Zieht Deutschland nach?: Schottland bietet Tampons und Binden for free an

Wie viel gibt eine Frau wohl im Laufe ihres Lebens für Hygieneartikel aus? Tampons und Binden erzeugen ein tiefes Loch in den Portemonnaies der weiblichen Bevölkerung. Schottland möchte dagegen vorgehen und bietet Damenprodukte nun gratis an

Frauen geben jährlich eine immense Summe wegen ihrer Periode aus. 

Vor wenigen Wochen staunten die Anwesenden im Parlament nicht schlecht, als die britische Abgeordnete Danielle Rowley, 28, folgendes verlautete: "Ich habe meine Periode. Und das hat mich diese Woche schon 25 Pfund gekostet." Dabei bezog sie sich auf eine Umfrage, die ergab, dass eine Frau in Großbritannien jährlich umgerechnet 550 Euro für ihre Menstruation ausgebe. 

Frauen zahlen im Leben 16.000 Euro für ihre Periode

Dabei beziehe man sich nicht nur auf die Hygieneartikel an sich, sondern auch auf weitere Kosten, die in dieser Zeit anfallen. So würden zum Beispiel 91 Prozent der Befragten während ihrer Regel auf Schmerztabletten zurückgreifen. Hinzu kommt Kauf von neuer Unterwäsche, falls doch mal was daneben geht und viele weitere "Kleinigkeiten", die nach durchschnittlichen 38 Periodenjahren einer Frau eine ganz robuste Summe ergeben: Im Schnitt gibt jede Frau in Großbritannien fast 16.000 Euro für ihre Tage aus. Zahlen für Deutschland liegen in dieser Form nicht vor, allerdings muss man kein Mathematiker sein um zu vermuten, dass eine Tamponpackung zum Preis von vier bis fünf Euro aus der Drogerie auf Lebensdauer wohl eine ähnliche Summe ergeben würde. 

Die Mehrwertsteuer jagt die Preise für Hygieneartikel in die Höhe

In der Bundesrepublik kommen auf Tampons, Binden, Slipeinlagen und Menstruationstassen die allen vertrauten 19 Prozent Mehrwertsteuer. Auf vergleichbare Produkte wie Klopapier oder Windeln fallen nur 7 Prozent. Es heißt offiziell: Tampons und Co. sind Luxusartikel. Feministen fordern hier eine Gleichstellung, wenn nicht sogar die Aufhebung der Steuer. "Bluten ist kein Luxus!", heißt es und bei der Steuer handele es sich um Diskriminierung, denn der Zugang zu Hygieneprodukten sei die Voraussetzung, um am öffentlichen Leben teilzunehmen. In diesem Zusammenhang macht die Marke "Always" durch Werbespots in Großbritannien darauf aufmerksam, dass Mädchen sogar ihren Schulunterricht verpassen und während ihrer Periode Zuhause bleiben, weil sie sich keine Binden und Tampons leisten können. 

Schottland geht mit gutem Beispiel voran

Die schottische Regierung zeigt sich alarmiert und reagiert auf die dramatischen Ergebnisse einer aktuellen Umfrage. Laut der britischen Zeitung "The Guardian" hatte bereits jede vierte Schülerin oder Studentin Probleme die finanziellen Mittel für Hygieneartikel aufzutreiben. Die Lösung ist ein 5,2-Millionen-Pfund-Plan der Regierung, der es in sich hat: Schülern und Studenten sollen Hygieneartikel nun frei zur Verfügung gestellt werden. "Es ist eine Schande, dass es in einem reichen Land wie Schottland, immer noch Menschen gibt, die sich einfache Hygieneartikel nicht leisten können", so eine Sprecherin der Regierung. Folgeplan soll außerdem sein, Tampons und Binden auch in öffentlichen WCs frei auszugeben.

Bietet Deutschland bald Tampons mit niedrigerem Preis an? 

Ob man sich hierzulande bald ein Beispiel an Schottlands Entschluss nehmen wird, ist fraglich. Da sich die Politik noch nicht mal auf die Senkung des Steuersatzes einlässt, werden Frauen in Deutschland wohl weiterhin einen kleinen Freudensprung machen, wenn eine Bar oder Restaurants mal ein paar Tampons auf der Damentoilette deponiert. Dass es aber auch in Deutschland Frauen gibt, die besonders in der roten Woche jede Münze dreimal umdrehen müssen, zeigt der Hartz-IV-Regelsatz. Der sieht für die "Gesundheitspflege" 15,55 Euro im Monat vor. Von dieser Summe soll von Zahnbürste bis über Arztbesuche alles bezahlt werden. Dass es sich hierbei um eine Minusrechnung handelt, hat auch SPD-Politikerin Nanna-Josepehine Roloff erkannt. Daher hat die junge Frau eine Petition für die Senkung der Mehrwertsteuer auf Damenprodukte gestartet und bereits 80.000 Unterschriften gesammelt. Bis es in Deutschland aber zur tatsächlichen Umsetzung kommt, könnte noch Zeit ins Land ziehen.

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