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Ausgerechnet jetzt Aldi und Lidl geht ein beliebtes Produkt aus

Aldi und Lidl. 
Aldi und Lidl. 
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Ausgerechnet im Jahrhundertsommer geht Aldi und Lidl die Grillkohle aus. Nachdem die Non-Profit-Organisation FSC dem polnischen Kohle-Exporteur Dancoal das Öko-Siegel entzogen hat, reagieren die Discounter 

Bei Lidl und Aldi Süd gibt es ab sofort eine Regalräumung: Die zwei Supermarktketten haben die Holzkohlebriketts ihres polnischen Lieferanten Dancoal aus ihrem Sortiment genommen. 

Aldi Süd und Lidl ergreifen Maßnahmen 

"Wir gehen davon aus, dass in vielen unserer Filialen nun keine oder nur noch geringe Mengen an Holzkohlebriketts verfügbar sind", teilt eine Sprecherin von Aldi Süd mit und auch Lidl bestätigt den Verkaufsstop. Grund dafür sei die Non-Profit-Organisation Forest Stewardship Council (FSC), die dem Kohlelieferanten Dancoal das wichtige Holzsiegel entzog. Das FSC-Siegel steht für verarbeitete Hölzer aus nachhaltiger Forstwirtschaft. 

NDR und WWF decken "das schmutzige Geschäft mit der Holzkohle auf"

Eine Marktanalyse des NDRs und des "World Wide Fund for Nature" (WWF) für die Dokumentation "Die Story im Ersten - Das schmutzige Geschäft mit der Grillkohle" (Montag, 2. Juli 2018 um 23.45 Uhr im Ersten) deckte nämlich Bedenkliches auf: Die in Deutschland verkauften Briketts enthalten hohe Anteile an Tropenholz und Holz aus geschützten osteuropäischen Urwäldern. Darunter fällt auch die Dancoal-Kohle, die das FSC-Siegel damit nicht berechtigt trägt.

Grillkohle aus Tropenholz 

Ein handgemachter Holzkohleofen zur Kohleproduktion in Südbrasilien.


Ein handgemachter Holzkohleofen zur Kohleproduktion in Südbrasilien.
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Der NDR berichtet, dass 85 Prozent der in Deutschland verkauften Holzkohle importiert seien. Einzige einheimische Hersteller seien das Startup Nero in Saarbrücken und proFagus in Bodenfelde. Bei allen anderen Produkten sei die Herkunft der Hölzer oft fehlerhaft oder gar falsch. So werbe die bei Bauhaus vertriebene "Flash Barbecue Season"-Holzkohle mit dem Aufdruck "Kein Tropenholz". In Wahrheit bestehe die Ware jedoch laut Thünen-Institut zu mehr als 50 Prozent aus tropischen Holzarten. 

Deutschland ist Europameister in Sachen Holzkohle

Forschungen des Norddeutschen Rundfunks ergaben außerdem, dass in Deutschland 250.000 Tonnen Holzkohle genutzt werden. Im Sommer 2018 würde der Verbrauch aufgrund des guten Wetters sicherlich noch wesentlich höher werden, was die Deutschen zum Europameister in der Grillsaison werden lässt. Damit sind sie wir allerdings auch die Vorreiter, wenn es um die Zerstörung von Tropen- und Urwäldern geht. Aldi und Lidl wollen Verantwortung übernehmen und nahmen Grillkohle aus Tropenhölzern kurzerhand aus dem Sortiment. Verbraucher sollen sicher sein, dass ein FCS-Produkt die höchsten Sozial-und Umweltstandards erfüllt. 

reb Gala

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