Liebe: Die schlimmsten Gewohnheiten in Beziehungen

Diese sechs Gewohnheiten in Beziehungen halten die meisten Personen für normal. Tatsächlich können Sie aber sehr schädlich sein. Wir zeigen Ihnen warum und was Sie stattdessen tun können

Streit? Das muss nicht sein!

In der Schule lernt man Sonette zu interpretieren, die Fläche eines Kreises zu berechnen und den Unterschied zwischen Rhombus und Quadrat zu erkennen. Wie man eine Beziehung führt, wird aber nicht gelehrt. Abgesehen davon, dass es nicht im Lehrplan steht, wissen die Lehrer oft selbst nicht, wie das denn eigentlich funktioniert.

Beziehungen sind für die meisten Menschen ein ständiges Auf und Ab zwischen Versuch und Irrtum. Und nein, Frauen und Männer kommen nicht von verschiedenen Planeten und sprechen auch nicht unterschiedliche Sprachen. Glücklicherweise wurden über die vergangenen Jahrzehnte viele psychologische Studien durchgeführt, die herausgearbeitet haben, was für eine gesunde Beziehung wichtig ist und was oft falsch gemacht wird.

Dies sind die sechs häufigsten Verhaltensweisen in Beziehungen, die Paare als normal ansehen, aber eine Beziehung unnötig erschweren können:


1. Die Beziehungs-Punktekarte

Was bedeutet das?

Eine Beziehungs-Punktekarte führt man, wenn man seinem Partner ständig Fehler vorwirft, die er in seiner Vergangenheit begangen hat. Führen beide Partner in einer Beziehung eine solche Punktekarte, führt das zu einem Wettbewerb, wer von beiden denn den größeren Misthaufen angehäuft hat.

Der eine Partner hat sich wie ein Idiot aufgeführt, als er sich bei einem Streit einfach mal dreißig Stunden gemeldet hat? Dann darf der Partner ja auch nicht böse sein, wenn man im Gegenzug eine Verabredung vergisst und ihn sitzen lässt?

Falsch.

Warum ist es schädlich?

Harmonisch bis ins hohe Alter.

Die Beziehungs-Punktekarte entwickelt sich über die Zeit zu einem Manifest der Bitterkeit und Schuld. Man beschäftigt sich nicht nur die ganze Zeit mit vergangenen Fehltritten, sondern lenkt auch von aktuellen Streitpunkten ab. Baut sich die Punktekarte lange genug auf, haut man sich bei jedem Streit die gesamte Punktekarte um die Ohren - Jede Kleinigkeit führt dann zu einer Eskalation. Beide Partner verbringen außerdem die ganze Zeit damit zu versuchen weniger falsch für den Partner zu sein, indem sie sich rechtfertigen, anstatt mehr Zeit darauf zu verwenden zu zeigen, dass sie richtig für den Partner sind.

Was sollte man stattdessen tun?

Probleme und Streitpunkte sollten für sich behandelt werden. Es bringt nichts die gesamte Vergangenheit mit in den Streit zu bringen, solange keine direkte Verbindung zum früheren Verhalten besteht. Probleme sollten in der Gegenwart und mit Blick auf die Zukunft gelöst werden.


2. Versteckte Andeutungen und passiv-aggressive Kommentare

Was bedeutet das?

Anstatt offen und ehrlich über Bedürfnisse zu reden, versucht der Partner den anderen dazu zu bringen selbst darauf zu kommen. Anstatt zu sagen, was einen stört, werden immer wieder kleine Spitzen losgelassen, um den Partner auf die Palme zu bringen, um ihm dann im Streit alles an den Kopf zu werfen.

Warum ist es schädlich?

Es zeigt, dass die Partner sich nicht damit wohl fühlen offen und ehrlich miteinander zu kommunizieren. Niemand muss passiv-aggressive Kommentare und Andeutungen von sich geben, wenn er das Gefühl hat, dass sein Partner ihn für seine Meinung nicht verurteilt oder kritisiert.

