Louisa Dellert: Influencerin bittet Follower um Geld, erntet dafür einen Shitstorm

Über 380.000 Menschen folgen Louisa Dellert auf Instagram. Mit einem Posting, das sie vor zwei Tagen veröffentlichte, erhitzte sie die Gemüter selbiger. Die Influencerin bat um Spenden – sehr zum Missfallen einiger ihrer Fans.

Louisa Dellert

"Ich hatte wirklich Angst, dieses Video zu veröffentlichen" – mit diesen Worten startet Louisa Dellert den Text zu ihrem Video-Post ein. Und damit hatte die Influencerin, die sich als "Aktivistin für das Gute" und "Mensch mit Emotionen" bezeichnet, offenbar genau den richtigen Riecher. Denn für ihr Posting erntet sie im Nachgang einen heftigen Shitstorm.

Louisa Dellert bittet Follower um finanzielle Unterstützung 

"Ob ihr einen Cent spendet oder 10 oder einen Euro – ich freue mich darüber", sagt Louisa Dellert in dem Video ganz offen. Der Hintergrund für ihre Bitte um finanzielle Unterstützung ist so einfach wie nachvollziehbar: Die Bloggerin, die sich auf Nachhaltigkeit spezialisiert hat, aber auch gesellschaftspolitische Themen anspricht, und sich für Umweltthemen stark macht, kann ihre Miete nicht mehr bezahlen. Das sagt Louisa ganz ehrlich. Lange Zeit habe sie alle ihre Aktivitäten, einen Kameramann, Übernachtungen und Co. aus der eigenen Tasche bezahlt. Doch langsam neige sich ihr Erspartes dem Ende entgegen. Vor allem auch, weil "viele Unternehmen am liebsten nichts bezahlen, weil sie ja eh die Welt rettet." Eine Zwickmühle für die engagierte Influencerin. Die Einrichtung eines "finanziellen Unterstützungskontos" empfindet sie daher als logische Schlussfolgerung. Darauf können ihre Follower nun also spenden. Damit Louisa, die ihre Inhalte komplett kostenlos zur Verfügung stellt, auch weiterhin etwa "im Bundestag Interviews führen kann, im Zoo ne Reportage mache oder auf Helgoland über den Klimawandel berichte." Sie möchte weiter unabhängig und neutral bleiben. Das sei ihr unter den gegebenen Umständen aber nicht möglich.

Gefährlicher Besucher

Dieses Frau staunt, als sie sieht, was sich hinter ihrem Sofa verbirgt

Gefährlicher Besucher: Dieses Frau staunt, als sie sieht, was sich hinter ihrem Sofa verbirgt
Es handelt sich tatsächlich um einen Puma. Wie das Tier im Haus gelandet ist, ist nicht ganz klar. Er hat sich aber vermutlich vor den Waldbränden in der Umgebung retten wollen.
©Gala

Influencerin legt ihre Ausgaben offen

Als Gegenleistung verspricht sie die komplette Offenlegung der Ausgaben. Sie will monatlich Report darüber abgeben, wofür das gespendete Geld ausgegeben wurde. Nicht etwa möchte sie damit ihre Miete oder ähnliches bezahlen, vielmehr plane sie, damit etwa eine BahnCard 100 zu finanzieren, um ihre Arbeit auch weiter so machen zu können, wie sie es bisher tut.

Shitstorm und Geld gleichermaßen

Dass ihr Aufruf polarisieren könnte, damit hatte Louisa Dellert gerechnet. Und sie sollte Recht behalten. Knapp 16.000 Menschen schenken der Influencerin ein Herz für ihre offenen Worte, allerdings finden sich unter den Kommentaren auch nicht freundliche Reaktionen. "Wenn man von einem Job nicht leben kann, dann sollte man sich einen anderen suchen und diese Tätigkeit nebenbei ausüben", kommentiert eine Followerin. "Ganz ehrlich. Kein Verständnis dafür. Dann musst du dir - wie wir alle hier - einen richtigen Job suchen und bzgl berichten über Nachhaltigkeit und Co. etwas runterschrauben und das auf freiwilliger Basis machen, soweit du es mit einem Gehalt finanzieren kannst", lautet ein anderer Kommentar. "Danke Lou ! Mach bitte weiter! Wir unterstützen dich", schreiben ihre Unterstützer. "Was soll das ganze Unverständnis? Bekommt ihr alle euer Netflix Abo geschenkt, zahlt keine Rundfunkgebühren und kriegt kostenlose Zeitungen am Kiosk?", fragt eine andere Followerin berechtigterweise. Denn Louisa stellt ihre Inhalte komplett kostenlos zur Verfügung. Und damit sie dies auch weiterhin tun kann, fragt sie die, die jene konsumieren, um Unterstützung. Und die reagieren. 

