Iberogast: Gefährlicher als bisher angenommen?

Iberogast ist ein beliebtes Mittel bei Magen-Darm-Beschwerden - doch ist das flüssige Medikament gefährlicher als bisher angenommen? 

Iberogast

Wenn der Magen rumort oder schmerzt, dann ist das flüssige Arzneimittel Iberogast für viele Deutsche DIE Tinktur, die sie sich in der Apotheke holen. Das Mittel ist rezeptfrei und gilt allgemein als gut verträglich und ungefährlich. Doch ist dem gar nicht so? 

Iberogast: Bayer muss Beipackzettel ändern

Mitnichten! Der Hersteller Bayer muss jetzt sogar seinen Beipackzettel ändern und will dies in den nächsten vier Wochen auch tun. Das teilte das zuständige Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) mit.

Deshalb ist Iberogast unverträglicher als gedacht

Grund dafür ist das in der Tinktur von Iberogast enthaltende Schöllkraut. Zuletzt gab es immer mehr Meldungen darüber, die von Leberschädigungen durch die Einnahme von Iberogast berichten. Und das war nicht alles: Im Juli 2018 gab es sogar einen zweiten Fall von Leberversagen mit Lebertransplantation, der tödlich endete. 

Zehnjähriger Streit um Iberogast

Bereits 2008 gab es rund 50 Fallberichte aus Deutschland, die dem Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) vorlagen, die den Zusammenhang zwischen Leberschäden und Schöllkraut vermuteten. Daraufhin forderte die Behörde die Hersteller von Produkten, die mindestens 2,5 Mikrogramm Schöllkraut pro Tagesdosis aufweisen, auf, ihre Beipackzettel um entsprechende Hinweise zu ergänzen. Steigerwald war zu dieser Zeit der Iberogast-Hersteller und legte Widerspruch ein. Inzwischen ist Bayer der Produzent des Mittels und hatte die Ergänzung des Beipackzettels ebenfalls lange verweigert. "Wir stehen unverändert zu dem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis von Iberogast in den zugelassenen Indikationen", heißt es in einer aktuellen Stellungnahme vom Konzern. 

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