Gemeinsam stark: Jodel-Nutzer begleiten 19-Jährige online bis zu ihrem Tod

Über die App Jodel berichtete eine junge Frau von ihrem Schicksal - doch sie ahnte nicht, dass ihr plötzlich viele Unbekannte beistehen werden

Ihr Post bewegte wahnsinnig viele Leute (Symbolbild).

„Wenn man selber bei der DKMS registriert ist, um Stammzellen spenden zu können, und seit einem halben Jahr selbst Symptome einer Leukämie hat...“ – Diesen Satz postete eine 19-Jährige aus Paderborn in der App Jodel. Sie postete aus Verzweiflung und ahnte nicht, wie viele Menschen sie damit bewegt hat. 

Anzeichen waren da 

Vor sieben Monaten postete sie erstmals ihr Schicksal bei Jodel. Andauernde Müdigkeit, blaue Flecken und Nasenbluten haben sie dazu gebracht, sich auf Leukämie testen zu lassen. Und nach ein paar Tagen kam das erschütternde Ergebnis: „Ich bin am Boden. Habe heute Leukämie diagnostiziert bekommen... wie soll ich das nur meinen Eltern sagen?“ 

OJ hat sich bei der DKMS Deutschland als Spenderin registriert, dann wurde vor einem halben Jahr bei ihr selbst Leukämie...

Gepostet von Jodel - Hyperlokale Community am Donnerstag, 22. Februar 2018

 Immer mehr Jodel-Nutzer lesen ihren Post und versuchen die junge Frau aufzubauen. Sie sprechen ihr Mut zu und wollen ihr helfen. Einen Monat nach der Diagnose begann sie mit der Chemotherapie. Doch falls diese nicht wirken sollte und sie nicht zeitnah einen Spender finde, dann sei die Zeit gezählt, schreibt sie. Und trotzdem gibt sie die Hoffnung nicht auf und versucht ihren Lebensmut nicht zu verlieren.

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Alle hoffen auf ein Wunder

Sie berichtet den Jodlern von ihrem Haarausfall und gibt regelmäßig Updates zu ihrem Gesundheitszustand. Zwei Monate später erfährt sie, dass sie auch noch Lymphdrüsenkrebs hat. „Ich dachte es wird besser, aber jetzt sinkt die Chance das Ganze zu überleben.“  Von diesem Moment an begann sie, mit dem Leben abzuschließen. Doch die Jodel-Nutzer versuchten ihr beizustehen und beteten für ein Wunder.

Doch das Wunder blieb aus. Vor zwei Wochen ist sie im Kreis ihrer Familie und Freunde gestorben. Das schrieb eine Freundin in ihrem Auftrag allen Jodel-Usern, die sie das letzte halbe Jahr begleitet hatten. „Habe mich direkt im Anschluss bei der DKMS angemeldet“, schreibt jemand. „Es ändert zwar nichts an diesem schrecklichen Verlust, aber irgendwas musste ich tun.“ 

 Und damit war der Jodler nicht alleine. Das verzweifelte Posting der jungen Frau hat viele Leute dazu bewegt, sich bei der DKMS zu registrieren, um anderen das Leben retten zu können. Ein Jodler hat das, was sie getan hat und durchmache musste, in wenigen Worten zusammengefasst: Sie hat „wahrlich großes bewegt“.

Spender werden bei der DKMS

Wer sich ebenfalls als Stammzellenspender bei der DKMS registrieren will, kann das einfach online machen. Anschließend bekommt man Unterlagen und ein Wattestäbchen für einen Abstrich der Wangenschleimhaut per Post. Dies wird zurückgeschickt schon ist man in der Spenderdatei. In etwa 80 Prozent der Fälle werden die Stammzellen der Blutbahn entnommen. Es ist also keine Operation notwendig. 

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