Grapefruit Gesund und lebensgefährlich

Zitrusfrüchte
Zitrusfrüchte
© Agricultural Research Service
Obst ist gesund. Besonders Grapefruits, die eine Vielzahl gesunder Stoffe enthalten. Einige Stoffe können aber zu ungewollten und teilweise tödlichen Nebenwirkungen führen
Pink Grapefruit
Pink Grapefruit
© WikiCommons / א

Die Grapefruit gehört zu den gesündesten Obstsorten und heißt deswegen völlig zurecht auch "Königin der Zitrusfrüchte". Mit einem Vitamin-C-Gehalt von sagenhaften 41mg pro 100g, wenig Kalorien, kaum Fett und dafür umso mehr von dem Ballaststoff Pektin, gehört die Grapefruit zu den wahren Fitnesspaketen unter den Früchten. Das außerdem üppig enthaltenen Stoffe Lycopin und Naringin beeindrucken außerdem durch ihre antioxidative und fettsenkende Wirkung. Kein Wunder, dass viele Promis und Sportler auf die Frucht als entschlackenden Schlankmacher.

Tödliche Überdosis

Trotzdem ist die Grapefruit mit Vorsicht zu genießen. Gerade das in der Grapefruit enthaltene Naringin führt in Verbindung mit Medikamenten zu teils erheblichen Nebenwirkungen, die auch zum Tod führen können. Das Naringin, das für den bitteren Geschmack der Grapefruit verantwortlich ist, hemmt Enzyme, die dabei helfen, Fremdstoffe wie Arzneimittel im Darm abzubauen. Ein Großteil der Wirkstoffe eines Medikaments werden durch diese Enzyme im Normalfall abgebaut, bevor das Medikament überhaupt in den Organismus gelangt. Hat man aber Grapefruit zu sich genommen, sind die Enzyme nur damit beschäftigt das Naringin der Grapefruit abzubauen, sodass die Wirkstoffe des Medikaments ungefiltert in den Blutkreislauf gelangen. Dies führt zu einer unkontrollierten Überdosierung des Medikaments.

Bei diesen Medikamenten müssen Sie aufpassen

Gepresster Grapefruitsaft
Gepresster Grapefruitsaft
© CC / John Cummings

Forschungen haben mittlerweile über 50 Arzneistoffe identifiziert, die sich nicht mit der Grapefruit vertragen. Dazu gehören unter anderem Blutdruckmittel, Antiallergika, Schmerzmittel und Krebsmedikamente. Schmerzmittel und Grapefruit führen zusammen zu einer enormen Belastung der Leber. Fälle, in denen Patienten wegen der Einnahme von Antiallergika mit vermeintlich gesundem Grapefruitsaft gestorben sind, sind keine Seltenheit.

Wichtig: Auch die Antibabypille sollte nicht mit Grapefruits kombiniert werden. Die ohnehin schon thrombosefördernden Nebenwirkungen vieler Antibabypillen werden durch Grapefruits bis zu 30fach verstärkt. Unbehandelt führt eine Thrombose zu lebensgefährlichen Folgeerkrankungen wie Lungenembolien, Herzinfarkten oder Schlaganfällen.

Schlechte Idee: Antibabypille und Grapefruit
Schlechte Idee: Antibabypille und Grapefruit
© CC / Matthew Bowden

Muss ich jetzt ganz auf Grapefruit verzichten?

Bis vor Kurzem wurde daher empfohlen mindestens vier Stunden vor und nach der Medikamenteinnahme keine Grapefruit zu essen, bzw. Grapefruitsaft zu trinken. Neueste Forschungen legen nun nahe, dass man während des gesamten Zeitraums der Medikamenteinnahme überhaupt keine Grapefruit zu sich nehmen sollte, da die Wirkung der Grapefruit bis zu 24 Stunden andauern kann. Sollten Sie sich nicht sicher sein, ob Ihr Medikament Wechselwirkungen mit Grapefruits an den Tag legt, lesen Sie genau in der Packungsbeilage nach oder sprechen Sie Ihren Arzt oder Apotheker auf mögliche Wechselwirkungen an.

tgi Gala

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