Schwanger ab 35 Vorteile für Kinder älterer Mütter

Schwangerschaften über 35 gelten in Deutschland als Risikoschwangerschaften. Eine Langzeitstudie aus Schweden zeigt nun jedoch, dass es viele Vorteile gibt

Eva Mendes, Celine Dion, Mariah Carey oder Drew Barrymore- zahlreiche prominente Frauen bekamen erst im höheren Alter Kinder und sind damit Beispiele für die gesellschaftliche Entwicklung in Industrieländern. Frauen werden immer später Mütter, was viele Ärzte als riskant einschätzen. In Deutschland gilt Gebärenden über 35 ein besonderer Schutz, da sie als Risikoschwangere eingestuft werden. Bislang nahmen zahlreiche Mediziner an, dass die Gefahr für Kinder älterer Mütter an bestimmten Krankheiten wie dem Downsyndrom zu erkranken stark erhöht sei. Auch in späteren Lebensjahren sollen bei Kindern vermehrt Krankheiten wie chronischer Bluthochdruck oder Diabetes auftreten, je älter die Mutter bei der Geburt war. Kurz gesagt: Von späten Schwangerschaften wurde bislang eher abgeraten.

Eine neue Langzeitstudie aus Schweden relativiert die Annahmen nun und sagt: das Alter der Mutter spielt bei der Gesundheit der Kinder zwar eine Rolle, doch Kinder von älteren Müttern können auch gesünder sein, als die jüngerer Mütter. Wichtig sind dabei laut der Studie des Max-Planck-Instituts für demografische Forschung in Rostock (MPIDR) und der London School of Economics andere Faktoren, die bislang nicht einkalkuliert wurden.

"Die Vorteile, die sich aus einem späteren Geburtsjahr ergeben, überwiegen die individuellen Risikofaktoren eines höheren Alters der Mutter bei der Geburt", so Mikko Myrskylä vom MPIDR. Kinder, die später geboren wurden, profitieren vor allem vom medizinischen Fortschritt und besseren Schulsystemen. Das Ergebnis: ein höherer Bildungsstand, eine bessere Gesundheit und eine erhöhte Körpergröße - obwohl die Mutter bei der Geburt des Kindes älter war.

Befragt wurden mehr als 1,5 Millionen Frauen und Männer aus Schweden, die zwischen 1960 und 1991 geboren wurden.



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