Müll oder Mode?: Diese Frau trägt nur, was sie auf der Straße findet

Sie setzt ihre Outfits aufwendig in Szene und posiert in coolen Locations - doch sie hat sie nicht gekauft. Ihre Kleidung kommt direkt von der Straße

Verschiedene Outfits und typische Posen: Karina Papp lädt auf ihrem Instagram-Account Fotos hoch, die sich optisch nicht sehr von denen vieler Influencer oder denen, die es gern wären, unterscheiden. Wer genauer hinsieht, erkennt, dass hier keine Marken verlinkt sind und auch keine Onlineshops. Unter ihren Bildern heißt es: "Gefunden in Athen."

Weder gekauft, noch gesponsert

Gemeinsam mit ihrer Freundin Anna Vladi postet sie unter dem Account "found_on_the_street" Outfitbilder mit Kleidung, die die beiden auf der Straße gefunden haben. Nichts davon ist gekauft, noch gesponsert. Trotzdem inszenieren sie die gefunden Stücke aufwendig in hippen Locations in ganz Berlin. "Wir wollen uns ein bisschen über den Markenwahn lustig machen", sagt Karina Papp gegenüber "n-tv". Doch vor allem wollen die beiden damit beweisen, dass schöne Kleidung überall herkommen kann - sogar von der Straße. 

Sie selbst sagt, dass sie irgendwann damit aufgehört habe, sich selbst Kleidung zu kaufen. Nur Unterwäsche kauft sie sich selber. Für sie bedeute Mode nicht nur konsumieren, sondern auch entdecken, teilen, geben und nehmen. Doch diese Ansicht teilen nicht viele in Deutschland - vor allem nicht außerhalb der Großstädte. Laut einer Greenpeace-Studie kauft der Durchschnittsdeutsche 60 Kleidungsstücke im Jahr und jährlich werden 1,3 Millionen Tonnen Kleidung entsorgt. Mit "found_on_the_street" wollen die beiden Freundinnen zeigen, dass es auch nachhaltiger geht. 

Kleidung zu verschenken

Dass die Kleidung, die sie finden, vielleicht tagelang im Regen, Schnee oder Matsch gelegen hat, stört die beiden gar nicht. "Man wäscht die Teile einmal und gut ist es", sagt Karina Papp. Damit das aber nicht so weitergehen muss, haben sich die beiden Berlinerinnen überlegt, dass man "Zu verschenken"-Boxen installieren könnte, damit die aussortierten Kleidungsstücke nicht doch irgendwann zu Müll werden.

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