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Unfassbar Siebenköpfige Familie lebt in einer Geisterstadt

Familie Wilson lebt in einer Ruine
Familie Wilson lebt in einer Ruine
© Shutterstock
Die Häuser um sie herum sind längst abgerissen, doch Familie Wilson kann die Geisterstadt Holocombe Close nicht verlassen

Keine Nachbarn weit und breit, um sie herum nur Baustellen, verfallene Ruinen und keinerlei Versorgung durch die Stadt – das Leben von Familie Wilson aus Manchester gleicht einem wahr gewordenen Alptraum. Und dieser hält nun schon fast neun Jahre lang an. Rechtliche Auseinandersetzungen und Unstimmigkeiten zwingen Demonique und Thabo Wilson, mit ihren fünf Kindern in einer Geisterstadt in Manchester zu leben.

Familie Wilson hatte keine Wahl  

Ein 400 Millionen Pfund (umgerechnet etwa 453 Millionen Euro) schweres Bauvorhaben sollte "Holcombe Close" in Pendleton, einem Stadtteil von Manchester, zu neuem Glanz verhelfen. 880 Häuser wurden abgerissen, 1500 Häuser sollten neu gebaut werden, 1200 sollten renoviert werden. Nur um das Haus von Familie Wilson entbrannte ein Rechtsstreit. Das war 2010 – und bis heute lebt die fünfköpfige Familie in diesem Haus. 2013 entschied ein Richter, dass der Rat von Salford gegen ihre Menschenrechte verstoßen hatte, indem er ihnen kein neues Haus zum Kauf angeboten hatte, der Rat legte Berufung ein, der Richter legte den Fall auf Eis. Seitdem ist nichts passiert, die Wilsons stecken in einer Zwickmühle. Weder können sie ihr Haus in diesem Zustand privat verkaufen, noch möchten sie es an den Rat geben, solange sie keinen adäquaten Ersatz bekommen.

Familie Wilsons Leben in der Geisterstadt gleicht einem Alptraum

Die Nachbarn sind längst weg, die Häuser runtergekommen, es gibt keinerlei städtische Versorgung, die Müllabfuhr fährt die Geisterstadt schon längst nicht mehr an. Geblieben sind sechs verwahrloste Reihenhäuser, fünf davon sind bereits zum Abriss vorbereitet, in dem sechsten leben Demonique, Thabo und ihre fünf Kinder. Wohl fühlen sie sich hier nicht – im Gegenteil! "Wir fühlen uns nicht sicher, unsere Kinder fühlen sich nicht sicher. Sie haben keine Nachbarn. Es gibt niemanden, mit dem sie spielen können", erklärt Mrs Wilson die Misere der Familie. Außerdem hätten sie mit Vandalismus, Einbrüchen, Ratten und Co. zu kämpfen. "Ich habe aufgehört zu zählen, wie oft wir die Polizei rufen mussten", beschwert sich Thabo Wilson. 

Ist bald endlich eine Lösung gefunden?

Fast neun Jahre lang streitet sich Familie Wilson jetzt mit dem Rat der Stadt, jetzt scheint eine Lösung in Sicht. "Wir arbeiten weiter daran, eine befriedigende Lösung für die Familie zu finden", verspricht Ratsmitglied Tracy Kelly gegenüber "Dailymail". Ihre Misere brauche mehr Öffentlichkeit, um endlich Gehör zu finden. Erst dann könne ein Ausweg gefunden werden, erklärt Thabo Wilson. 

abl Gala

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