Was sollte man stattdessen tun?

Reden Sie offen und ehrlich über Ihre Gefühle. Stellen Sie klar, dass der Partner nicht notwendigerweise für diese Gefühle verantwortlich ist oder zu einer Reaktion verpflichtet ist, Sie sich aber freuen würden, wenn diese Gefühle ernst genommen werden. Wenn Ihr Partner Sie liebt, wird er das in aller Regel tun.


3. Die Beziehung in Frage stellen

Was bedeutet das?

Dieser Punkt betrifft Partner, die bei jeder Kleinigkeit die gesamte Beziehung in Frage stellen. Anstatt also zu sagen "Ich bin enttäuscht, dass Du heute keine Zeit für mich hast.", heißt es "Ich kann nicht mit jemandem zusammen sein, der nie Zeit für mich hat.". Erlaubt sich ein Partner einen Fehltritt, heißt es dann gleich man habe sich in der gesamten Beziehung getäuscht, anstatt den konkreten Streitpunkt anzusprechen.

Warum ist es schädlich?

Lassen Sie Streitigkeiten nicht eskalieren!

Genau genommen handelt es sich hierbei um emotionale Erpressung, die zu einem riesigen Rattenschwanz unnötigen Dramas führt. Jeder noch so kleine Fehltritt wird zu einer beziehungsgefährdenden Krise aufgebauscht. Es ist wichtig für eine Beziehung, dass man auch negative Gedanken und Gefühle mit seinem Partner besprechen kann, ohne dass gleich die gesamte Beziehung gefährdet ist. Ansonsten werden solche Gefühle unterdrückt und angestaut bis sie irgendwann explodieren und der Partner sich wundert, wie man aus so einer kleinen Sache so ein Drama machen kann.

Was sollte man stattdessen tun?

Es ist ganz normal, dass man sich mal über seinen Partner aufregt und dass sich Partner von Zeit zu Zeit, ob bewusst oder unbewusst, gegenseitig verletzen. Das ist ganz menschlich. Man muss sich im Klaren darüber sein, dass eine feste Beziehung nicht gleichzeitig bedeutet, dass man sich die ganze Zeit gern hat. Ganz im Gegenteil führt eine offene Diskussion über Bedürfnisse und Kritik dazu, dass die Beziehung auf langfristig gefestigt wird.


4. Dem Partner die Schuld für seine eigenen Gefühle geben

Was bedeutet das?

Nehmen wir ein Beispiel: Sie sind krank und haben zudem Ärger mit der Arbeit. Ihr Partner nimmt das zur Kenntnis, ist aber von etwas anderem abgelenkt und kümmert sich nicht so um Sie, wie Sie es gerne hätten. Am Liebsten würden Sie den ganzen Tag im Bett liegen und dabei den Urlaub zusammen planen. Der Partner hat aber schon was mit seinen Freunden vor.

Also werfen Sie Ihrem Partner vor unsensibel und kaltherzig Ihnen gegenüber zu sein. Sie haben einen schlechten Tag und ihr Partner tut nichts dagegen. Er sollte wissen, wann Sie ihn brauchen und Pläne wegen Ihrer Gefühle absagen.

Warum ist es schädlich?

Komunikation. Aber richtig.

Dem Partner die Schuld für seine eigene Gefühle zu geben und Frust an ihm auszulassen, ist eine Form des Egoismus und ein klassisches Beispiel dafür, dass man seine persönlichen Grenzen nicht im Griff hat. Sicher ist es normal, wenn der Partner mal seine schlechte Laune an einem auslässt. Das ist nur allzu menschlich. Wenn sich das aber dahin entwickelt, dass der Partner allzeit dafür verantwortlich ist, dass man selbst glücklich ist, wird der Partner sich irgendwann manipuliert und eingeschränkt fühlen.

Was sollte man stattdessen tun?

