Drama auf der Autobahn: Frau hört den tödlichen Unfall ihres Mannes am Telefon

Sechs Minuten und 26 Sekunden – so lange dauerte das Gespräch von Jennifer und ihrem Mann Martin. Es sollte das letzte bleiben. Martin erlitt einen Herzinfarkt am Steuer, Jennifer hörte ihn sterben.

Der Airbag konnte Martin nicht retten (Symbolbild)

Seit nunmehr vier Monaten ist Jennifer Witwe, muss das Leben mit ihren beiden Kindern Marcus und Kiki alleine bestreiten. Besonders tragisch: Jennifer war am Telefon, als ihr Mann einen tödlichen Autounfall erlitt. Gegenüber "Bild" hat Jennifer ihre hochdramatische Geschichte erzählt. 

Jennifer hört Martins Unfall

Es war am 3. Oktober, als Jennifer ihren Mann Martin gegen 15.36 Uhr anruft. Der 29-Jährige befindet sich auf im Auto, er spricht über die Freisprechanlage. Sechs Minuten und 36 Sekunden plaudern sie über Nichtigkeiten, wie etwa das Haus, das sie vor kurzer Zeit gekauft hatten. Dann passiert das Unglück

Ich erinnere mich eigentlich nur noch ganz genau an den letzten Satz, als er sagte, dass er keine Luft mehr bekommt. Ich habe ihn gefragt, wie er das meint, und dann hörte ich einen Knall. Ich schrie und rief seinen Namen, aber er antwortete nicht. Ich hörte ihn noch kurz atmen. Dann war die Verbindung unterbrochen.

Was Jennifer zu dem Zeitpunkt noch nicht weiß: Ihr Mann Martin erleidet in dem Moment einen Herzanfall. Bewusstlos kracht er in ein anderes Auto. Nach dem Unfall ist Martin hirntot, kommt auf die Intensivstation.

Drei Tage kämpfen Ärzte um Martins Überleben

Drei Tage liegt Martin auf der Intensivstation, die Ärzte räumen ihm keine Überlebenschancen ein, aber Jennifer möchte die Hoffnung nicht aufgeben. "Ich glaubte bis zum Schluss, dass er eine Chance hatte, obwohl der Arzt sagte, dass er hirntot ist", sagt sie gegenüber "Bild". Die beiden gemeinsamen Kinder kommen, um sich von ihrem Papa zu verabschieden, am 8. Oktober werden die lebenserhaltenden Maßnahmen eingestellt. Martin stirbt. Ein Drama für Jennifer. "Es war so schrecklich. Ich wollte nur bei ihm sein. Jedes Mal, wenn ich mich dazu entschlossen hatte, das Zimmer zu verlassen, kehrte ich zurück, musste noch einmal seine Hand halten und ihn küssen. Ich wollte die letzte Wärme spüren, die noch in seinem Körper war, mit dem Kopf auf seiner Brust liegen und trotz allem noch einmal das Herz schlagen hören."

Der Schmerz bleibt

Knapp vier Monate ist der tödliche Unfall jetzt her, die Trauer ist noch immer allgegenwärtig. "Ich weine seit Martins Tod jeden Tag." Tröstlich ist für sie einzig und allein der Gedanke, dass Martin im Moment seines Todes nicht alleine war. "Es war natürlich für mich traumatisch. Aber es ist gut zu wissen, dass er in diesem Moment nicht alleine war."

Verwendete Quelle: Bild

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