Hyalomma: Tropische Riesen-Zecken in Deutschland entdeckt

Hier krabbelts doch! In Deutschland könnte sich eine neue Zeckenart ausbreiten - sie ist fünfmal größer als die im Land bekannten Blutsauger und kann schwere Krankheiten übertragen

Zecken können echt fies sein

Achtung, sie sind schon unter uns! In Deutschland sollen bereits sieben Zecken der Gattung "Hyalomma" gesichtet worden sein. Die Insekten haben sich also unbeobachtet eingeschlichen und nun lautet die Frage: Wie werden wir die übergroße Zeckenart aus den Tropen wieder los? 

Riesen-Zecke:Experten haben nicht mit Hyalomma gerechnet

Forscher der Universität Hohenheim und dem Institut für Mikrobiologie der Bundeswehr (IMB) haben den erschreckenden Fund erstmals bemerkt: Tierhalter im Raum Hannover, in Osnabrück und in der Wettereau hatten die Fachleute alarmierte, als sie die hypergroßen Zecken auf Pferden und Schafen entdeckt hatten. Dieser Fund sei für die Experten unerwartet gewesen, so  Dr. Lidia Chitimia-Dobler, Zeckenexpertin am IMB: "Bisher gab es lediglich zwei Einzelfunde in den Jahren 2015 bis 2017." Die Medizinerin erklärt weiter, dass es Schwierigkeiten bei der Zuordnung gegeben hat: "Fünf der sieben Zecken haben wir zweifelsfrei bestimmen können, vier sind der Art Hyalomma marginatum und eine der Art Hyalomma rufipes zuzurechnen. Die beiden restlichen hatte der Pferdebesitzer beim Einsammeln verloren."

Was unterscheidet sie von anderen Zeckenarten?

Im Vergleich mit dem in Deutschland üblichen "Gemeinen Holzblock", ist die tropische Zecke fast fünfmal so groß. Das ist allerdings maximal ein Ekelfaktor, denn die wirkliche Gefahr steckt in ihr drin: Eine der gefundenen Riesen-Zecken trug ein Bakterium in sich, das das gefährliche Zecken-Fleckfieber auslösen kann. Eine Krankheit, die in Deutschland bislang kaum aufgetreten ist. 

Hyalomma marginatum (r.) im Vergleich zum Gemeinen Holzbock.

So kam das Insekt nach Deutschland 

Die Forscher vermuten, dass die tropische Zecke wohlmöglich die blinden Passagiere einiger Vögel waren und sich so über die Landesgrenze geschmuggelt haben. Durch die enorme Hitze in diesem Sommer, fühlen sie sich nun auch in Deutschland wohl.  Prof. Dr.Ute Mackenstedt, Parasitologin an der Universität Hohenheim will jetzt aufmerksam bleiben: "Wir werden sie in diesem Jahr verstärkt im Auge behalten und bereiten uns darauf vor, ihr in den nächsten Monaten womöglich noch öfters zu begegnen." Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass es bereits weitere Zecken dieser Art in Deutschland gibt.

Amblyomma Americana

Zeckenbiss verändert das Essverhalten

Amblyomma Americana : Zeckenbiss verändert das Essverhalten
Im Osten der USA ist diese Zeckenart besonders häufig verbreitet. Ein Allergen, welches bei dem Biss von der Zecke auf den Menschen übertragen wird, soll eine Fleischallergie hervorrufen können.
©Gala
Themen

Erfahren Sie mehr:

Star-News der Woche