Nicht eineiig, nicht zweieiig: Halb-identische Zwillinge sind ein Wunder der Natur

Tatsächlich ist weltweit nur ein einziger anderer Fall bekannt: Eine Frau aus Australien brachte Zwillinge zur Welt, die weder eineiig noch zweieiig sind, sondern halb-identisch

Zwillinge, die unterschiedliche Geschlechter haben, sind "normalerweise" zweieiig

Die Bezeichnung "halb-identische Zwillinge" verwirrt ein bisschen. Denn aus dem Biologieunterricht wissen wir noch: Zwillinge kommen entweder eineiig oder zweieiig zur Welt. Das heißt eineiige Zwillinge entwickeln sich – daher der Name – in einem Ei, weisen das gleiche Geschlecht auf und haben identisches Erbgut. Zweieiige Zwillinge hingegen, auch das ist uns bekannt, wachsen in unterschiedlichen Eizellen heran und haben entsprechend unterschiedliches Erbgut, können, müssen aber nicht unterschiedlichen Geschlechts sein. 

Halb-identische Zwillinge sind eine extreme Seltenheit

In Brisbane/Australien aber geschah vor einer Weile ein kleines medizinisches Wunder, wie die Fachzeitschrift "The New England Journal of Medicine" berichtet. Denn die damals 28-jährige werdende Mutter erwartete damals Zwillinge, die zwar in einer Eizelle heranwuchsen, dennoch aber von unterschiedlichen Spermien befruchtet wurden. Im Endergebnis bedeutet dies, dass ihre Kinder zwar dasselbe mütterliche Genmaterial in sich tragen, das Genmaterial des Vaters sich aber unterschiedlich zusammensetzt. Lediglich 78 Prozent der väterlichen Erbeigenschaften stimmen bei den beiden Kindern, die letztendlich auch verschieden-geschlechtlich waren, überein. 

Die Geschwister entwickeln sich größtenteils "normal"

Normalerweise, so das Magazin, sterben Eizellen, die von zwei verschiedenen Spermien befruchtet werden, ab. Ein "Erbgutüberschuss" führt dann dazu, dass die Eizelle sich nicht wie üblich teilt, sondern abstirbt. Nicht diesmal! Zwar müssen die Babys in der 33. Schwangerschaftswoche durch einen Kaiserschnitt frühzeitig auf die Welt geholt werden, doch die Mediziner, die in dem Bericht des Fachmagazins ihre Ergebnisse vorstellen, sind weitestgehend zufrieden mit der Entwicklung des Geschwisterpaares. Dem Mädchen mussten allerdings die Eierstöcke und ein Unterarm entfernt werden.

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©Gala

Verwendete Quellen: The New England Journal of Medicine

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