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Rührend Kind stirbt in den Armen des Weihnachtsmanns

Eric Schmitt-Matzen
Eric Schmitt-Matzen
© facebook / Eric Schmitt-Matzen
"Ich habe den ganzen Heimweg lang geweint."

Für Eric Schmitt-Matzen ist derzeit Hochsaison. Der ältere Herr mit dem Rauschebart aus Ohio ist dem Weihnachtsmann nämlich wie aus dem Gesicht geschnitten. Neben dem langen Rauschebart machen ein gezwirbelter Schnauzer, buschige Augenbrauen und gütige Augen den Weihnachtsmann-Look perfekt. Achtzig Auftritte im Jahr absolviert der 60-Jährige, doch seinen letzten Auftritt wird er wohl nie wieder vergessen.

Als eine Pflegekraft aus dem örtlichen Krankenhaus bei ihm anrief und fragte, ob er nicht mal bei einem schwer kranken Jungen vorbeischauen könne, der sich so sehr wünschen würde den Weihnachtsmann zu sehen, dachte sich Schmitt-Matzen, dass das ein Auftritt wie jeder andere werden würde. Am Ende sollte ihn sein Besuch bei dem fünfjährigen Jungen so bewegen, dass er den ganzen Heimweg über weinen musste bis er die Straße kaum noch sehen konnte.

Im Krankenhaus traf er auf die Familie des Jungen, die unendlich dankbar war, dass er so schnell gekommen war. Mit Tränen in den Augen beobachteten sie, wie er das Zimmer der Intensivstation betrat. Beim Anblick des ausgemergelten, kleinen Körpers erschrak er. Der Junge war so erschöpft, dass es schien als würde er jeden Augenblick einschlafen. Schmitt-Matzen setzte sich auf das Krankenbett und folgender Dialog entspann sich.

"Hey, ich habe gehört, dass Du Weihnachten verpassen wirst. Das kann doch gar nicht sein, denn Du bist doch mein Helfer Nummer eins!"

"Bin ich das?", fragte der Junge kaum hörbar.

"Na sicher.", entgegnete Schmitt-Matzen und überreichte ihm das Geschenk, das ihm die Familie kurz zuvor gegeben hatte.

"Aber sie sagen, dass ich sterben werde.", flüsterte der Junge ihm zu.

Schmitt-Matzen schluckte. Als er sich wieder gefangen hatte, schaute er ihn mit seinen großen, gütigen Augen an und sagte das Einzige, was ihm einfiel, um dem kleinen Jungen Trost zu spenden: "Kannst Du mir einen großen Gefallen tun?." Der Junge nickte. "Wenn Du vor der Himmelstüre stehst, sag ihnen, dass Du der beste Helfer des Weihnachtsmanns bist und dann werden sie Dich reinlassen."

"Werden sie?", fragte der Junge.

"Sicher."

Mühsam richtete sich der Junge auf und umarmte den Weihnachtsmann. Noch eine letzte Frage richtete er an den von Gefühlen überwältigten Weihnachtsmann: "Lieber Weihnachtsmann, kannst Du mir helfen?"

Bevor Schmitt-Matzen darauf etwas entgegnen konnte, starb der Junge in seinen Armen. Sprachlos hielt er den leblosen Körper weiter in seinen Armen. Die Familie, die von außen zugesehen hatte, realisierte sofort, was passiert war und eilte herbei. "Nein! Nein! Noch nicht!", schluchzte die Mutter und drückte den Jungen an sich. Schmitt-Matzen beeilte sich aus dem Zimmer und aus seinem Kostüm zu kommen. Vier Jahre lang war er bei der Armee, doch nichts von dem, was er dort erlebt hatte, hatte ihn jemals so mitgenommen wie dieser Moment.

Über Tage war Schmitt-Matzen nicht mehr ansprechbar. Er konnte sich nicht mehr vorstellen jemals wieder in seine Rolle als Weihnachtsmann zu schlüpfen und war bereit sein Kostüm an den Nagel zu hängen. Doch dann realisierte er: "Wenn ich all die Kinder lachen sehe und sehe, wie sehr sie sich freuen, zeigt mir das, wie wichtig meine Rolle für sie ist. Für sie und für mich.

tgi

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