Tödliche Tierliebe: Hund leckt Gesicht seines Herrchens ab - wenige Tage später ist Mann tot

Ein 63-jähriger Bremer ist gestorben, nachdem sein Hund ihm das Gesicht abgeleckt hat. Dieser extrem seltene Fall beschäftigte die Mediziner seit 2018. Jetzt steht die Todesursache fest.

In Bremen ist ein Mann gestorben, nachdem sein Hund sein Gesicht abgeleckt hat (Symbolfoto)

Ein 63 Jahre alter Mann kommt in ein Bremer Krankenhaus, er fühlt sich krank, weist grippeähnliche Symptome auf. 16 Tage später ist er tot. Gestorben ist er an multiplem Organversagen. Besonders dramatisch: Offenbar ist sein Hund für den Tod des Mannes verantwortlich. Der vorher gesunde Mann hatte sich durch seinen Hund mit dem Bakterium Capnocytophaga canimorsus infiziert.

63-Jähriger leidet an grippeähnlichen Symptomen

Der extrem seltene, aber keineswegs minder dramatische Fall hatte ich 2018 in Bremen abgespielt. Jetzt haben Mediziner den Fall im "European Journal of Case Reports in Internal Medicine" aufgeschrieben. Demnach sei der 63 Jahre alte Mann ins Krankenhaus gekommen, weil er an Fieber, Kurzatmigkeit und Hauteinblutungen im Gesicht litt. Auch konnten die Ärzte bei dem Patienten neben anderen Symptomen Blutergüsse an den unteren Gliedmaßen feststellen. Der Mann wurde sofort intensivmedizinisch betreut, aber selbst Antibiotika und weitere Behandlungsmaßnahmen konnten keine Besserung herbeiführen. Sein Zustand verschlechterte sich dramatisch. Was zunächst wie ein harmloser Hautausschlag aussah, entwickelte sich binnen weniger Tage zu extremen Pusteln, die sich über das Gesicht des Mannes, seine Arme und Hände verteilten. Die Haut fing regelrecht an zu verfaulen, so steht es im medizinischen Bericht. Der Mann erlitt eine Sepsis, trotz diverser Rettungsversuche verstarb der Bremer nach knapp zwei Wochen im Krankenhaus. 

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Hund hat Bakterium übertragen

Durch mehrere Gespräche kam heraus, dass der Hund des Mannes seinem Herrchen unmittelbar vor der Erkrankung das Gesicht abgeleckt hatte. Ein entscheidender Hinweis für die Ärzte. Im Labor konnte festgestellt werden, dass sich der Mann mit Capnocytophaga canimorsus infiziert hatte. Das Bakterium kommt im Mund von Hunden und Katzen vor. Ein so dramatischer Verlauf wie bei dem 63-jährigen Mann aus Bremen ist äußerst selten. Nur einer von 1,5 Millionen Menschen infiziert sich weltweit, so konnte eine niederländische Studie herausfinden. Und dennoch: Die Gefahr lauert im Maul des Tieres.

Wie gefährlich sind "Hundeschmatzer"?

Unter Tierliebhabern ist es Gang und Gäbe, sich von der geliebten Fellnase Hände oder gar das Gesicht abschlecken zu lassen. Ganz ungefährlich ist das aber tatsächlich nicht. Denn in Mäulern von Hunden und Katzen kommt das Capnocytophaga canimorsus-Bakterium vor. Daher sind einige Hygieneregeln zu beachten, wenn Mieze oder Bello seine Zuneigung zu Ihnen mal wieder allzu deutlich zum Ausdruck bringt. 

Hollywuff

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- Waschen Sie sich immer die Hände (und evtl. auch das Gesicht), wenn ihr Hund oder ihre Katze diese abgeleckt hat - Hunde- und Katzenspeichel sollte keinesfalls mit Ihren Schleimhäuten (Mund, Nase, Rachen) in Berührung kommen - Besuchen Sie regelmäßig den Tierarzt, um die Gesundheit Ihres Tieres im Auge zu behalten

Trotz aller Vorsichtsmaßnahmen, kann es immer zu einer Infektion kommen, selbst wenn ein solch dramatischer Fall extrem selten ist. Trotzdem raten Mediziner: Wenn Sie grippeähnliche Symptome bemerken, die sich untypisch entwickeln, sollten Sie in jedem Fall dringend medizinische Hilfe suchen.

Verwendete Quelle: Welt, RTL, European Journal of Case Reports in Internal Medicine

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