Eisige Kälte: In Longyearbyen ist das Sterben per Gesetz "verboten"

Die Bewohner dieses Ortes müssen zum Sterben ans Festland - so will es das Gesetz. Doch der Grund ist unvorstellbar

Dieses Dorf liegt am nördlichsten Punkt der Erde.

Stellen Sie sich einmal vor, Sie dürften nicht in Ihrer Heimatstadt sterben. Warum? Weil, es illegal ist. Was wie ein schlechter Witz klingt, ist in dem norwegischen Ort Longyearbyen tatsächlich ein Gesetz.

Longyearbyen auf der Insel Spitzbergen ist der nördlichste Ort der Welt. Durch die Nähe zur Arktis ist der Boden permanent zugefroren und die Temperaturen im Februar betragen durchschnittlich -17 Grad. Diesem Umstand ist das skurrile Gesetz zum Sterben zu verdanken. Seit 1950 ist es vorgeschrieben, dass man sich zum Sterben auf das Norwegische Festland begeben muss oder eben nach dem Tod sofort dorthin gebracht wird, um begraben zu werden.

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Beerdigungen sind nicht möglich

Grund für die Regelung ist die Kälte. Denn durch den gefrorenen Boden können die Menschen nicht begraben werden, da sie früher oder später wieder an die Oberfläche kommen würden, wie Travelbook berichtet. Die Kälte macht es außerdem unmöglich, dass die Leichen verrotten. Deshalb ist eine Beerdigung in dem Ort einfach nicht möglich. 

Das Gesetz auf der Insel besagt auch, dass alle, die sich nicht um sich selbst kümmern können, die Insel verlassen müssen. Denn es gibt kein Krankenhaus. Wer trotzdem seine letzte Ruhe in dem Ort finden will, der kann nach dem Tod verbrannt werden. Die Asche wird dann auf der Insel verstreut. 

Sterbe-Verbot in Sellia

Doch Longyearbyen ist nicht der einzige Ort auf der Welt, an dem das Sterben verboten ist. Das italienische Dorf Sellia duldet das ebenfalls nicht. Weil die Einwohner in diesem Dorf immer weniger wurden, erließ der Bürgermeister einfach ein "Sterbe-Verbot". Außerdem muss jeder Einwohner mindestens einmal im Jahr zum gesundheitlichen Check-Up. So will Bürgermeister Zichinella das Aussterben des Ortes verhindern und neue Einwohner anlocken. 

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