weiter ist er der Meinung, dass wenn ethisch und wissenschaftlich belegt sei, dass so ein Experiment notwendig ist, halte er es nicht für verwerflich. 

Nach Angaben des Instituts haben die chinesischen Wissenschaftler bei dem Klon-Experiment internationale Standards eingehalten. 

China nicht zum ersten Mal wegen Klon-Skandal in den Schlagzeilen

Für China ist das jedoch nicht die erste Schlagzeile in Sachen Klonen. Erst im November 2018 soll ein chinesischer Forscher die weltweit erste Geburt genmanipulierter Babys verkündet haben. Dieser Vorfall sorgte weltweit für großes Aufsehen.

Verwendete Quellen: National Science Review, Tagesschau, Tag24

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