Bluten für den Papst: Gibt es die Pillenpause nur seinetwegen?

Selbst Frauen, die die Pille nehmen, sind nicht davor gefeit, einige Tage im Monat unter Blutungen zu leiden. Warum eigentlich? Und was hat der Papst damit zu tun?

Warum machen wir eigentlich eine Pillenpause?

In Großbritannien wurde eine neue Richtlinie zur Anti-Baby-Pille veröffentlich. Nach dieser ist die siebentägige Pillenpause, in der es zur Abbruchblutung kommt, nicht notwendig. Grund dafür, dass wir sieben Tage lang auf die Einnahme verzichten, sei einzig und allein ein Mann: der Papst! Das behauptet zumindest John Guillebaud, Professor für Familienplanung und Reproduktionsmedizin.

Bluten wir eigentlich nur für den Papst?

Seine provokante These stützt Guillebaud auf John Rock, einen US-amerikanischen Vorreiter in der Antibabypillen-Forschung. "Der Gynäkologe John Rock hat sich die Pause ausgedacht, weil er hoffte, dass der Papst die Pille akzeptieren und ihren Gebrauch für Katholiken erlauben würde. Rock dachte, wenn er den natürlichen Zyklus imitieren würde, dann würde der Papst sie akzeptieren", erklärt Guillebaud im Interview mit der britischen Zeitung "The Telegraph". Und er geht sogar noch weiter, bezeichnet die Art, wie die Pille weltweit eingenommen wird, als "suboptimal": "Wie kann es sein, dass die Pille 60 Jahre lang in einer suboptimalen Weise eingenommen wurde, nur wegen dieses Wunsches, dem Papst zu gefallen?" 

Brauchen wir die Pillenpause nicht?

Fakt ist, dass die Hormone der Anti-Baby-Pille den natürlichen Zyklus samt Eisprung unterdrücken. Daher gibt es eigentlich auch keine Regelblutung. Eigentlich. Denn wir Menschen sind Gewohnheitstiere und wer jahrelang monatlich eine Regelblutung hatte, der fühlt sich einfach wohler, wenn das auch unter Einnahme der Pille so ist. In der siebentägigen Pillenpause wird die Blutung also quasi künstlich hervorgerufen, da der Körper auf den Hormonentzug reagiert. Medizinisch notwendig ist die Blutung nicht. Das hat die "Faculty of Sexual and Reproductive Healthcare (FSRH)", eine Organisation, die das britische Gesundheitssystem in allen Fragen rund um die sexuelle Reproduktion berät, in der neuen Richtlinie bestätigt. "Wir brauchen keine regelmäßige Blutung, um gesund zu sein", erklärt Dr. Sarah Hardman. Man könne die Pillenpause also gut und gerne verkürzen oder gar ganz aussetzen – nur verlängern dürfe man sie lediglich, sollte inzwischen ein Kinderwunsch bestehen, denn die Wahrscheinlichkeit einer Schwangerschaft steigt. 


Pille bekommt neuen Warnhinweis

Während in Großbritannien über die Pillenpause diskutiert wird, geht es in Dänemark um den Zusammenhang zwischen hormoneller Verhütung und einem gesteigerten Suizidrisiko. Bekannt ist, dass depressive Verstimmungen und Depressionen als Nebenwirkungen der Pille auftreten können. Auf Empfehlung der Europäischen Arzneimittelagentur soll es demnach künftig einen entsprechenden Warnhinweis in der Gebrauchsinformation geben, teilt das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit.

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Verwendete Quellen: The Telegraph

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