Experiment "The Push": Netflix-Doku macht Menschen zu Mördern

Es ist ein soziales Experiment, das gerade für viel Aufsehen und vor allem Bestürzung sorgt. Kann ein normaler Mensch zum Mörder gemacht werden? Und was macht das mit ihm selbst?

Netflix

Die neue Doku "The Push" (zu Deutsch: Der Stoß) läuft seit gestern auf Netflix und ist schon jetzt in aller Munde. Das gewagte Experiment zielt darauf ab, ob es möglich ist, durch Manipulation, Lügen und gesellschaftlichen Druck jemand Unwissenden zu einem Mord zu bewegen. 

So funktioniert das Experiment

Derren Brown ist ein britischer Hypnose-Künstler und leitet durch die gesamte Show. An dem Experiment wirkten zudem dutzende Statisten und Schauspieler mit. Alles dreht sich um den Kandidaten Chris Kingston, der allerdings gar nicht weiß, dass er überhaupt gefilmt wird. Zuvor wurde er mit einem aufwendigen Bewerbungserfahren ermittelt. Er wusste da lediglich, dass er sich für eine Show mit Derren Brown bewarb, glaubt dann aber, nicht genommen worden zu sein.

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Doch da ging die Show erst richtig los

Laut Brown ist Chris ein "leichtes Opfer". In dem Auswahlverfahren musste er zum Beispiel mit anderen in einem Raum Fragebögen ausfüllen. Es ertönte eine Glocke, woraufhin alle um ihn herum aufstanden. Außer Chris waren alle natürlich eingeweiht und lediglich engagierte Schauspieler. Chris stand ebenfalls auf, er ließ sich also von der Masse steuern und leiten. Ein perfekter Kandidat für Brown.

Der nächste Schritt sollte der Mord sein. Mit aufwändigsten Mitteln wurde eine komplette Location mit Kameras ausgerüstet und eine fiktive Veranstaltung inszeniert, bei der Chris nach einem vorher festgelegten Drehbuch die Hölle durchlebte. Alles ohne zu bemerken, dass es nur Show ist und er der unwissende Hauptdarsteller. 

Das Ergebnis - Achtung Spoiler!

Chris wird im Laufe der Sendung extremen Druck ausgesetzt. Er muss mit ansehen, wie ein Mann einen vermeintlichen Herzinfarkt erleidet und wird schließlich zum Komplizen in einer Vertuschungsaktion. Brown kommentiert die Szene dabei mit Worten wie: "Er hilft nun eine Leiche aus dem Raum zu bringen, ohne es zu hinterfragen - Das ist gut." Man sieht, wie Chris sichtlich mit sich hadert und völlig fertig mit den Nerven ist. Schließlich eskaliert die Situation im Laufe des Abends und Chris wird damit konfrontiert, einen Mann von einem Dach zu stoßen, um vermeintlich alles wieder hinzubiegen. Er entscheidet sich dagegen und geht. Er stellte sich gegen die Masse, doch das erschreckende Ergebnis: Drei von Vier Menschen taten es nicht und schlossen sich dem Mord-Komplott an. 

Bestürzung bei den Zuschauern

Keine Frage, von der Show geht eine gewisse Faszination aus, doch auf der anderen Seite lässt sie den Zuschauer erschüttert und fassungslos zurück. Dabei geht es nicht nur um das Ergebnis an sich, sondern vor allem um die Menschen. Menschen, wie Chris, der den Horror seines Lebens durchlitt, nur um im Anschluss quasi gesagt zu bekommen 'Alles war ja eigentlich nur ein Scherz'. Ein grausames Spiel mit den Protagonisten, die vor aller Welt vorgeführt werden. Auch die Zuschauer und Facebook-User haben da große Bedenken. Eine Zuschauerin kommentiert zum Beispiel auf der Seite von Hypnose-Künstler Derren Brown: "Das war besorgniserregend. Nachdem diese Leute die Person runtergestoßen haben und herausfanden, dass alles nur gespielt war und darüber gelacht haben. Aber man, du hast versucht, jemanden zu töten!"

Sorge um die Statisten?

Doch was macht das eigentlich mit den Menschen, die unfreiwillig Hauptdarsteller wurden? Sie alle erzählen in den Interviews im Anschluss, erschrocken über sich selbst gewesen zu sein und sich ändern zu wollen. Doch sie durchlitten einen traumatischen Tag und werden nun einem großen Publikum "vorgeführt", wie es in einigen User-Kommentaren auf Facebook heißt. 

In einer Stellungnahme von Netflix heißt es, dass sie keine weiteren Informationen zur Show vorliegen haben und auch keine Auskunft über die Resonanz der Sendung in Deutschland geben.

Die einstündige Doku bleibt also auf jeden fall eines - spannend, aber auch beängstigend. 

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