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Gewalt gegen Frauen? Kunstobjekt in Mailand sorgt für Furore

Der acht Meter hohe Sessel von Gaetano Pesce steht auf der Piazza Duomo direkt vor dem Mailänder Dom. 
Der acht Meter hohe Sessel von Gaetano Pesce steht auf der Piazza Duomo direkt vor dem Mailänder Dom. 
© Getty Images
Eigentlich wollte Künstler Gaetano Pesce mit seinem Sessel in Übergröße gegen die Gewalt an Frauen protestieren. So richtig gelang ihm das aber nicht – sein Kunstwerk rief eine Frauenrechtsorganisation auf den Plan

Schon zu Beginn der Mailänder Möbelwoche wird die Veranstaltung von einem Skandal begleitet. Der Künstler Gaetano Pesce sorgte mit seinem Kunstwerk, dass laut ihm eigentlich ein Mahnmal gegen Gewalt an Frauen sein soll, für Ärger. 

Künstler Gaetano Pesce entwirft seinen Designklassiker in Übergröße

Aber von vorne: Gaetano Pesce, 1939 in Italien geboren, hat für die Möbelwoche ein Kunstwerk entworfen, das sich gegen die Gewalt an Frauen ausspricht. So die Aussage des Künstlers. Als Symbol dafür kreierte er einen acht Meter hohen Sessel in der Form eines Frauenkörpers. In dem gesamten Korpus stecken Pfeile; Brüste, Bauch und Schoß sind von den Waffen übersät. Um die Skulptur herum positionierte Pesce Köpfe von Wölfen, Schlangen und Löwen. 

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Nur kurze Zeit nach der Installation wehrt sich die Frauenrechtsorganisation "Non una di meno", die sich gegen geschlechtsspezifische Gewalt auflehnt, gegen das Kunstwerk. Die Skulptur, die den Namen "Maestà Sofferente" (zu dt.: Leidende Majestät) trägt, sei ebenfalls Gewalt gegen Frauen, da sie genau diese darstelle. "Zum x-ten Mal wird die Frau als hilfloser Körper und Opfer dargestellt, ohne jemals den Gewaltakteur in Frage zu stellen. Und das alles, ohne von der menschlichen Form abzuweichen: Dem Sessel und dem Nadelkissen fehlen in der Tat Kopf, Hände und alles, was das Menschliche eines Wesens ausmacht", so die Organisation in einem Facebook-Post. 

Kulturminister Alberto Bonisoli kommentiert die Kritik nur knapp

Während der Post der Organisation mehr als 160 Mal geteilt und über 200 Mal kommentiert wurde, hatte Kulturminister Alberto Bonisoli nur einen knappen Satz für die Kritik der Frauengruppe übrig. Zeitgenössische Kunst müsse provokativ sein, "andernfalls ist es nicht Kunst", so seine Einschätzung. Gaetano Pesce selbst äußerte sich zu der Kritik noch nicht, er postete lediglich ein Foto der Installation auf Instagram. Trotzdem dürfte der Streit um die "Maestà Sofferente" noch nicht vorbei sein. 

Die Mailänder Möbelwoche startete am heutigen Dienstag, den 9. April, und endet am kommenden Sonntag, den 14. April. Die Messe findet seit 1961 jährlich in der italienischen Modemetropole statt. 

Verwendete Quellen: Instagram, Facebook, stern.de, heute.at

ame Gala

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