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Kalkulierter Skandal? Edeka-Werbespot sorgt mal wieder für Aufregung

Edeka
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© Getty Images
Edeka ist mal wieder in aller Munde. Wie so oft ist daran ein Werbespot "schuld", der für Gesprächsbedarf bei Kunden und Social-Media-Usern sorgt. Doch worum geht's?

Die Supermarktkette Edeka macht in regelmäßigen Abständen mit Werbespots von sich Reden. Kein Wunder! Immerhin zeichnet sich seit Jahren die Werbeagentur "Jung von Matt" für die Clips verantwortlich – und die wissen, wie man's richtig macht. Auch mit dem neusten Werk haben Edeka und die Agentur das vermeintlich wichtigste Ziel erreicht: Sie sind DAS Gesprächsthema unter ihren Kunden – oder zumindest unter jenen, die sich im Netz über aktuelle Ereignisse und Entwicklungen austauschen. Den aktuellen Clip haben sich seit der Veröffentlichung auf YouTube am 5. Mai 2019 (dato aktuell vor drei Tagen) mehr als 1,1 Millionen User angeschaut. Nun aber reden viele von ihnen schon von Boykott des Unternehmens. Doch worum geht es bei all der Aufregung überhaupt?

Edeka eckt mit Werbespot zum Muttertag an 

Der Muttertag rückt näher und so ließ sich auch Edeka die Chance nicht entgehen und gab einen entsprechenden Werbeclip in Auftrag. Inhaltlich soll es, so beschreibt es zumindest Edeka selbst, um den "wichtigsten Menschen der Welt" gehen, laut Edeka also um unsere Mütter. Mal ganz abgesehen davon, dass es sicherlich genug (erwachsene) Kinder gibt, die eine andere Person zu ihrem "wichtigsten Menschen" zählen, erregt die Gemüter noch ein ganz anderer Aspekt. Denn statt auf positive Bilder zu setzen und die Mütter in ihrem täglichen Handeln zu zeigen, bekommt der Konsument Väter zu sehen, die bei der Bewältigung ihrer Vateraufgaben "versagen". Das gezeichnete Bild der "perfekten" Mutter als krasser Gegensatz zum "Loser-Vater" wird hier ausgereizt. Sehr zum Missfallen zahlreicher Väter UND Mütter. 

An dieser Stelle hat unsere Redaktion Inhalte aus Youtube integriert.
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Übertreibung als kreatives Stilmittel?

Unter dem 1:18-Minuten-Clip, den Edeka unter anderem auf YouTube veröffentlicht hat, schreiben sich die Kommentatoren die Finger wund. Und man kann sehr lange scrollen – einen positiven Kommentar findet man kaum. Auch die Likes und Dislikes sprechen eine deutliche Sprache. Während 6000 Daumen nach oben gehen, belegen die knapp 33000 Daumen nach unten – hier missfällt einer ganzen Menge Menschen, was Edeka hat fabrizieren lassen. Viele reagieren auf den Werbespruch "Danke Mama, dass du nicht Papa bist" schlichtweg mit "Danke Aldi/Lidl/etc., dass du nicht Edeka bist". 

Ob die Verärgerung anhält und wirklich zu einem Boykott des Unternehmens führt, bleibt abzuwarten und scheint doch etwas unwahrscheinlich. Die Aufregung und Aufmerksamkeit jedenfalls sind erst einmal groß. Und der Verdacht bleibt, dass dies von Anfang an das eigentliche Ziel war. Verwendete Quellen: YouTube

Ungewöhnlicher Besuch versetzt Edeka Filiale in Angst und Schrecken
jko Gala

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