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Vielen vielen vielen Dank an alle, die meinen Aufruf vor zwei Tagen nicht negativ aufgefasst haben und mir vertrauen. Ich will euch natürlich über die nächsten Schritte auf dem Laufenden halten. Mit den 7.300€ werden folgende Dinge bezahlt: eine BahnCard100 mit welcher ich ausschließlich zu Terminen fahre wie Schulbesuche, Recherchearbeiten oder Interviews wie z.B. mit der Verpackungsindustrie. Parallel habe ich weiterhin meine BahnCard 50 für private Reisen. Im Herbst sind die Landtagswahlen. Bereits gestern habe ich mich mit zwei tollen Menschen zusammengesetzt, weil wir eine Kampagne auf die Beine stellen möchten. Wie dafür das Geld genutzt wird, zeige ich dann transparent. Mit dem restlichen Geld wird ausschließlich für politische Themen ein Kameramann bezahlt was Zugfahrten oder Übernachtungen, das Filmen und schneiden angeht, wenn wir z.B. in Brandenburg vor Ort Aufnahmen machen. Außerdem war ich heute bei meiner Steuerberatungsgesellschaft und werde mir Ende des Jahres einmal ganz offiziell auswerten und testieren lassen, was von eurem Geld bezahlt wurde. Das wird dann auch veröffentlicht. Nochmal: damit bezahle ich keine Miete, Versicherungen oder ähnliches. Ich habe ja glücklicherweise schon noch 1-2 andere Jobs im Monat mit denen ich das bestreiten kann. Viele von euch sagen, dass diese politische Arbeit mein Hobby ist. Ja, vielleicht ist sie das, wenn ihr das so seht. Aber dann stehe ich gerne zu 100% dahinter, dass ich für dieses Hobby nach finanzieller Unterstützung gefragt habe. Jetzt habe ich die Möglichkeit da noch mehr Arbeit reinstecken zu können. Also Danke! Auch die Frage, was ich mit dem Geld mache, dass jetzt nach den Projekten übrig bleibt, kann ich verstehen. Und wenn ich damit ein Politik- Event für euch als Dankeschön auf die Beine stelle oder eine Schulklasse nach Brüssel einladen kann, um ihnen die EU näher zu bringen. Ich verwende dieses Geld NICHT, um mein „Influencer“ Dasein zu finanzieren. Und zum Schluss: ich finde es schade, dass wir besonders hier in Deutschland so misstrauisch, böse und skeptisch „neuen“ oder Dingen die anders sind, gegenüberstehen. ✌🏽

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Über 7000 Euro hat sie mittlerweile gesammelt – wofür sie das Geld bereits teilweise ausgegeben hat, erklärt Louisa in einem Post von gestern: Sie hat davon "eine BahnCard100 mit welcher ich ausschließlich zu Terminen fahre wie Schulbesuche, Recherchearbeiten oder Interviews wie z.B. mit der Verpackungsindustrie." Und sie kündigt an: "Mit dem restlichen Geld wird ausschließlich für politische Themen ein Kameramann bezahlt was Zugfahrten oder Übernachtungen, das Filmen und schneiden angeht, wenn wir z.B. in Brandenburg vor Ort Aufnahmen machen." Transparenz ist ihre oberste Prämisse: "Außerdem war ich heute bei meiner Steuerberatungsgesellschaft und werde mir Ende des Jahres einmal ganz offiziell auswerten und testieren lassen, was von eurem Geld bezahlt wurde. Das wird dann auch veröffentlicht."

Verwendete Quelle: Instagram

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