Übernehmen Sie Verantwortung für Ihr eigenes Leben und Ihre eigenen Gefühle. Es gibt einen feinen, aber gravierenden Unterschied, ob sich Ihr Partner von sich aus um sie kümmert oder sich dazu verpflichtet fühlt. Alle Opfer, die für eine Beziehung gebracht werden, sollten als selbstständige Entscheidung angesehen werden und nicht erwartet werden.


5. "Liebevolle" Eifersucht

Was bedeutet das?

Manche Partner werden schon wahnsinnig dadurch, wenn der andere Partner mit einer anderen Person redet, sich verabredet oder sich auch nur in der Nähe befindet. Das führt zuweilen dann dazu, dass man versucht alles zu kontrollieren und den großen Misthaufen sucht, den der Partner irgendwo versteckt haben könnte. Bald werden dann Handys durchsucht und Nachrichten gelesen, während der Partner unter der Dusche oder bei der Arbeit ist.

Warum ist es schädlich?

Stellt man solche Partner zur Rede, heißt es oft, dass das ja nur ein Zeichen dafür wäre, dass man etwas für den anderen empfindet und das doch kein Problem sei, wenn man nichts zu verbergen habe. Um es genau zu nehmen, bedeutet das aber in erster Linie, dass der Partner einem nicht vertrauen kann oder will. Aus dem Kontext gerissene Nachrichten, die man heimlich gelesen hat, führen dann schnell dazu, dass man den Partner für einen Lügner hält, der seine Impulse nicht kontrollieren kann.

Was sollte man stattdessen tun?

Vertrauen Sie Ihrem Partner. So absurd es klingt, so einfach ist es auch. Ein bisschen Eifersucht ist normal. Überzogene Eifersucht und Kontrollwahn sind aber ein Zeichen dafür, dass es Ihnen an Selbstvertrauen mangelt. Damit müssen Sie selbst klar kommen, anstatt Sie auf ihren Partner zu projizieren. Ansonsten treiben Sie Ihren Partner nur in die Flucht.


Geschenke sind schön. Aber nur aus den richtigen Gründen.

6. Sich Lösungen erkaufen

Was bedeutet das?

Viele Menschen haben solch ein Verhalten in der Kindheit schonmal kennengelernt: Ist beispielsweise der Vater für längere Zeit auf Geschäftsreise, kommt er mit einem Geschenk nach Hause, um seine Abwesenheit wieder gut zu machen. Genauso passiert es dann später in Beziehungen: Jedes Mal, wenn ein Streit aufkommt, lenkt man davon ab, indem man etwas Schönes gemeinsam macht oder dem anderen etwas Schönes kauft.

Warum ist es schädlich?

Das eigentliche Problem wird damit nicht nur unter den Teppich gekehrt (von wo aus es garantiert wieder auftauchen wird), es setzt auch einen ungewollten Präzedenzfall. Hat sich der Mann beispielsweise einen Fehltritt geleistet und kauft seiner Partnerin dann beim nächsten Juwelier eine diamantbesetzte Goldkette, um das Problem "zu lösen", lernt die Partnerin unbewusst, dass sie dafür "belohnt" wird, wenn sie etwas findet, was ihr missfällt. Auf der anderen Seite lernt der Mann, dass er sich gar nicht mit dem zugrundeliegenden Problem beschäftigen muss.

Was sollte man stattdessen tun?

Kommunizieren Sie miteinander! Sie wurden enttäuscht, verletzt oder gedemütigt? Reden Sie darüber!

Es ist nichts verkehrt daran schöne Dinge miteinander und füreinander zu tun. Auch nicht, wenn man sich gerade gestritten hat. Geschenke und Unternehmungen sind jedoch nicht dafür da, um Probleme zu überdecken. Mit Recht werden Geschenk und Unternehmungen als Luxus eingestuft, die man sich gönnen kann, wenn es sowieso schon gut läuft. Dann werden Sie auch noch mehr Spaß daran haben!

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