Neue Pläne der Bundesregierung: Können wir bald alle kostenlos Bus und Bahn fahren?

Eine Nachricht, die viele aufhorchen lässt: Die Bundesregierung erwägt Maßnahmen zur Reduzierung der Luftverschmutzung 

Öffentlicher Nahverkehr / Symbolbild

Öffentlicher Nahverkehr / Symbolbild

Die Luft in deutschen Städten soll besser werden, das ist nicht nur ein Wunsch, sondern sogar eine EU-Vorgabe und die ist für die Bundesregierung immer schwerer einzuhalten.

Neue Ideen für Konzepte

Eine potenzielle Neuerung stößt dabei auf besonderes Interesse. In einem Brief an den EU-Umweltkommissar Karmenu Vella sprechen sich nun mehrere Politiker wie Umweltministerin Barbara Hendricks (SPD), Verkehrsminister Christian Schmidt und Kanzleramtschef (CDU) dafür aus, dass über den kostenlosen öffentlichen Nachverkehr nachgedacht werden sollte.

Damit soll die Zahl der privaten KFZs reduziert werden und Menschen zum Umstieg auf öffentliche Verkehrsmittel motiviert werden. Großes Ziel ist es, die Stickstoffoxide zu reduzieren, denn derzeit geht die Bundesregierung davon aus, dass es in den kommenden zwei Jahren nicht möglich sein wird, die gesetzten Schadstoff-Grenzen der EU einzuhalten. Die Folge wäre eine Klage, die Deutschland und acht weiteren Staaten betreffen würde und wahrscheinlich ein hohes Bußgeld nach sich ziehen würde.

Kritik über Kosten

Die ersten Städte, in denen das neue Konzept getestet werden soll, sind Bonn, Essen, Herrenberg (Baden-Württemberg), Reutlingen und Mannheim.   

Doch es gibt auch kritische Stimmen zu diesem Konzept. Der Verband Deutscher Verkehrsunternehmen (VDV) sagte gegenüber der FAZ, dass die Verkehrsbetriebe sich derzeit mit rund zwölf Milliarden Euro zur Hälfte durch Ticketverkäufe finanzieren würden. Dieser Betrag müsse beim neuen Konzept dann vom Steuerzahler getragen werden und es kämen noch weitere Kosten für neue Busse, Bahnen und Personal dazu. Schon jetzt wird die andere Hälfte von Steuermitteln beglichen, die von Stadt zu Stadt unterschiedlich hoch sind. 

Überlastung des öffentlichen Nahverkehrs

Ein weiterer Punkt ist, dass auch Fußgänger und Fahrradfahrer das kostenlose Angebot vermehrt nutzen würden und zusätzlich zu den Autofahrern ebenfalls umsteigen würden. Damit müsste man die Kapazitäten zu den Stoßzeiten erhöhen, um dem Fahrgastanstieg gerecht zu werden. Das würde wiederum weitere Kosten bedeuten.

Aktuelle Situation

Derzeit bezahlt man in den Großstädten Deutschlands für ein Monatsticket bis zu 220 Euro. Auf den ersten Blick klingt ein kostenloses Angebot also verlockend.

Um die Schadschoff-Grenzen einzuhalten, erwägt man außerdem ein Fahrverbot für Dieselfahrzeuge in Städten. Eine Entscheidung dazu, ob so etwas überhaupt rechtmäßig ist, wird am 22. Februar am Bundesverwaltungsgericht Leipzig erwartet. Sie könnte für die gesamte Bundesrepublik wegweisend sein. 

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