Laura Wontorra: Sexismus-Debatte unter Sportjournalisten

Reduziert man eine Frau nur auf ihr Aussehen, wenn man sie als "heißeste Sportmoderatorin" bezeichnet? Diese Aussage des Verbandes deutscher Sportjournalisten (VDS) über Laura Wontorra sorgt für eine Sexismus-Debatte

Erich Laaser, Laura Wontorra

Laura Wontorra

Das ist ihr neuer Job

Laura Wontorra

Andrea Schültke gegen den VDS: #scheissaufheiss

Die Sportjournalistin Andrea Schültke hat den Verband deutscher Sportjournalisten (VDS) verlassen, nachdem die "Sport1"-Moderatorin Laura Wontorra, 27, dort in einer Meldung die "heißeste Sportmoderatorin" Deutschlands genannt wurde.

Schültke löste mit dem drastischen Schritt eine Debatte über Sexismus in der Branche aus. Auf ihrem Twitter-Account macht sie ihre Kündigung beim VDS öffentlich und prangert darin einen "Rückfall in längst vergessene Zeiten" an. Schültke ist also der Meinung, Frauen würden mit derartigen Aussagen allein auf ihr Aussehen reduziert werden - ohne Rücksicht auf ihre Qualitäten als seriöse Sportjournalistinnen.

"zu freizügig"

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Kurz nachdem sie aus dem Becken kommt wird ihr der Sieg wieder aberkannt.
©Gala

In einem Hashtag kommentiert sie den Beitrag außerdem mit "scheissaufheiss" - klare Worte der freien Journalistin, die unter anderem für den WDR arbeitet.

Der Sport-Reporter und Verbandspräsident Erich Laaser, 64, meldete sich ebenfalls zu Wort. Er empfindet die Empörung als "Unsinn".

"Es ist nichts verwerfliches daran, wenn Menschen – egal ob Frauen oder Männer – aus ihrer Optik etwas machen. Wenn man sie dann darauf reduziert, werden sie wahrscheinlich nicht lange in dem Beruf bleiben", sagte er im Deutschlandfunk und nahm Wontorra dabei auch explizit in Schutz. "Bei Laura Wontorra steckt mehr dahinter als 'heiß'".

Laura Wontorra selbst hat sich zu dem Vorfall noch nicht geäußert.

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